Unterstützung für die Theatersanierung: 12.000 Unterschriften

Der Vorhang bleibt zu: Im Großen Haus des Theaters fand am Sonntag die letzte Vorstellung vor der brandschutzbedingten Schließung statt. Die Befürworter nutzten die Gelegenheit, um publikumswirksam auf ihre Meinung hinzuweisen. Die Initiative Theater modern übergab am Ende der Vorstellung 12.000 Unterschriften an Oberbürgermeister Kurt Gribl im Theater-Foyer.

„Diese Unterschriften sind nicht nur ein klares Bekenntnis aus der Stadtgesellschaft zur Theatersanierung. Sie sind auch eine deutliche Aufforderung an die politische Seite, die Förderzusage von 107 Millionen Euro durch den Freistaat zu nutzen und jetzt endlich mit der Sanierung zu beginnen“, beurteilte OB Gribl die Unterschriftenübergabe.

Er ist überzeugt, dass der von den Sanierungskritikern eingeforderte Bürgerbeteiligungsprozess wichtige Erkenntnisse für die Zukunft der Augsburger Theaterlandschaft gebracht habe. „Die wichtigste ist, dass viele Bürger an ,ihrem’ Theater als selbstverständliche Einrichtung in einer Kulturstadt wie Augsburg auch in Zukunft festhalten wollen.“

Die Gegner der geplanten Sanierung, namentlich die Initiative Kulturelle Stadtentwicklung (IKSA), schätzen den Beteiligungsprozess völlig anders ein: „Die Bürgerbeteiligung sollte vor allem auch diejenigen erreichen, die bisher nur selten oder nie das Theater genutzt haben – also die mehr als überwiegende Mehrheit der Bevölkerung. Dieses Vorhaben ist komplett gescheitert.“ Teilgenommen hätten nach Ansicht der Kritiker lediglich die Personen, „die die Diskussion als ,Aktive’ ohnehin schon seit langem führen“. Auch inhaltlich habe der Prozess sein Ziel verfehlt. „Durch die Vorgabe der in den wesentlichen Bestandteilen (Finanzierung, Bauplanung, Standort, Großes Haus) als alternativlos dargestellten Sanierungspläne wurde die Diskussion über eine grundsätzliche Neukonzeption der Angebots- und Organisationsstruktur des Theaters abgeblockt“, kritisiert die IKSA. Die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsverfahrens seien unter diesen Voraussetzungen nur sehr bedingt zu verwerten. Die Kritker fühlen sich in ihrer Einschätzung bestätigt: Die Bürgerbeteiligung ist „eine teure Alibiveranstaltung, die der vorliegenden Planung einen partizipativen Touch ,breiter Zustimmung’ verleihen sollte“.

Nichtsdestotrotz streckt Oberbürgermeister Gribl den Sanierungskritikern noch einmal die Hand entgegen und fordert sie auf, sich „gemeinsam mit der Stadtverwaltung und weiten Teilen der Stadtgesellschaft an der Gestaltung für das bestmögliche Theater der Zukunft in Augsburg zu beteiligen“. Es gebe viele Möglichkeiten, miteinander an diesem Ziel zu arbeiten. „Vorausgesetzt, die starre Anti-Haltung hat ein Ende“, so Gribl.
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