Verdi fordert Entlastung im Pflegebereich

Der zuständige Fachbereich für das Gesundheits- und Sozialwesen bei Verdi Augsburg will in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die Entlastung
der Beschäftigten im Pflegebereich legen.



Die Arbeitsbelastung im sozialen Bereich sei dramatisch, so die Gewerkschaft Verdi. Besonders für Pflegekräfte sei die Situation in ihrem Arbeitsbereich oft unerträglich. Es gehe um die Gesundheit der Beschäftigten und um die Sicherheit der Patienten. Die Beschäftigten arbeiteten am Limit.

„Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem im Pflegebereich“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Stefan Jagel. „Deshalb setzen wir für 2016 den Schwerpunkt Entlastung. Mit betrieblichen und tariflichen Lösungen wollen wir eine echte Entlastung, besonders im Bereich der Pflege, hinbekommen.“

Bei den schwäbischen Krankenhäusern habe es laut Statistischem Landesamt alleine in den Jahren 2004 bis 2014 eine Fallzahlsteigerung um 18% und eine Verkürzung der Verweildauer der Patienten um 15 Prozent gegeben. Im selben Zeitraum sei es nur eine Steigerung um 14 Prozent des Pflegepersonals erfolgt. Allein auf Grundlage der Datenbasis sehe man, dass das Pflegepersonal nicht ausreichend mit der Patientenanzahl mitgewachsen ist. Nach der Befragung DGB Index Gute Arbeit, gäben inzwischen 74 Prozent der Pflegekräfte an, nicht bis zur Rente arbeiten zu können. „Einen Pflegestreik halte ich für machbar“, so Jagel abschließend.

In den kommenden drei Wochen will Verdi auf acht Veranstaltungen das Konzept mit den Mitgliedern diskutieren und mit ihnen gemeinsam Verabredungen und Planungen bis zum Sommer treffen. (pm)
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