Verlängerung der Linie 3: In 30 Minuten in den Süden

Eine gute halbe Stunde vom Königsplatz in die Königsbrunner Stadtmitte: Mit der Verlängerung der Linie 3 soll das bald im 15-Minuten-Takt möglich sein. (Foto: Archiv)
Vier Jahrzehnte dauerten die Diskussionen um die mögliche Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn. Im Dezember 2015 dann endlich ein erster Erfolg: Die politischen Spitzen in Stadt und Land einigten sich in einem Gespräch auf einen gemeinsamen und tragfähigen Kompromissvorschlag. Wenn am Donnerstag nun auch der Augsburger Stadtrat sein Okay gibt, kann es an die konkrete Entwurfsplanung gehen.
Eine gute halbe Stunde soll es künftig dauern, um mit der Linie 3 von der Haltestelle „Königsbrunn Zentrum“ bis zum Königsplatz zu gelangen. Vom frühen Morgen bis nach Mitternacht soll die Strecke überwiegend im 15-Minuten-Takt bedient werden. Damit ist ein deutlich dichterer Takt geplant als mit der Schnellbuslinie 740, die zugunsten der Trassenverlängerung dann entfallen soll.
Die Fahrgäste aus Königsbrunn sollen über die erweiterte Linie 3 neben dem Hauptbahnhof auch an andere wichtige Stationen wie die Universität, die Hochschule, weiterführende Schulen am Alten Postweg und die Haunstetter Straße besser angebunden sein. In der umgekehrten Fahrtrichtung würde „das Zentrum von Königsbrunn erreicht und damit die Weiterfahrt in das südliche Augsburger Umland ermöglicht“, so die Beschlussvorlage des Baureferates, über die der Augsburger Stadtrat am Donnerstag entscheiden soll. Insgesamt soll die Strecke um sechs barrierefreie Haltestellen verlängert werden.
Die Hoffnung, dass eine Erweiterung der Trasse irgendwann den Schnellbus ersetzen würde, hatte in Königsbrunn in den vergangenen Jahren Bestand: Seit mehreren Jahrzehnten wird gar die Fläche für die Trasse frei gehalten und auch der Omnibusbahnhof in Königsbrunn ist auf einen Umbau in eine Tramhaltestelle ausgelegt. Bislang war die rund 4,6 Kilometer lange Erweiterung der Trasse aber immer wieder an der Finanzierung gescheitert. Im Vordergrund standen dabei weniger die Baukosten als vielmehr die Betriebskosten für das Projekt.
Im vergangenen Dezember allerdings einigten sich der Königsbrunner Bürgermeister Franz Feigl, der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl, Landrat Martin Sailer und Stadtwerke-Chef Walter Casazza auf einen tragfähigen Kompromissvorschlag. Diesem zufolge beteiligen sich die Stadt Königsbrunn und der Landkreis Augsburg ab Baubeginn mit 950 000 Euro im Jahr, wobei die Stadt ein Drittel und der Kreis zwei Drittel übernimmt. Casazza schätzte im Dezember die Betriebskosten auf insgesamt 2,5 Millionen Euro. Er sei überzeugt, dass die Strecke mit dem Zuschussbeitrag und den Einnahmen aus dem Fahrgeld kostendeckend betrieben werden könne.
Die Baukosten liegen einer groben Schätzung nach bei rund 34 Millionen Euro. Bau, Betrieb und Planung sollen in den Händen der Stadtwerke liegen. Hinzu kommen im Stadtgebiet Augsburg Kosten für den Erwerb von etwa 23 Grundstücken. Ob diese Grunderwerbskosten von der Stadt Augsburg oder von den Stadtwerke getragen werden, bleibt noch zu klären.
Der Stadtrat in Königsbrunn sowie der Kreistag haben dem Projekt schon ihren Segen gegeben. Wenn nun auch der Augsburger Stadtrat die Verlängerung der Trasse abnickt, wird bei der Regierung von Schwaben ein sogenanntes Planungsfeststellungsverfahren beantragt, um die notwendige baurechtliche Genehmigung zu erhalten. Im Rahmen des Verfahrens sollen auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine landschaftspflegerische Begleitplanung erstellt werden. Ebenso umfasst das Verfahren die Anhörung von Behörden, die die Interessen behinderter Menschen vertreten.
Laut Beschlussvorlage des Baureferates sollen Behindertenverbände und -beiräte aber auch unabhängig davon bei der Planung zur Linie 3 miteinbezogen werden. Die Anlieger sollen ebenfalls „schon vorab umfassend eingebunden werden“.

Kristin Deibl
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