Verschärfte Umweltzone ab 1. Juni

Über den grün markierten Bereich erstreckt sich die Umweltzone. Ab 1. Juni dürfen nur noch Autos mit der grünen Plakette rein. Foto: Stadt Augsburg/Stadtvermessungsamt

Autofahrer, deren Gefährt schon einige Jahre auf der Motorhaube hat, müssen aufpassen: Ab 1. Juni verschärft die Stadt Augsburg die Umweltzone. Dann dürfen nur noch Fahrzeuge mit einer grünen Plakette in diesen Bereich einfahren.

Diesen dritten Schritt zur Umweltzone hat die Stadt lange vor sich hergeschoben. Ursprünglich sollten schon zum 1. Januar 2013 die gelben Plaketten ausgesperrt werden, doch durch die zahlreichen Umbaumaßnahmen im Stadtgebiet wurde dieser Termin immer wieder verschoben.

Im Januar schließlich fasste der Stadtrat endgültig den Beschluss, die dritte Phase einzuleiten, nur der genaue Termin stand noch nicht fest.

Zur Erinnerung: In einem ersten Schritt durften ab 1. Juli 2009 Autos ohne Plakette nicht mehr in die Umweltzone. Seit dem 1. Januar 2011 müssen auch die roten Plaketten draußen bleiben. Wann der dritte Schritt folgen sollte, war lange ungewiss, nun aber ist es amtlich: Sechs Wochen bleiben noch Zeit, um das Auto entsprechend nachzurüsten, damit die gelbe durch eine grüne Plakette ersetzt werden kann. Betroffen davon sind in der Region rund 26 000 Autos.

"Die Umweltzone ist ein Baustein in einer Reihe von Projekten, von denen sich Augsburg eine dauerhafte Minderung der Schadstoffe - insbesondere der Feinstaub-, aber auch der Stickstoffdioxidbelastung - verspricht." So formuliert es die Stadt auf ihrer Internetseite. Ein weiterer Baustein, der bei der Verbesserung der Luft in der Innenstadt helfen soll, ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der zudem durch ein neues Tarifsystem attraktiver gemacht werden soll. Hinzu kommt das Projekt Fahrradstadt 2020. Die Logik dahinter: Jede vermiedene Autofahrt, vermeidet Schadstoffe und verbessert so die Luftqualität.

Tatsächlich ist aber gerade der Nutzen des dritten Schrittes der Umweltzone, also das Verbot für gelbe Plaketten, stark bezweifelt worden.

"Aus unserer Sicht hat die Verschärfung der Umweltzone in erster Linie Schaufenstercharakter", erklärt dazu Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK). Die mit der Plakette verfolgte Reduzierung der Feinstaubmenge betrage, wie lediglich rechnerisch ermittelt wurde, nur maximal 1,3 Prozent. Bei der Menge der Stickoxide, für die die Plakette gar nicht ausgelegt sei, werde eine Verringerung um nur maximal 1,9 Prozent erwartet. Einig ist sich Saalfrank mit der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) und dem Handelsverband Bayern (HBE): "Gemäß dem Luftreinhalteplan der Stadt Augsburg muss als Voraussetzung einer Verschärfung jedoch die Verhältnismäßigkeit gegeben sein", erinnert der IHK-Mann.

Die Zahlen stammen aus einer Wirksamkeitsanalyse des bayerischen Landesamts für Umweltschutz (LfU), das seinen Sitz in Augsburg hat.

An der Entscheidung des Stadtrats ist wohl nicht mehr zu rütteln, so bleibt den Betroffenen - in der Mehrzahl sind es Nutzfahrzeuge - nur das kostenintensive Nachrüsten. Doch auch hier gibt es Hilfe: Noch bis zum 30. September fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Nachrüstung von Autos und leichten Nutzfahrzeugen mit einem Partikelfilter. "Dadurch verbessern Sie die Abgaswerte Ihrer Diesel-Pkw und leichten Nutzfahrzeuge und können so eine bessere Feinstaubplakette für Ihr Fahrzeug erhalten", rät die Handwerkskammer.

Für Falschfahrer kann es übrigens teuer werden: Wer sich nicht an die neuen Vorgaben der Umweltzone hält, muss mit einem Bußgeld über 80 Euro rechnen.
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