Wasser wird in Aystetten um 40 Prozent teurer

Der Wasserpreis in Aystetten steigt um einen Euro. Bürgermeister Peter Wendel und Geschäftsführer Jürgen Schantin rechnen mit einem Aufschrei der Bürger Anfang des nächsten Jahres, wenn die höheren Zahlungen anstehen. Wendel erklärte: „Wasser ist unser höchstes Gut, das sollte uns etwas wert sein“. (Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek)
Rückwirkend zum 1. Januar 2017 müssen die Aystetter Bürger höhere Wassergebühren bezahlen. Eigentlich kann eine Gebührenerhöhung nur in die Zukunft wirken, rückwirkend ist dies nur möglich, wenn der Beschluss noch im ersten Halbjahr gefasst wurde, erklärte Kämmerer Jürgen Schantin. „Deadline war somit der 30. Juni, eine sportliche Aufgabe, die wir gerade noch geschafft haben“. Geplant war, dass ab Januar 2017 auch in Aystetten, wie in zahlreichen Kommunen zuvor, die Wasser- und Abwassergebühren nach einem gesplitteten Verfahren berechnet werden. „Wer will schon gerne Gebühren erhöhen“, erklärte Bürgermeister Peter Wendel und dass die Neuregelung und Anpassung der Gebühren auch auf Druck der überörtlichen Rechnungsprüfung erfolge, die eine Unterdeckung festgestellt habe. Eine kostendeckende Einrichtungen dürfe aber weder eine Unterdeckung aufweisen, noch Gewinn erzielen.
Im Vorfeld hatte die Verwaltung der Gemeinde Aystetten umfangreiche Vorarbeiten zu leisten. So waren an die Bürger Erhebungsbögen zur Ermittlung der anfallenden Wasser- und Abwassermengen gesandt worden, auf deren Grundlage ein Fachbüro eine Kalkulation für die Jahre 2017 bis 2020 vorgenommen hat. Während drei Gemeinderäte diese Entscheidung nicht mittragen konnten, stimmte der Gemeinderat mehrheitlich den neuen Fassungen für die Beitrags- und Gebührensatzung zu. Dennoch waren sie über die überraschend hohe Steigerung von rund 40 Prozent höchst überrascht. Der Bürgermeister ist überzeugt, dass viele Gemeinden, was Wasser anbelangt, nachkalkulieren müssen.
Sollte der Nachholbedarf abgearbeitet sein, könnten eventuell ab 2020 wieder moderate Gebühren erhoben werden. Momentan allerdings zwingt die Situation zu diesen Maßnahmen. Die neue Wassergebühr beläuft sich auf 2,41 Euro ohne Umsatzsteuer pro Kubikmeter. Bisher war dafür 1,42 Euro fällig. Für das Schmutzwasser werden künftig statt wie bisher 2,41 Euro, 2,74 Euro berechnet sowie 0,48 Euro für das Niederschlagswasser. Den Aufschrei der Bevölkerung erwarten Bürgermeister Wendel und Kämmerer Jürgen Schantin im Januar/Februar nächsten Jahres, wenn der Ableser kommt und die höheren Zahlungen erfolgen müssen. „Wasser ist aber unser höchstes Gut, das sollte uns etwas wert sein“, so Wendel.

von Jutta Kaiser-Wiatrek
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