Wege aus der Kita-Misere: Stadträte stimmen für Neubau

Wegweisend? Die Stadträte stimmten für den Standort an der Schwimmschulstraße. (Foto: Janina Funk)

Reicht eine neue Einrichtung mit vier Gruppen aus, um den Kita-Mangel im Augsburger Zentrum in den Griff zu bekommen? Die Elterninitiative St.Anna, die seit drei Jahren für eine Tagesstätte im innerstädtischen Stadtjägerviertel kämpft, ist skeptisch. Die Augsburger Stadträte gaben sich im Ferienausschuss am Donnertstag optimistisch.

Alleine in der Innenstadt sind derzeit 90 Kinder ohne Betreuungsplatz gemeldet. Das Stadtjägerviertel ist seit der Schließung von St. Anna gar kita-freie Zone. Die lange Suche nach einem Ersatzstandort und die zahlreichen Rückschläge seien auch für die Stadt "ehrlich gesagt, schon zum Verzweifeln" gewesen, sagte Oberbürgermeister Kurt Gribl im Ausschuss. Dass nun ein Neubau in der Schwimmschulstraße möglich ist, sei Ergebnis langer Verhandlungen innerhalb der verschiedenen Referate der Stadt. Die Vorgaben der vielen beteiligten Referate abzugleichen, war "nicht ganz einfach", fasste Eva Hermanns, Chefin der städtischen Kindertagesstätten, zusammen.

Der Neubau soll nahe des Familienbads am Plärrer errichtet werden und aus zwei Kindergartengruppen und je einer Krippen- und einer Hortgruppe bestehen. Deutlich zu wenig, findet Marion Treiß von der Elterninitiative. Sie befürchtet, dass aufgrund der Nähe vor allem die Quartiere Rechts der Wertach und Oberhausen von der geplanten Einrichtung profitieren werden. Der Bau sei nicht als Ersatz für die sanierungsbedürftige Kita St. Johannes im südlichen Oberhausen gedacht, versicherte Gribl dazu im Ferienausschuss. "Wir schaffen hier keine Konkurrenz". Für St. Johannes werde weiter eine Lösung gesucht.

Verärgert zeigte sich der OB darüber, dass die Elterninitiative die Pläne vorab an die Öffentlichkeit weiter gegeben hatte. Er habe "diejenigen, die entscheiden müssen, die Stadträte, zuerst informieren wollen", erklärte er. Diese - in Gestalt der 14 Mitglieder des Ferienausschusses - überzeugten die Pläne. Einstimmig beauftragten sie die Verwaltung, eine Planung für die Kindertagesstätte in günstiger Modulbauweise auszuarbeiten. Die Einrichtung, für die rund 1,7 Millionen Euro veranschlagt sind, könnte bereits im September 2017 den Betrieb aufnehmen.

Die Frage nach dem Träger wurde im Ausschuss noch nicht abschließend beantwortet. Aber: "Wenn wir bauen, dann wollen wir auch Betreiber sein", so Eva Hermanns.
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