Weniger Läden, mehr Fläche: Der Augsburger Einzelhandel hält sich wacker

Um die Angebote in der Innenstadt sinnvoll zu gestalten gibt es in Augsburg das Einzelhandelsentwicklungskonzept. (Foto: Jasmin Leib)

Gibt es ausreichend Angebote an Baby- und Kinderartikeln? Welche Geschäfte passen in die Innenstadt, was fehlt in den Stadtteilen? Antworten liefert in Augsburg das Einzelhandelsentwicklungskonzept (EHK). Nun hat der Stadtrat dessen Fortschreibung beschlossen.

Das EHK dient der Stadt Augsburg als wichtige Entscheidungsgrundlage für die strategische Einzelhandelsentwicklung. "Für die Zukunft ist es für Augsburg als Oberzentrum von großer Bedeutung, sich im Städtewettbewerb als attraktiver Einzelhandelsstandort und vor dem Hintergrund eines zunehmenden Online-Handels weiter zu positionieren", erläutert Wirtschaftsreferentin Eva Weber.

Erst kürzlich hatte Wolfgang Puff, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands HBE Bezirk Schwaben, gegenüber der StadtZeitung die Härte des Konkurrenzkampfs betont: "Direkt um Augsburg liegen mit Stadtbergen, Königsbrunn, Friedberg und Neusäß Städte mit einem guten Angebot."

Der gesamtstädtische Einzelhandelsbesatz umfasst aktuell 1800 Betriebe auf einer Verkaufsfläche von 564 240 Quadratmeter, gibt die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt. Die Anzahl der Betriebe im Stadtgebiet habe zwar abgenommen, die Verkaufsfläche im Vergleich zu 2009 jedoch leicht zugenommen: in der Innenstadt um fünf und in den Stadtteilzentren sogar um neun Prozent. "Die gesamtstädtische Einzelhandelsentwicklung in Augsburg entspricht damit den wesentlichen Trends der übergeordneten Einzelhandelsentwicklung auf Bundesebene", erklärt Christian Hörmann, Büroleiter des beauftragten Gutachterbüros cima Beratung + Management GmbH die vorliegenden Ergebnisse.

Positiv wird aus Gutachtersicht die Entwicklung der Verkaufsfläche nach Standortlagen gesehen: "Vor allem die Zentren und integrierten Lagen verzeichnen einen Zuwachs von Verkaufsflächen. Dies ist nicht zuletzt auch auf eine konsequente Umsetzung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes zurückzuführen", ergänzt Hörmann.

Daran will die Stadt Augsburg nun anknüpfen und den Einkaufsstandort Augsburg weiter entwickeln. Im Blick hat sie dabei besonders die Stadtteil- und Nahversorgungszentren sowie die Innenstadt. Als wichtigen Baustein für die Umsetzung der Ziele sieht sie vor allem das Standort- und Sortimentskonzept. "Wir haben mit diesem Konzept ein wichtiges Instrument für die Einzelhandelsentwicklung in unserer Stadt an der Hand. Das Konzept ist ein wichtiger Orientierungsrahmen und Instrument der weiteren Bauleitplanung, liefert aber auch verlässliche Rahmenbedingungen sowie Planungs- und Investitionssicherheit für Einzelhandelsunternehmen, Immobilieneigentümer und Projektentwickler", betont Eva Weber die Bedeutung der aktualisierten Einzelhandelsstrategie.

Konsequent an
Vorgaben halten

Doch das beste Konzept taugt nichts, wenn es nicht eingehalten wird. Darum mahnt die Stadtratsfraktion der Grünen, "sich zukünftig auch konsequent an dessen Vorgaben zu halten". Kritisch wurde es nämlich in jüngster Vergangenheit, als sich der Sportartikelanbieter Decathlon in Lechhausen ansiedeln wollte - ein klarer Verstoß gegen das EHK. Doch lange sah es danach aus, als würde die Stadtregierung dem Anliegen Decathlons nachgeben. Erst nach langem Ringen und energischem Protest unter anderem auch von der IHK wurde Decathlon doch eine Absage erteilt.
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