Wie teuer wird die Theatersanierung wirklich? - Das sagt die Stadt zu den "Horrorzahlen"

Bleibt von der Sanierung weitestgehend verschont: die denkmalgeschützte Fassade des Großen Hauses des Augsburger Theaters am Kennedy-Platz. Foto: David Libossek

Der Architekt Achatz der Theatersanierung hat die Kostenrechnung von Freie-Wähler-Stadtrat Volker Schafitel entschieden zurückgewiesen. Seine Kritik reicht von "rein spekulativ" bis "völlig falsch". Auch Baureferent Gerd Merkle sieht keinen Anlass "für finanzielle Horrorszenarien".

Der derzeitige Kostenstand von 186,3 Millionen Euro für Sanierung und Neubau des Augsburger Theaters ist laut dem zuständigen Architekten Walter Achatz "seriös berechnet und wurde auf Basis gut vergleichbarer Sanierungsprojekte ermittelt". Die von Stadtrat Volker Schafitel (Freie Wähler), selbst Architekt, vergangene Woche in einer eigens einberufenen Pressekonferenz prognostizierte mögliche Kostenverdoppelung hingegen beruhe laut Achatz "auf unrichtigen Vergleichszahlen und nicht ausreichend spezifizierten Kostenangaben".

Theater-Architekt Walter Achatz entgegnete in einer Pressemitteilung der Stadt weiter, Schafitels Ausführungen beruhten "auf unrichtigen Vergleichszahlen und nicht ausreichend spezifizierten Kostenangaben", dessen Kosten-Hochrechnungen bezeichnet er als "rein spekulativ". In einer Stellungnahme gegenüber der Stadt zeige Achatz der Mitteilung zufolge auf, dass für die Sanierung des Großen Hauses "bereits eine detaillierte Kostenberechnung" vorliege.

Für den Neubau des Schauspielhauses, Werkstatt- und Verwaltungsflächen sei bereits ein Kostenrahmen ermittelt. Die von Stadtrat Schafitel verwendeten Kostenkennwerte für Bruttogeschossflächen und Rauminhalte seien "zum Teil völlig falsch, der Begriff einer ,Kostenschätzung' unrichtig", poltert Achatz. Eine Indizierung über das Haushaltsjahr 2017 hinaus sei zudem haushaltsrechtlich nicht zulässig.

Laut Architekt Achatz sehe der verbliebene Kostenpuffer noch rund vier Millionen Euro vor. Die Stadt ergänzt: "Das von der Stadt beauftragte externe Projektcontrolling wird frühzeitig auf etwaige Kostensteigerungen hinweisen und entsprechende Steuerungsmöglichkeiten aufzeichnen." Qualitative und quantitative Einsparungen am Neubau seien dann möglich. Es gibt, so Baureferent Gerd Merkle, "derzeit überhaupt keinen Anlass für solche finanziellen Horrorszenarien".

In einer vergleichenden Kostenprognose hatte Schafitel vorige Woche erörtert, dass er bei der Theatersanierung mit einer Kostensteigerung bis zu einer Endsumme jenseits der 300-Millionen-Euro-Marke rechne. Dies machte er an den Beispielen anderer Großprojekte im Kulturbereich wie dem Theater Unter den Linden in Berlin oder den Bühnen Frankfurt fest.

(Von David Libossek)
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