"Wir wollen die AfD nicht in Augsburg haben"

Protest gegen die AfD: Bereits vor rund zwei Jahren versammelten sich mehrere tausend Augsburger anlässlich Frauke Petrys Besuch in der Fuggerstadt. Unter dem Motto "Wir sind Friedensstadt" stellten sie sich gemeinsam gegen die AfD. Foto: Markus Höck

Mehrere Tausend Augsburger versammelten sich im Februar 2016 auf dem Rathausplatz, um ein Zeichen gegen den Auftritt der AfD-Politikerin Frauke Petry im Rathaus zu setzen. Nun steht erneut eine Veranstaltung der rechtspopulistischen Gruppierung in der Fuggerstadt an: Die AfD will Ende Juni ihren Bundesparteitag auf dem Messegelände ausrichten.

Die Partei habe eine entsprechende Anfrage mit konkretem Terminwunsch gestellt, bestätigt Oliver Griesz, Leiter Marketing und Kommunikation der Messe. Eine finale Abstimmung stehe noch aus und bislang sei kein Vertrag abgeschlossen worden. Es gebe aber freie Flächen, die zur Verfügung gestellt werden könnten, erklärt Griesz.

Die Augsburger Messe ist bei Parteien beliebt. 2006 kam die CSU zu ihrem Bundesparteitag auf dem Messegelände zusammen, 2013 fand der Parteitag der SPD ebenfalls in der Messe statt.

Dass nun auch die AfD ihren Parteitag in Bayern ausrichten möchte, hängt wohl mit der kommenden Landtagswahl im Oktober zusammen. Bereits im Vorjahr gab es eine Anfrage der Partei für das Messezentrum, letztendlich fand der Bundesparteitag im Dezember 2017, auf dem Alexander Gauland und Jörg Meuthen zu Parteivorsitzenden gewählt wurden, dann aber doch in Hannover statt. 6000 Menschen demonstrierten dort gegen die Veranstaltung und zogen in einem Protestmarsch durch die Stadt.

Das Bündnis für Menschenwürde Augsburg, das vor rund zwei Jahren bereits die Mahnwache gegen Petrys Auftritt auf dem Neujahrsempfang der Augsburger AfD organisiert hatte, will sich wohl ebenfalls wieder mit einer Demonstration gegen Rechts positionieren. "Wir wollen die AfD in Augsburg nicht haben", macht Hüseyin Yalcin, Vorstandsmitglied des Bündnisses, deutlich. Noch im Laufe des Freitagabend will der Vorstand über das weitere Vorgehen entscheiden. Auch Linken-Bezirksrat Frederik Hintermayr ruft zum "gemeinsamen, starken Protest" auf, der "verhindert, dass sich die AfD mit ihrem Parteitag in Augsburg breit macht". Die Stadt sei bunt und weltoffen, da habe das "rassistische Gedankengut der AfD keinen Platz", so Hintermayr.

Der Messe-Betreiber umgeht hingegen eine inhaltliche Auseinandersetzung. "Wir nehmen keine politische Bewertung vor und es gab bereits derartige Veranstaltungen anderer Parteien im Messezentrum", erklärt Griesz.

Dass die AfD aber nicht wie jede andere Partei ist, zeigen auch die Proteste. Vor allem in Augsburg hat man seit Petrys Besuch Erfahrung mit Veranstaltungen der rechtspopulistischen Gruppierung. „Wir sind Friedensstadt“ lautete damals das Motto, unter dem 3500 Augsburger sich vor dem Rathaus geschlossen gegen die AfD stellten und mit Redebeiträgen friedlich aber deutlich ihre Meinung zum Ausdruck brachten.
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J R aus Gersthofen | 18.01.2018 | 10:20  
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