Wohnungen für die Fuggerstadt

Vier Bauträger aus der Fuggerstadt und der Region wollen gemeinsam Werbung machen für Augsburg. Dazu haben sie sich nun im Augsburger Forum für Wohnungsbau zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Mehr Kapitalanleger von außerhalb für den regionalen Immobilienmarkt gewinnen.


In München sind die Immobilienpreise in schwindelerregende Höhen geklettert, 8000 Euro für den Quadratmeter keine Seltenheit mehr. Davon könnte die Fuggerstadt profitieren. Nur: Überregional weiß kaum jemand von der attraktiven Alternative zur bayerischen Landeshauptstadt.

Das will das Augsburger Forum für Wohnungsbau ändern. Die Kooperation der ASSET Grundbesitz- und Vermögensverwaltung, der M. Dumberger Bauunternehmung, der Lichtblau GmbH und der tfm Wohnbau setzt ihre Hoffnung in eine groß angelegte Marketingkampagne. Die Koordination übernimmt Michael Thiede von der Real Estate Solution GmbH. „Augsburg schläft den Dornröschenschlaf“, erklärt Thiede. Er und das Forum wollen die Stadt wachküssen.

Tatsächlich ist Augsburg derzeit für Investoren nur schwer zugänglich. Noch gebe es beispielsweise keinen Mietspiegel, keine Marktberichte wie Thiede ausführt. Das soll sich nun ändern. „Wir wollen den Augsburger Immobilienmarkt transparenter machen“, sagt Thiede. Die Kennzahlen seien gerade für die bundesweite Werbung professioneller Investoren wichtig.

Dabei ist die Ausgangslage für Augsburg laut Thiede besser denn je: Mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, allem voran der jetzt dreispurigen A 8, mit einer hohen Wirtschaftskraft durch einen gesunden Mittelstand und die international agierenden Industrieunternehmen und durch einen hohen Freizeitwert biete die Fuggerstadt ideale Rahmenbedingungen. Zudem sorgt das vorhergesagte Bevölkerungswachstum für einen entsprechenden Wohnungsbedarf. „Bis 2025 werden zusätzlich 40 000 Wohnungen benötigt“, sagt Thiede. Und was noch entscheidender ist: Augsburg hat genügend Platz, um dieser Nachfrage auch zu begegnen.

Insbesondere die Konversionsflächen aus den ehemaligen US-Kasernen bieten den Bauträgern ausreichend Möglichkeiten, auf die Ansprüche der Investoren einzugehen. Allein auf dem Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne sind die Mitglieder des Forums mit 400 Wohneinheiten beteiligt.

Die Vorteile insbesondere im Vergleich zur bayerischen Landeshauptstadt liegen auf der Hand. „In Metropolen wie München finden die Investoren kaum mehr rentable Objekte“, erklärt Thiede. In München etwa habe sich der Markt überhitzt. „Von Blase möchte ich nicht sprechen“, stellt Thiede mit Blick auf die astronomischen Quadratmeterpreise fest.

Die Renditen für Anleger in München halten sich in der Konsequenz in deutlichen Grenzen. Matthias Maresch von der tfm Wohnbau spricht von teilweise unter zwei Prozent – für professionelle Anleger ein K.o.-Kriterium. Maresch hofft mit den übrigen Forumsmitgliedern, die von den Münchner Verhältnissen abgeschreckten Großanleger für Augsburg zu begeistern. Gezielt sollen deshalb Roadshows Steuerkanzleien, Family Offices, Vermögens- und Fondsverwaltungen auf die Fuggerstadt als Immobilienstandort aufmerksam machen. Begleitend sind konventionelle Marketingmaßnahmen geplant wie Plakate und Anzeigen. Für ein Unternehmen allein wäre der Aufwand für eine solche Kampagne zu groß, verrät Maresch auch den entscheidenden Grund für den Zusammenschluss.

In Augsburg selbst bleiben die vier Forumsmitglieder übrigens im gesunden Wettbewerb. Mittel- und langfristig wollen sie nicht ausschließen, dass noch weitere Bauträger ins Forum aufgenommen werden. Das ist auch abhängig vom Erfolg. „Vielleicht ist man bald in München froh über die dreispurige Autobahnanbindung nach Augsburg“, wie Michael Dumberger nicht ganz ernsthaft seine Zukunftsvision formulierte.
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