WSA: Wofür, wogegen, wohin?

Der einstimmig gewählte Vereinsvorstand von WSA: Zeljka Katic (Schriftführerin), Anna Tabak (Vorsitzende, vorne von links), Thomas Milasevic (Schriftführer), Peter Grab (Vorsitzender) und Helmut Bauer (Schatzmeister, hinten von links). Foto: pm

Wir sind Augsburg ist gegründet. Jetzt muss das Bündnis um Peter Grab und Anna Tabak Stellung beziehen. Und zwar nicht nur vor den Kameras, sondern politisch. Denn von Themen war bisher nichts zu hören. Ein Kommentar.

Pro Augsburg stellt zwar noch zwei Stadträte, doch ist jetzt politisch bedeutungslos. Der Verein, der sich als Alternative zu den renommierten Parteien sah und 2008 mit sechs Vertretern in den Stadtrat einzog hat sich in den vergangenen Jahren selbst erledigt. Unschöner letzter Akt war der als freiwilliger Austritt verkleidete Rauswurf Grabs aus Pro Augsburg. Viele hielten Grab zu diesem Zeitpunkt für "politisch tot".

Doch Grab, das ehemalige Zugpferd von Pro Augsburg, hat sich nun eine neue politische Heimat bei "Wir sind Augsburg" geschaffen. Politisch? In den vergangenen Wochen, der WSA-Gründungszeit, fiel Grab nicht dadurch auf, dass er sich der Kommunalpolitik gewidmet hätte. Ebenso wie seine Mitstreiterin Anna Tabak suchte er so oft wie möglich den Platz vor der Kamera, um sich in die Medien zu bringen und in den sozialen Netzwerken zu vermarkten. Grab und Tabak buhlten um Aufmerksamkeit und warben für WSA - das ist legitim.

Jetzt, so Grab, wolle er mit Tabak "und den vielen hoch motivierten Mitgliedern eine echte Alternative zur bestehenden Parteienlandschaft in Augsburg schaffen!". So wie einst mit Pro Augsburg.

Damit das neue Bündnis nicht in der politischen Bedeutungslosigkeit verharrt, muss es Stellung beziehen. Grab und Tabak sollten schnellstmöglich transparent machen, wo WSA politisch einzuordnen ist und sich mehr den Sachthemen zuwenden. Kämpfen sie für mehr Kindergärten, die Sanierung der Schulen? Ist WSA für die Fusion der Stadtwerke mit Erdgas Schwaben oder dagegen? Was halten sie von den Plänen zur Linie 5? Davon ist nichts zu hören.

Nach dem Scheitern der Bürgerpartei Pro Augsburg wird es für WSA schwierig genug werden, sich als ernst zu nehmende "Alternative zur bestehenden Parteienlandschaft" zu etablieren.

Und ganz einfach darf es sich WSA auch nicht machen. "Alles, was die Stadt macht, ist Mist" genügt nicht als politischer Leitsatz. Ohnehin ist diese Nische bereits von Freie Wähler-Stadtrat Volker Schafitel besetzt.
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