Zerstrittene Augsburger CSU kommt nicht zur Ruhe

Kreisverband kritisiert Bezirksvorsitzenden Hintersberger und fordert ein persönliches Gespräch

Altgediente CSU-Mitglieder sind enttäuscht von Johannes Hintersberger, sie hatten gehofft, er würde für Frieden bei der Augsburger CSU sorgen. Das hatte Hintersberger zum Amtsantritt vor einem halben Jahr versprochen.

„Wir bedauern es, dass der CSU-Bezirksvorsitzende, Herr Johannes Hintersberger, sich weder gegenüber Herrn Malaczek, noch gegenüber der Jungen Union Augsburg sowie der allgemeinen Öffentlichkeit persönlich zu Wort meldet, sondern stattdessen seine Stellvertreter vorschickt“, heißt es in einer Pressemitteilung des JU-Kreisverbands Ost. „Wir unterstützen die Ansicht unseres JU-Bezirksvorsitzenden, dass die Zusammenarbeit zwischen der Jungen Union Augsburg und der CSU Augsburg ausbaufähig ist und durchaus verbessert werden kann.“ Auch der Kreisverband Ost erwartet offenbar von Hintersberger, dass er sich zu den Eskapaden des Stadtrats Tobias Schley klar positioniere.

Ferner fordern die Vertreter des JU-Kreisverbands Ost, „dass Herr Hintersberger mit Herrn Malaczek das persönliche Gespräch sucht, um die offenen Fragen direkt zu klären, anstatt weiterhin seine Stellvertreter mit Behauptungen, die offensichtlich nicht den Tatsachen entsprechen, vorzuschieben“.

Der aktuelle Streit zwischen Malaczek und Hintersberger hat sich an der Person Tobias Schley entzündet. Schley, Kreisvorsitzender von Augsburg-West, ist als CSU-Politiker sehr umstritten. Er war in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen, unter anderem wurde ihm vorgeworfen, er sei gegen eine Kellnerin in einem Bierzelt tätlich geworden. Derzeit wird gegen ihn ermittelt. Er soll in ein Handgemenge vor einer Augsburger Diskothek verwickelt sein. Schley lässt aufgrund dieser Ermittlungen sein Amt ruhen. JU-Chef Maleczek hatte Hintersberger aufgefordert, sich endlich klar zur Person Tobias Schley zu positionieren. Einige altgediente CSU-Mitglieder sind sehr enttäuscht, dass in der Partei wieder gestritten wird. Sie hatten sich von Johannes Hintersberger erwartet, er werde für Frieden in den eigenen Reihen sorgen. Das hatte Hintersberger versprochen, als er vor einem halben Jahr den Bezirksvorsitz übernahm. Manche der CSU-Mitgleider wollen sich nicht mehr zurückhalten, sie kritisieren ihre Partei jetzt öffentlich. Darunter auch Heinrich Bachmann, der Vorsitzende der Seniorenunion. Er fordert die Parteispitze auf, jetzt endlich zu handeln. Ihn ärgert, dass er intern nicht gehört werde, deshalb wählt er jetzt den Weg an die Öffentlichkeit.
Unverhofft hat sich nun die Jugendorganisation der FDP in die Diskussion eingeschaltet. Schley biete ein „schlechtes gesellschaftliches Vorbild“ kritisieren die Jungen Liberalen Augsburg.

Der CSU-Stadtrat habe in den vergangenen Monaten vor allem durch diskriminierende Äußerungen gegenüber seinen Parteikollegen, zweier Stadträtinnen sowie einem ortsansässigen Gastwirt auf sich aufmerksam gemacht, werfen ihm die Liberalen vor. „Schley fügt der Kommunalpolitik in Augsburg erheblichen Schaden zu“, betont der Vorsitzende der Jungen Liberalen Augsburg, Max Kummer.
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