4:2-Derbysieg: AEV überrollt Ingolstadt

Ingolstadts Goalie Pielmeier - hier beim Spiel in Augsburg - musste viermal den Puck aus dem Netz holen.
 
Auch zuhause schoss der AEV vier Tore - hier fällt gerade das vierte - gegen Ingolstadt. In Oberbayern hielt man zusätzlich hinten dicht.

Angeschlagen fuhr der AEV nach Oberbayern: Stürmer Mike Davies war krank, Verteidiger Scott Valentine verletzt, Goalie Jonathan Boutin wurde immer noch von Back-up Ben Meisner vertreten und eine Grippewelle schwächte weitere Spieler. Davon sah man im Spiel nichts, der AEV zeigte ein hervorragendes Auswärtsspiel, besiegte den ERCI mit 4:2 und überholte ihn auch in der Tabelle.



Trotz der Ausfälle schickte Coach Stewart quasi ein komplettes Team ins Spiel, aber er musste natürlich umstellen. So fand sich Adrian Grygiel anstelle von Mike Davies u.a. in der zweiten Powerplay-Formation wieder und Matt MacKay sowie Hans Detsch fanden sich wieder im Kader. Die sechs Verteidiger mussten Valentines Eiszeit mitschultern, und dass Meisner Boutin hervorragend vertreten kann bewies er bei den siegreichen letzten Spielen - zuhilfe kam ihm die hervorragend eingestellte Mannschaft. Der AEV spielte meist nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" und hielt so die gefährlichen Ingolstädter Stürmer weitgehend von guten Möglichkeiten fern.

Schon in der ersten Minute zahlt sich das aggressive Forechecking aus: Trevor Parkes erobert den Puck an der Bande, ein schneller Schuss vors Tor wo Thomas Holzmann schon wartet und unhaltbar abfälscht. Ganz vom Toreschießen abgehalten werden konnte der ERCI natürlich nicht, in der fünften Minute kann Meisner einen Schuss von Boyce nur prallen lassen und der frei stehende Friesen kann sich die Ecke aussuchen. Der AEV reagierte cool, blieb seiner Linie treu: Früh stören, kontrollierte Offensive, und so den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lassen. Selbst in Überzahl gelangen den Schanzern nur wenige Schüsse, und oft saßen die disziplinierten Augsburger nicht auf der Strafbank.

Effektives Powerplay, starkes Penaltykilling

Zu Beginn des Mitteldrittels durfte dann der AEV im Powerplay ran, kurz hintereinander mussten Buchwieser und Thomas Pielmeier raus - und gegen drei Gegenspieler fackelte man nicht lange: Ein Schuss von Lamb kommt von der Bande zurück vors Tor, Trupp scheitert an Timo Pielmeier, aber gegen Cundaris Lupfer ist er machtlos - 2:1 nach 23 Minuten. Wie gut der AEV spielte bewies unter anderem die Torschussstatistik: doppelt so viele Schüsse waren abgegeben worden bis zur zweiten Pause, die knappe Führung war schmeichelhaft für den ERC Ingolstadt.

Das wollten die Schanzer im Schlussabschnitt ändern, los ging es mit einem Pfostentreffer durch Köppchen, gefolgt von einem Powerplay - aber bis auf einem Schuss aus kurzer Distanz von McNeill hat Meisner auch jetzt wenig zu tun - die vier Augsburger stehen defensiv gut, blocken und lassen kaum Kreatives zu.

Wie man erfolgreich Überzahl spielt zeigt kurz darauf der AEV: Bullygewinn, eine tolle Passkombination und schon nach sieben Sekunden zappelt der Puck im Netz, Parkes hatte einen Pass von Ben Hanowski direkt verwertet. Und Augsburg legte gleich nach: Jaroslav Hafenrichter schickt mit einem Pass übers ganze Feld David Stieler auf die Reise, der wird zwar von Köppchen gestört, überwindet Pielmeier aber trotzdem - nach 47 Minuten war das Derby mit dem 4:1 quasi entschieden.

Das Mantra der oberbayerischen Fans vom siebten Mann und dem Tor, das die blauweißen Jungs schießen sollten wurde leiser und leiser, auf der anderen Seite belachte man das "Debbale" Köppchen und den nervösen Timo im Schanzer Tor - und feierte den AEV. Der zweite Ingolstädter Treffer durch Irmen fand kaum noch Beachtung seitens der ERCI-Fans, 23 Sekunden vor Spielende wusste jeder, dass dieses Tor nur statistischen Wert hatte.

"Hühnchen rupfen": Am Freitag kommt Iserlohn

Ingolstadts Kapitän Köppchen lobte nach dem Spiel den starken AEV: "So wie wir gespielt haben gewinnst du gegen keinen in der Liga. Und schon gar nicht gegen Augsburg." Mit diesem sechsten Sieg im siebten Spiel startet der AEV weiter durch. Ingolstadt wurde in der Tabelle überholt, Augsburg steht jetzt verdient auf Platz sechs.

Am Freitag kommt Iserlohn nach Augsburg, mit den Roosters hat der AEV noch ein Hühnchen zu rupfen, verlor man im Sauerland doch trotz starken Spiels in der Schlussphase.
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