5:4 gegen Iserlohn: Dieser Sieg schmeckt bitter

War nach den Ausfällen gefühlt ständig auf dem Eis: Brady Lamb. Nach einer rustikalen Attacke hinterm Tor verlor er seinen Helm und musste ausnahmsweise zurück auf die Spielerbank.
 
Von rechts: Trevor Parkes und Adrian Grygiel bejubeln Ben Hanowskis zweiten Treffer.

Die Siegesserie auf fünf in Folge ausgeweitet, Platz fünf in der Tabelle erreicht – es hätte so schön sein können im Curt-Frenzel-Stadion, mit glücklichen Fans und feiernden Siegern. Drei Verletzungen im Spiel gegen Iserlohn trübten das Glück, den verbliebenen sechzehn Spielern sah man bei der kurzen Ehrenrunde die Strapazen der zweiten Hälfte an. Aber die zehn Stürmer und fünf Verteidiger fighteten bis zur Schlusssirene und behielten die drei Punkte zuhause.


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Die große Ben-Hanowski-Show

Zwar war Torhüter Jonathan Boutin wieder einsatzbereit und saß erstmals nach seiner Verletzung vom Nürnberg-Spiel wieder auf der Ersatzbank, Mike Davies und Scott Valentine fehlten wie beim Sieg in Ingolstadt. Zum Lazarett gesellte sich nach seinem ersten Wechsel Evan Trupp, der ausgerutscht und in die Bande gestürzt war.
Weil auch die Stadionuhr nicht funktionierte begann das Spiel quasi ohne Augsburg, das sich sich erst neu ordnen musste und bald im Hintertreffen sah – Pikkarainen hatte von der Blauen Linie getroffen. Davon wurde der AEV geweckt und begann ein Drittel, aus dem er mit einer höheren als der 4:2-Führung hätte gehen müssen. Die Abwehr der Roosters agierte wie ein sprichwörtlicher Hühnerhaufen, der AEV konnte passen und kombinieren und letztlich auch treffen nach Belieben. Erst tanzte sich Drew LeBlanc vors Tor und erzielte den Ausgleich (4. Minute), Jaroslav Hafenrichter legte nach einer langen Druckphase mit seinem ersten DEL-Treffer nach (13. Minute) und dann gab es die große Ben-Hanowski-Show: Erst ein harter Schuss aus der Halbdistanz (14. Minute), dann ein Powerplay-Tor für die Jahresrückschau. Mit einer Drehung steht er vor Iserlohns Goalie Pickard und lupft den Puck ins Netz – das 4:2 in der 18. Minute, zwei Minuten zuvor war aus dem Nichts das zweite Tor für die Sauerländer gefallen.

Die schlimmste Szene dann zehn Sekunden vor Drittelende: Jones checkte Arvids Rekis brutal mit dem Kopf voraus in die Bande.

Fünf Tore und drei Verletzte

Dafür musste der Augsburger Verteidiger ins Krankenhaus und der Iserlohner zum Duschen. Die fünf Minuten Überzahl für den AEV brachten den nächsten Verletzten, Adrian Grygiel musste nach einer harmlos aussehenden Szene, dem Abfangen eines Pucks mit der Hand, per Trage vom Eis gebracht werden. Gut, dass die schwäbische Tormaschine noch nicht ins Stocken kam, bei doppelter Überzahl erzielte TJ Trevelyan das fünfte Tor für Augsburg – ein wichtiges, wie sich noch herausstellen sollte.

Denn jetzt war Trainer Stewart gezwungen jede Reihe, jede Über- und Unterzahlformation umstellen, mussten viele Spieler wie LeBlanc und Lamb Doppelschichten fahren – und die Iserlohner bekamen langsam Oberwasser. Der Augsburger Rumpfkader hielt toll dagegen, auch wenn die Fehler in der Zuordnung sich häuften. Und in der 38. Minute langte auch Goalie Meisner daneben, warf einen Verlegenheitsschuss von Pikkarainen ins eigene Tor.

Dramatische Schlussphase

Der Schlussabschnitt wurde dramatisch: Iserlohn drängt auf den Ausgleich, wird gegen die von den Verletzungen sichtlich geschockten und angeschlagenen Augsburger immer stärker. Doch auch in Unterzahl lassen die wenig zu, spielen jetzt nicht mehr so laufintensiv wie sonst. Gut, dass so der Anschlusstreffer auf sich warten lässt, aber vier Minuten vor Spielende schafft es Rallo doch noch den Puck hinter Meisner zu versenken. Der AEV befindet sich jetzt fast ausschließlich zurückgedrängt ins eigene Drittel, Iserlohn packt die Brechstange aus, zieht den Goalie, aber jetzt ist Meisner wieder auf der Höhe und wird mehrmals zum Matchwinner gegen sechs angreifende Sauerländer – einen letzten Schuss stoppt er 3,4 Sekunden vor der Sirene.

Das Team ist fast zu groggy um den Sieg zu feiern, das letzte Aufgebot fährt nur kurz vor die Kurve, klatscht die Kinder auf den Spielerbänken ab und versucht bis zum Sonntag zu regenerieren. Da steht das nächste Spiel in Mannheim an. Wenn dort die Siegesserie – jetzt sieben Siege aus acht Spielen – nicht reißt winkt vielleicht sogar Platz 4.

Ohne sechs wird das schwer. Denn auch Mark Cundari verletzte sich gegen Iserlohn, er spielte angesichts der Personalnot weiter, fehlt jedoch in Mannheim. Aufgefüllt wird der Rumpfkader mit Hans Detsch und Simon Sezemsky, die sonst beim Kooperationspartner Ravensburg spielen.
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