725 Kilometer auf dem Rad

Die Rundfahrt der Gersthofer "Alpinradler" führte eine Woche durch italienische Berge, vorbei an vielen Schauplätzen und Monumenten des Ersten Weltkriegs.

Für die "Alpinradler" hat es bereits Tradition, in jedem Jahr eine anspruchsvolle Rundfahrt zu organisieren. Diesmal ging die Tour durch die Bergwelt des Trentino und Venetiens. Die zehn Sportler radelten vorbei an vielen Schauplätzen und Monumenten des Ersten Weltkriegs, den die dortige Bevölkerung den "Grande Guerra" nennt. Der Ausflug in die italienischen Berge umfasste eine Fahrtlänge von 725 Kilometern. Dabei mussten rund 13 500 Höhenmeter bewältigt werden. Tourleiter Johann Schmid bezeichnete die Rundfahrt als "sehr anspruchsvoll". Doch es sei alles planmäßig, ohne Sturz oder sonstige Pannen abgelaufen, freute er sich.

Zehn "Alpinradler" hatten sich heuer auf den Weg gemacht. Neben dem sportlichen Bereich standen bei der Tour einmal mehr kulturelle und kulinarische Aspekte im Vordergrund. Ganz im Stil der großen Vorbilder fuhren sie täglich wechselnde Quartiere an. Unterstützt wurden sie durch Werner Henni. Er sorgte im Begleitfahrzeug für den Transport des Gepäcks und unterwegs für die Versorgung mit Getränken und Verpflegung. Darüber hinaus sei er ein "unglaublich gutes Gefühl der Sicherheit" und zuweilen auch "moralische Stütze", verdeutlichte Johann Schmid.

Gleich die erste Etappe beinhaltete ein optisches Schmankerl. Es ging hinauf zum traumhaft unter dem Felsmassiv der Brentagruppe gelegenen Molvenosee, danach weiter ins Sarcatal, unweit des Gardasees.

Zwei große Herausforderungen mussten die "Alpinradler" am zweiten Tourtag meistern. Auf dem Programm standen der Monte Bondone und der Fugazzepass. Dabei mussten die Sportler einen Anstieg von rund 25 Kilometer und 1500 Höhenmeter bewältigen. Dafür gab es aber eine Belohnung der besonderen Art: einen faszinierenden Blick bis zum Gardasee und auf der Passhöhe bis in die Dolomiten.

Doch damit war nur der erste Tagesabschnitt geschafft. "Nach einer kehrenreichen, 19 Kilometer langen Abfahrt nach Trient startete der 26 Kilometer lange Anstieg zum Fugazzepass", erinnerte sich Johann Schmid. Sein Fazit: "Kräfte zehrend." Mit einer Distanz von 122 Kilometern und 2 750 Höhenmetern sei dies bereits die "Königsetappe" der Tour gewesen, resümierte er.

Vom Pasubiogebiet - dort wurde im Ersten Weltkrieg erbittert gekämpft - ging es mit nicht weniger als sechs langen Anstiegen nach Asiago. Auf der Hochebene mahnte ein Triumphbogen an Kriegsschrecken und Tote.

Das Ziel des nächsten Tags war vielversprechend. "Es lag mitten in den Weinbergen des Hügellands um Valdobbiadene, der Heimat des Prosecco", so der Tourleiter. Doch vor diesen Genüssen mussten die "Alpinradler" einen Anstieg von
26 Kilometern und 1600 Höhenmetern bewältigen.

Gefahr durch Kühe


Die Sportler mussten ihr Augenmerk nicht nur auf die Bodenbeschaffenheit der Strecke richten. "Ständig war damit zu rechnen, dass plötzlich eine Kuh mitten auf der Fahrbahn steht", berichtete Johann Schmid. Und so sei der Klang von Kuhglocken ein ständiger Begleiter gewesen.

Die darauf folgende Etappe nannten die "Alpinradler" augenzwinkernd den "Ruhetag". Das hieß: Es wurden "nur" 80 Kilometer zurückgelegt und dabei einige kulturelle Juwelen wie die Villa von Palladio in Maser und der Tempel von Canova in Possagno besichtigt.

Auf den letzten beiden Etappen standen wieder sehr lange Anstiege bevor. Doch auch die meisterten die "Alpinradler" bravourös. Das Finale sei dann Genuss pur gewesen, wertete der Tourleiter: " Eine 70 Kilometer lange Abfahrt vom Rollepass durch das Fleims- und Cembratal zurück in die Obst- und Weingärten des Trentino und Südtirols."

Das Erfolgsgeheimnis einer so anspruchsvollen Tour? "Gegenseitige Rücksichtnahme", so die "Alpinradler" unisono. Sie sei bei Projekten wie diesen unerlässlich. Und: "Teaminteresse geht immer vor Einzelinteresse."

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.alpinradler.de.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.