AEV: 8:1-Klatsche in Wolfsburg

Nachdem 1:8-Debakel in Wolfsburg ist die Luft noch nicht ganz raus - falls aber am Mittwoch gegen Straubing verloren wird, dann sind die Augsburger Playoff-Träume endgültig geplatzt. Denn Mannheim, Köln und Freitagsgegner Ingolstadt konnten sich heute absetzen, der letzte Playoff-Platz wird zwischen Straubing, Hamburg und dem AEV ausgespielt.
 
Shakespeare über Puck, den fiesen Kobold, der macht was er will. Viel zu oft springt er ins AEV-Tor, viel zu selten landet er im gegnerischen Netz.

Zwei Drittel des Hamburg-Spiels waren gespielt, und es sah nicht gut aus für den AEV: Man lag mit 1:2 hinten und Hamburg war die spielbestimmende Mannschaft. Einzig Ben Meisner hielt - trotz seines Slapstick-Lapsus zum 1:2 - die Panther im Spiel. Doch der Ausgleich durch Kapitän Tölzer löste die Verkrampfung, und nach diversen Strafzeiten brachen die Nordseedämme und Hamburg meldete Land unter. Am Sonntag beim anderen norddeutschen Team Wolfsburg war für den AEV nichts zu holen: Das 8:1 (2:0, 2:1, 4:0) für die Grizzlys war die höchste Saison-Niederlage für Augsburg - und die vielen Gegentore wirken jetzt wie ein weiterer Minuspunkt im Kampf um die Playoffs.



Durch die Verletzung von TJ Trevelyan im letzten Drittel des Freezers-Spiels am Freitag rotierte Evan Oberg zurück in den Kader, ansonsten blieb das siegreiche Freitags-Team unverändert: Ben Meisner stand im Tor, Jeff Deslauriers saß als Back-up auf der Bank.

Effektive Wolfsburger profitieren von Augsburger Fehlern

Mit vorsichtigem Forechecking ließ Mike Stewart sein Team ins Spiel starten, und Felix Brückmann im Grizzly-Tor war zunächst bis auf einen Tölzer-Schuss wenig beschäftigt. Auch Wolfsburg wurde gut vom AEV-Tor abgehalten - bis zu einem Konter bei einem schlechten Wechsel, als Höhenleitner allein auf Meisner zulaufen durfte und nach sechs Minuten das 1:0 erzielte. Augsburg reagierte nicht geschockt, sondern versuchte schnell wieder auszugleichen, doch MacKay und Ciernik scheiterten an Brückmann.

Nächster Schock nach elf Minuten: Tyler Haskins verwandelte nach einer ungenügenden Befreiungsaktion durch Brady Lamb eiskalt zum 2:0. Der EHC war effektiv, hatte aus nur drei guten Aktionen zwei Tore erzielt. Und mit dem Momentum auf ihrer Seite drückten die Wolfsburger auf den dritten Treffer, während Mark Mancari und Ivan Ciernik eine Großchance vergaben.

Die Stürmer gehen aus, die Verteidiger sind unsortiert

Im Mitteldrittel war Stewart gezwungen seine Sturmreihen umzustellen: Thomas Holzmann wurde von Teamkamerad Polaczek in die Kabine gecheckt, nach Trevelyans Ausfall am Freitag gingen Stewart jetzt langsam die Stürmer aus. Ungünstig, da Wolfsburg Führungen meist gut verwaltet. Noch schwieriger gestaltete sich das Spiel dann nach der ersten Strafzeit des Spiels: Nach einem Gerangel vor dem Grizzly-Tor musste seltsamerweise nur Jon Matsumoto auf die Strafbank, und Fauser nutzte die Überzahl zum 3:0. Direkt im Anschluss verabschiedete sich Drew LeBlanc aufs Sünderbänkchen - diesmal blieb die Unterzahl ohne Folgen.

Kurz danach fiel der vierte Treffer dann doch: Brent Aubin verwandelte den Nachschuss, nachdem Meisner zunächst toll klären konnte. Weiter ging es mit Strafen, und wieder wurden ausschließlich AEV-Spieler auf die Bank geschickt. Rekis bekam zwei Minuten wegen Haltens, Weiß beschwerte sich darüber und musste 10 Minuten wegen Reklamierens raus - aber Matt Mackay machte das nichts aus, er traf in Unterzahl zum Anschluss. Nach 38 Minuten gab es die erste Strafe gegen die Grizzlys, und kurz vor Drittelende die zweite ...

Debakel im Schlussdrittel

... und so ging es mit einem AEV-Powerplay in den Schlussabschnitt. Beide Grizzly-Strafen brachten kein Tor, aber kaum vollzählig baute Fabio Pfohl die Führung aus. 5:1 nach 42 Minuten, jetzt hätte man wenigstens aufs Torverhältnis achten sollen. Das gestaltete sich schwierig bei dauernder Unterzahl, und so fiel das sechste Tor in der 47. Minute durch Gerrit Fauser, vier Minuten darauf hüpfte ein Stas-Schuss zum siebten Mal ins AEV-Tor, und in der 53. Minute erzielte Aubin seinen zweiten Treffer: Mit dem 8:1 war die höchste Saison-Niederlage perfekt, und das mit abstand schlechteste Torverhältnis der Playoff-Kandidaten wirkt jetzt wie ein zusätzlicher Minuspunkt.

Noch ist alles möglich:
Die Konkurrenten und das Restprogramm

In der engen Liga ist durch den Sieg die Playoff-Teilnahme trotzdem noch möglich für den AEV, denn die Straubinger sind durch ihren Sieg in München zwar drei Punkte vorn, müssen aber am Mittwoch im Curt-Frenzel-Stadion und am letzten Spieltag gegen Hamburg antreten. Die Freezers sind durch die Niederlage am Freitag nur noch einen Punkt vor dem AEV - die Tordifferenz sah bis zum Wolfsburg-Debakel ganz gut aus, jetzt haben die Norddeutschen auch hier wieder die Nase vorn. Auch der letzte Heimspielgegner Ingolstadt kann theoretisch noch überrundet werden: Die Schanzer sind zwar sieben Punkte vor dem AEV, haben aber neben dem Spiel am Freitag in Augsburg weitere schwere Spiele (Nürnberg, Düsseldorf) vor sich. Aus dem Kampf um Platz 10 und die Playoffs verabschiedeten sich mit dem Sonntagssieg die Adler Mannheim (sieben Punkte), die Kölner Haie (fünf Punkte und viele Tore vor Augsburg) sind auch nur noch theoretisch einzuholen.

So müssen die Playoff-Aspiranten spielen:
7. Mannheim: 73 Punkte / ausgeglichenes Torverhältnis
Iserlohn (Heimspiel)
Straubing (Heimspiel)
Berlin (Auswärtsspiel)

8. Ingolstadt: 73 Punkte / -4 Tore
Nürnberg (Heimspiel)
Augsburg (Auswärtsspiel)
München (Heimspiel)

9. Köln: 71 Punkte / +6 Tore
München (Heimspiel)
Düsseldorf (Heimspiel)
Iserlohn (Auswärtsspiel)

10. Hamburg: 67 Punkte / -23 Tore
Krefeld (Heimspiel)
Iserlohn (Heimspiel)
Straubing (Auswärtsspiel)

11. Straubing: 69 Punkte / -15 Tore
Augsburg (Auswärtsspiel)
Mannheim (Auswärtsspiel)
Hamburg (Heimspiel)

12. Augsburg: 66 Punkte / -27 Tore
Straubing (Heimspiel)
Ingolstadt (Heimspiel)
Krefeld (Auswärtsspiel)

Die anderen werden sich also noch gegenseitig Punkte abnehmen (Straubing in Mannheim und gegen Hamburg) oder müssen wie Köln und Ingolstadt gegen hochkarätige Gegner antreten. Und für den AEV steht nach den Heimspielen gegen die direkte bayerische Playoff-Konkurrenz am letzten Spieltag noch ein Auswärtsspiel an: Beim zuletzt überraschend starken Schlusslicht Krefeld.
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