AEV: Augsburger Panther siegen in Wolfsburg

Trevor Parkes - hier im Spiel gegen Bremerhaven - traf doppelt in Wolfsburg.

Der letzte Auftritt des AEV in Wolfsburg endete tragisch, neben der schweren Kopfverletzung von Thomas Holzmann verblasste selbst die hohe 1:8-Niederlage im Februar. Holzmann ist mittlerweile deutscher Nationalspieler - und der AEV kann in Niedersachsen gewinnen. Zwei Tore von Trevor Parkes reichen aufgrund einer starken Defensivleistung für einen hart erkämpften Auswärtssieg. Für Wolfsburg traf nur Fabio Pfohl zum zwischenzeitlichen 1:1



Augsburg startete mit einem starken Auswärtsspiel aus der Länderspielpause, sah sich bald überlegenen Wolfsburgern gegenüber, die vor allem im Powerplay zu mehreren gefährlichen Schüssen kamen. Das statistisch beste Überzahlspiel ließ es jedoch an Effektivität fehlen, und verlor im Laufe des Spiels auch seine Gefährlichkeit: Zu gut verteidigten vier Augsburger, hinderten die Grizzlies am Torschuss, stellten Passwege zu und blockten Schüsse.

Gutes Penaltykilling verhindert Powerplay-Tore

Auch Augsburg mit dem zweitbesten DEL-Powerplay war diesmal nicht erfolgreich, dafür traf man bei fünf gegen fünf. Nachdem die erste Drangphase der Wolfsburger überstanden war ging es ganz schnell: Drew LeBlanc gewinnt das Bully vor Felix Brückmanns Kasten, Trevor Parkes spurtet in die Lücke und versenkt eiskalt zum 1:0.

Der Treffer fiel nicht aus dem sprichwörtlichen Nichts, auch der AEV hatte ein paar Chancen und sich die Führung aufgrund harter Arbeit verdient gehabt. Pavel Gross' Team agierte wie üblich, fing auch nach dem Rückstand nicht an ins eigene Verderben zu rennen, sondern hielt an der Taktik des Abwartens, verbunden mit starken Drangphasen fest.

Die häuften sich im Mitteldrittel, immer wieder zogen die Grizzlies so etwas wie Powerplay vor Jonathan Boutin auf - und das nicht nur bei einem Mann mehr auf dem Eis. Nicht unverdient fiel deshalb der Ausgleich in der 31. Minute. Fabio Pfohl zog ab, Boutin sah den Puck erst spät, und der schlug über seiner Fanghand ein. Jetzt drängte Wolfsburg auf die Führung, aber der AEV verteidigte gut. Zwar wurde man teilweise minutenlang hinten eingeschnürt, hielt die Norddeutschen aber von vielversprechenden Chancen ab. Und als der Druck zum Drittelende übermächtig wurde verschafften die beiden Tore Regenerationsphasen: Erst musste Boutins lange repariert werden, dann sprang auch Brückmanns aus der Verankerung - die Schiedsrichter zogen die Pause vor und ließen eine knappe Minute vor dem Schlussabschnitt nachspielen.

Parkes entscheidet das Spiel

Nach dem Seitenwechsel hatte sich der AEV wieder gefangen, so einfach festsetzen konnten sich die Wolfsburger jetzt nicht mehr. Sogar in Unterzahl sah man jetzt AEV-Angriffe, die nicht schlechter waren als das Powerplay der Grizzlies. Richtige Torchancen waren weiterhin Mangelware, zu gut stand die Defense auf beiden Seiten. Deshalb brauchte es zur Entscheidung eine spektakuläre Einzelaktion: Trevor Parkes wuchtete drei Minuten vor Spielende seinen Körper am Ex-Augsburger Patrick Seifert vorbei, lockte Brückmann aufs Eis und traf aus spitzem Winkel unter die Latte.

Jetzt wachte das Publikum auf, forderte Strafen für Allerwelts-Checks, pfiff und schrie und lamentierte - zwecklos. Fünf Augsburger spielten die Schlussminuten clever zu Ende, ließen weiterhin kaum Schüsse zu, und den letzten hielt dann Boutin. Auswärtssieg! Nach vielen spektakulären Niederlagen erarbeitet sich der AEV jetzt die Punkte, ist seit drei Spielen auf fremdem Eis ungeschlagen.

Drei Heimspiele in fünf Tagen

Jetzt stehen drei Heimspiele an: Nach dem Sonntagsmatch gegen Nürnberg (19:00 Uhr) trifft man am Dienstag schon wieder auf Wolfsburg und am Freitag auf Schwenningen (jeweils um 19:30 Uhr)
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