AEV: Deutlicher Sieg beim Erzrivalen

Evan Trupp schoss zwei Tore gegen den ESVK
 
Ungewohnter Blickwinkel: Kapitän Steffen Tölzer, Adrian Grygiel und Brady Lamb verfolgten das Spiel ihrer Mannschaft vom Gästeblock aus.
Kaufbeuren: Eisstadion |

Der AEV spielte am Samstagabend in Kaufbeuren, damit fand der alte schwäbische Klassiker nach sechs Jahren endlich wieder statt.
Denn zum Start in die letzte Saison im altehrwürdigen, aber maroden und zum Teil gesperrten Eisstadion am Berliner Platz ließ ESVK-Präsident Michael Kreitl seine Vizemeister-Verbindungen spielen und holte seinen alten Arbeitgeber AEV ins Allgäu.

Profis im Fanblock

Die Allgäuer warteten zum Derby mit einem Rahmenprogramm vor dem Stadion auf, hatten eigens ein ESVK-Bier brauen lassen und das Team mit Retro-Trikots aus den 1960ern ausstaffiert. Auf der anderen Seite hatte die A-EV-Karawane auf der B12 zwar nicht mehr die Ausmaße wie im letzten Jahrhundert, als es noch um Punkte oder den Aufstieg in die erste Liga ging und sich jeweils tausende Augsburger ins Allgäu aufmachten, aber auch bei diesem Testspiel - ein Freundschaftsspiel kann ein Spiel zwischen diesen alten Rivalen nie sein - war der Gästeblock natürlich gut gefüllt.

Ebenfalls unter den Fans: Brady Lamb, SteffenTölzer und Adrian Grygiel, die wie Aleksander Polaczek und TJ Trevelyan nicht eingesetzt wurden. Außerdem wurde Verteidiger Arvids Rekis zur lettischen Nationalmannschaft berufen, die sich wie die deutsche für die kommenden Olympischen Winterspiele qualifizieren will. Das Tor hütete wie gegen Graz Ben Meisner, Jonathan Boutin saß wegen eines Magen-Darm-Infekts nur auf der Bank. Erstmals im Profi-Aufgebot: Die zwei DNL-Cracks David Farny und Marco Sternheimer, die es so nach zwei Junioren-Testspielen zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit mit Kaufbeuren zu tun hatten.

Führung durch Interims-Kapitän Thomas Holzmann

Statt Steffen Tölzer war an seiner alten Wirkungsstätte Thomas Holzmann Kapitän, in der ersten AEV-Reihe fanden sich mit Hans Detsch und Alex Thiel zwei weitere Ex-ESVKler. Und Holzmann weiß natürlich, wo im Stadion am Berliner Platz das Tor steht, er erzielte auf Pass des wieder sehr auffälligen Michael Davies die frühe AEV-Führung (3. Minute). Etwa zehn Minuten lang sah der Zweitligist kaum Land, dann half der schwache Schiedsrichter Oswald nach, denn das Kaufbeurer Powerplay gegen ungewohnte Augsburger Unterzahlformationen sah passabel aus, aber Ben Meisner verhinderte mit mehreren Glanzparaden den Ausgleich.

Wegen der vielen Unter- und Überzahlsituationen waren vor allem die Special Teams gefragt. Genau das hatte Trainer Mike Stewart gewollt, dass einmal andere als Lamb, Tölzer oder Polaczek die Verantwortung bei numerischer Unterlegenheit übernehmen sollten, und das Powerplay ohne Trevelyan geübt würde. Nachteil des zerfahrenen Spiels: Die beiden DNL-Spieler konnten seltener eingesetzt werden. Bei fünf gegen fünf standen sie regelmäßig auf dem Eis und hatten auch gute Aktionen, Sternheimer assistierte sogar zum 2:0: Er hatte Davies angespielt, dessen Schuss konnte Kaufbeurens Goalie Stefan Vajs nicht festhalten, so dass Evan Trupp den Nachschuss verwandeln konnte. Der Treffer fiel nach längerer AEV-Unterzahl, wo die Allgäuer dem Ausgleich nah waren, und damit genau zur rechten Zeit (28. Minute). Im Anschluss wieder viele Unterbrechungen, kleine Nickligkeiten und daraus folgende Strafen.

Zweiter Shutout für Ben Meisner

Den Sieg klar machte Augsburg dann im Schlussabschnitt: Eine schnelle Kombination verwandelte Verteidiger Mark Cundari, der von Davies bedient wurde. Kaufbeuern bemühte sich weiter, wollte wenigstens den Ehrentreffer, aber der starke Ben Meisner hatte was dagegen und hielt den Kasten sauber. Auf der anderen Seite musste Vajs, der auch schon bei Augsburg unter Vertrag stand, ein weiteres mal den Puck aus dem Netz fischen. Erneut war Evan Trupp der Torschütze, der im Powerplay frei vor dem Tor auf den Pass von David Stieler wartete und unbedrängt einschieben konnte.

Die tolle Athmosphäre im altehrwürdigen Stadion wird fehlen, ob die Allgäuer ihre Emotionen ins nebenan entsehende neue Stadion mitnehmen können bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Falls zur Eröffnung wieder der Erzrivale aus der Bezirksmetropole eingeladen wird, dann wird ein großer lautstarker Block in rot-grün-weiß seinen AEV anfeuern.

Verbilligter Eintritt gegen Rapperswil-Jona (Schweiz)

Am kommenden Wochenende testet der AEV am Freitag in Dornbirn / Vorarlberg, am Sonntag ab 18:30 Uhr gastieren die Lakers aus Rapperswil-Jona (Nationalliga B, Schweiz) im Curt-Frenzel-Stadion. Der Eintritt zum Vorbereitungsspiel beträgt wieder 7 Euro für Steh- und 14 Euro für Sitzplätze.
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