AEV entführt Punkt bei Meister München

Wieder ging das Spiel gegen den EHC RB München in die Verlängerung, diesmal musste ein "richtiges" Penaltyschießen entscheiden. Justin Shugg, hier beim Siegtreffer vom 6:5 n.V. im Januar, war diesmal nicht dabei.
 
Endstation Münchens Torhüter: Hier im Cirt-Frenzel-Stadion klärt Leggio vor Drew LeBlanc, in der Hauptstadt verzweifelte der AEV an Daniel Aus den Birken.

Mannheim war an München und Wolfsburg am AEV vorbeigezogen, beide Teams wollten zurück auf Platz eins bzw. fünf - und beide scheiterten mit diesem Ansinnen, denn weder Augsburg noch München ereichten die volle Punktzahl. Nach einem schnellen und spannenden Spiel stand es nach 60 Minuten 1:1 (Tore: Kahun für München, Davies für Augsburg), auch in der fünfminütigen Verlängerung blieben die beiden Goalies fehlerfrei. Im Penaltyschießen setzte sich dann der EHC RB München durch, denn Dominik Kahun konnte Jonathan weitere dreimal (!) überwinden.

TJ Trevelyans erster Einsatz nach zwei Monaten

Nach zwei Monaten Verletzungspause ist er endlich endlich wieder an Bord: TJ Trevelyan stürmt wieder für den AEV, als überzähliger Ausländer pausierte Justin Shugg. So gesehen hätte Münchens Trainer nicht Danny Aus den Birken statt Leggio ins Tor stellen müssen, denn dessen Angststürmer vom letzten Spiel (drei Tore!) pausierte. Auch nicht dabei beim AEV: Die leicht angeschlagenene Arvids Rekis und Mark MacKay wurden durch Simon Sezemsky und Hans Detsch ersetzt.

Das Spiel begann flott, es mangelte jedoch an zwingenden Torszenen, denn beide Teams standen hinten sicher. Als erster wurde nach gut zwei Minuten Münchens Aus den Birken geprüft, in der dritten Minute gab es den ersten Schuss auf Boutins Tor durch Frank Mauer. Gar nichts zusammen ging bei Münchens Powerplay, der Meister kam kaum ins AEV-Drittel, konnte sich dort nie festsetzen und keinen einzigen Schuss abgeben. Kaum komplett hatten die Augsburger große Chancen, aber Lamb und Tölzer scheiterten an Aus den Birken. Genauso ging es Drew LeBlanc auf der einen und Pinizotto und wieder Mauer auf der anderen Seite.

Souveränes Unterzahlspiel, kein Tor im Powerplay

Viel mehr gute Chancen sahen die gut 5.000 Zuschauer nicht, zu kompakt standen die beiden Hintermannschaften, zu wenig Fehler wurden gemacht. Die größten Chancen erarbeitete sich der AEV in Überzahl, Aucoin hatte zwei Augsburger gefällt, wurde aber nur einmal bestraft. Ein Tor fiel keines, und nachdem gegenüber Christensen an Boutin verzweifelte ging es torlos ins Mitteldrittel.

Der EHC startete stark, die ersten zwei Wechsel gingen an München - bis TJ Trevelyan vor Aus den Birken auftauchte - und vergab. Besser machte es kurz darauf Dominik Kahun. Yannik Seidenberg ließ den Puck liegen, Kahun kam aus dem Hinterhalt und traf platziert durch die Beine eines Augsburger Verteidigers. Das Gegentor schockte den AEV nicht, Mike Stewarts Team hielt sich streng an den Game Plan: Frühes Attackieren, weite Pässe auf vorn lauernde Stürmer und immer wieder konnte sich der AEV im Münchner Drittel festsetzen. Die Oberbayern setzten jetzt mehr auf Konter und hofften auf eine weitere Überzahlgelegenheit. Die bekamen sie, nachdem Holzmann wegen Hohen Stocks auf die Strafbank musste. Aber wieder spielte der AEV ein souveränes Penalty-Killing, die beste Chance während der zwei Minuten hatte Hanowski für den AEV. Kaum komplett ging es weiter nach vorne: Grygiels Schuss wurde von Parkes abgefälscht, Aus den Birken klärt trotzdem. Polaczek taucht allein vor Münchens Torhüter auf und scheitert.

Aber auch Boutin konnte sich auszeichnen, erst rettete er gegen Münchens Kapitän Wolf und kurz vor der Pause bringt er den Schoner rechtzeitig aufs Eis: Der letztjährige Augsburger Matsumoto bringt den Puck aus kürzester Distanz nicht ins Netz. Es folgt ein kurzes Handgemenge, der verhinderte Torschütze und Augsburgs Gabe Guentzel müssen auf die Starfbank.

Auch im Schlussabschnitt haben die Schwaben mehr und bessere Chancen. Erst trifft Lamb den Puck nicht bei einem Zwei-auf-eins-Konter, dann fällt wieder kein Tor im Powerplay: Frank Mauer scheitert bei einem Unterzahl-Solo, Polaczeks Pass spitzelt Aus den Birken mit dem Schläger weg und auch TJ Trevelyans Onetimer kann er abwehren. Dann muss wieder Boots retten, weil Florian Kettemer sich leicht foulverdächtig an der Blauen den Puck schnappen kann und allein vor dem Augsburger Tor auftaucht. Der Steal wird kurz darauf von Scott Valentine gerächt, der den schönsten Check des Spiels auspackt.

Derek Dinger und Evan Trupp lassen die AEV-Fans jubeln

Fünf Minuten vor Spielende fällt endlich der verdiente Ausgleich: Verteidiger Derek Dinger zieht ab, der Puck trifft die Maske des Münchner Goalies und trudelt von dort Richtung Tor. Den letzten Schubs verpasst der Scheibe Evan Trupp, aber sie wäre wohl auch so im Netz gelandet. Jetzt will der AEV mehr, schnürt den Meister ein und feuert aus allen Lagen. Hanowski zielt knapp daneben, Cundari trifft nur das Außennetz, dann rettet zweimal Aus den Birken gegen Hanowski und Cundari. Knapp zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gibt es wieder Powerplay für den AEV. Wieder läuft der Puck flüssig, bis Joslin Trupps Knie trifft, der mit einem Schmerzensschrei aufs Eis fällt und den Schläger weg wirft. Es gibt keine Strafen, auch nicht für Trupp, obwohl er Wolf damit im Gesicht traf.

Trupp verletzt, Kahun Matchwinner im Shootout

Kurz vor der Verlängerung erwischt es dann Brady Lamb, der einen Unterzahl-Konter des EHC nur mit einem Beinstellen verhindern kann. Die Overtime beginnt also wie gewohnt mit drei gegen drei Spielern, dann kommt Aucoin zurück, dann Lamb. Auch jetzt bei vier gegen vier gibt es Chancen auf beiden Seiten, erst nach der nächsten Unterbrechung geht es wieder mit je drei Spielern weiter - bis Daryl Boyle Trevelyan beim Torschuss foult. Aber auch während der zweiminütigen Vier-gegen-drei-Überzahl fällt kein Tor, so dass das Derby im penaltyschießen entschieden werden muss. Es fängt gut an für den AEV, Davies verlädt Aus den Birken, aber auch Kahun tzrifft mit der Rückhand. Cundari verzockt sich, dann scheitern auch Macek, Trevelyan und Quint. In der zweiten Runde legt wieder Kahun vor, Davies antwortet mit dem Ausgleich. Matsumotos Schuss landet an Boots' Schoner, der von Davies in Aus den Birkens Fanghand. Wieder ist Kahun an der reihe für den EHC und überwindet Boutin zum vierten Mal an diesem Abend. Nach Davies Fehlschuss feiert München einen hart erkämpften Zusatzpunkt.

Am Freitag kommt Spitzenreiter Mannheim, am Sonntag geht's zur DEG
Dann folgt das Viertelfinale

Vor dem Viertelfinale (Start am übernächsten Dienstag oder Mittwoch, Tickets für die Heimspiele gibt es ab 28.2. hier) stehen die letzten zwei Hauptrundenspiele an. Am Freitag gastiert der Spietzenreiter Mannheim im Curt-Frenzel-Stadion und hofft die zwei Punkte Vorsprung auf München halten zu können, die letzte Auswärtsreise führt den AEV am Sonntag zur DEG, die aktuell vier Punkte auf Berlin aufzuholen hat.
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