AEV gewinnt niveauarmes Kellerduell

Das Spiel Not (Augsburger Panther) gegen Elend (Schlusslicht Schwenningen) gewann am Ende die Not, weil das Elend sich nur durch Fouls zu helfen wusste und kaum Initiative ergreifen konnte. Für Schwenningen trifft Steffen Tölzer wie Diego Maradonna, nur eben ins eigene Tor. Die Stimmung ist beinahe surreal.

Die Ultras befinden sich im selbstverordneten "Betriebsurlaub", und auch die übrigen Fans waren so ruhig, dass man jedes Schlägerklackern und jeden Ruf der Spieler hören konnte: Die Atmosphäre im Curt-Frenzel-Stadion ist in dieser Saisonendphase fast surreal und gespenstisch, und erinnert mehr an eine Höhle und nicht an die oft beschworene "Hölle des Südens".

Zu den vielen Verletzten beim AEV gesellte sich nach vier Minuten TJ Trevelyan, der zuletzt einer der Lichtblicke im Team war durch seinen Einsatz im Penalty-Killing und seinen Torriecher. Er ist einer der wenigen, der oft vor dem gegnerischen Torhüter parkt, Pucks abfälscht und Abpraller verwertet. Der Slot wird nicht zu unrecht "da wo's weh tut" genannt: man wird dort mit gegnerischen Schlägern bearbeitet, und von den eigenen Spielern mit Schlagschüssen eingedeckt. Wenn's gut geht, verdeckt man dem Goalie die Sicht oder gibt dem Puck eine Richtungsänderung, aber wenn's schlecht läuft bekommt man ein 150-km/h-Geschoss ab. Und genau so ein Schuss von Jeff Woywitka traf Trevelyan, der auf dem Eis kniete, bis er vom Mannschaftsarzt und zwei Teamkollegen zur Bank geführt wurde. Erste Diagnose aus dem Krankenhaus: Es ist das Sprunggelenk.

Sprunggelenk: TJ Trevelyan verletzt sich früh


Vor diesem unschönen Zwischenfall gab es das 1:0 zu bejubeln, Adrian Grygiel hatte von der Blauen Linie aufs Tor geschlenzt, und Goalie Janka den Puck passieren lassen. Auch im Anschluss tummelten sich die Schwenninger Spieler mehr auf der Strafbank als vor Markus Kellers Tor, so dass auch das schlechteste Powerplay der Liga die Statistik etwas schöner aussehen lassen konnte: Nach mehreren vergeigten Gelegenheiten gelang James Bettauer in der siebten Minute das 2:0.

Schwenningen brauchte nach der ersten Strafe gegen den AEV nicht so lang, Patrick Kurz saß nur vier Sekunden auf der Strafbank, dann durfte er wieder zurück aufs Eis: Steffen Tölzer warf einen hoch fliegenden Puck über Keller ins eigene Tor. Dieser Maradona-Treffer brachte die Schwarzwälder zurück ins Spiel, und Keller hatte jetzt mehr zu tun. Kurz vor Drittelende sah dann jedoch Brady Lamb Dan DaSilva an der gegnerischen Blauen Linie lauern, und nach einem langen Pass hatte der nur noch Janka vor sich - und nutzte diese Penalty-Situation zum 3:1.

Slapstick-Tore für Schwenningen ...


Auch das zweite SERC-Tor entsteht kurios: Keller entschärft einen Schuss von Matsumoto, die AEV-Verteidigung bekommt den Puck nicht aus der Gefahrenzone, und wie beim Ping Pong landet die Scheibe wieder bei Matsumoto - der erneute Anschlusstreffer. Nachdem kein Team von den Strafen profitieren kann - Schwenningen bringt es sogar fertig, innerhalb von zwei Minuten mit zwei Spielern mehr nicht zu treffen - bleibt es bis in den Schlussabschnitt spannend.

... und etwas Niveau von Oldie Ciernik


Wenn man bei einem Spiel, in dem es um nichts mehr geht überhaupt von Spannung reden kann. Die Fans vergnügten sich jedenfalls mit La Ola und dem Singen von Schlagern, auf dem Eis sorgten die Augsburger Spieler für etwas mehr Niveau: Zwei Mal war es Ivan Ciernik, der Janka erst mit einem präzisen Handgelenksschuss überwand (43. Min.) und dann einen Traumpass von Adrian Grygiel zum 5:2-Endstand verwertete (50. Minute).

Nach dem Auswärtsspiel in Wolfsburg am Dienstag hat es der AEV am kommenden Freitag mit dem EHC München zu tun. Spielbeginn ist 19:30 Uhr.
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