AEV in Krefeld: Endlich wieder ein Auswärtssieg

Wie am zweiten Spieltag jubelte letztlich der AEV. Das erste Spiel wurde in der Overtime entschieden, in Krefeld brauchte Augsburg das Penaltyschießen für den Sieg.

Außer in München immer toll gespielt, aber nur am ersten Spieltag in Nürnberg gewonnen - deshalb sieht die Auswärtsbilanz des AEV noch etwas mager aus. Das sollte sich in Krefeld ändern, auch weil gegen den KEV beim ersten Heimspiel schon ein Punkt "verschenkt" wurde. Auch in Krefeld beherrschte Augsburg über weite Strecken das Spiel, führte 2:0 und 3:1, musste sich nach dem umstrittenen Ausgleich kurz vor Schluss mit zwei Punkten begnügen. Wenigstens das Penaltyschießen wurde gewonnen.



Das erste Drittel begann flott, bis Evan Trupp eine hundertprozentige Chance liegen ließ - er schlug einen Meter vor dem leeren Tor über den Puck - und auf der Gegenseite Boutin nach einem Alleingang von Mieszkowski rettete. Dann regierte die Taktik, kein Team wollte den ersten Fehler machen.

Augsburgs Penaltykilling während der einzigen Strafzeit des ersten Drittels - Thomas Holzmann hatte den ehemaligen Mannschaftskameraden Mancari versehentlich im Gesicht getroffen - war tadellos, es gab kaum ein gefährliches Durchkommen für die Pinguine. So blieb es nach zwanzig Minuten beim 0:0.

Blitzstart ins Mitteldrittel

Im zweiten Abschnitt sah man einen aggressiv vorcheckenden AEV, und nach den Toren durch Drew LeBlanc nach Zuspiel von Trevor Parkes (es waren gerade 21 Sekunden gespielt) sowie von Ben Hanowski im Powerplay (30. Min.) einen mehr und mehr verunsicherten KEV. Selbst in Überzahl brachten die Rheinländer kaum Produktives zustande, die größte Chance hatte die Unterzahlformation des AEV, aber Aleksander Polaczek und LeBlanc beendeten einen Zwei-auf-eins-Konter mit einem Pass zu viel. Eine gute Chance hatte Krefeld dann doch, jedoch fischte Jonathan Boutin den Puck gerade noch von der Linie. Auch nach dem Zeitlupenstudium waren sich die Schiedsrichter einig, dass er die Linie nicht komplett überschritten hatte.

Doppelpack Schymainski und ein Tor mit dem Bauch

Mit einem für Krefeld sehr schmeichelhaften 2:0 ging es in die letzten zwanzig Minuten. Und wie so oft auswärts fand der Gegner ins Spiel zurück: Mehrere Unterzahlsituationen meisterte Augsburg gegen das aktuell beste Powerplay der Liga, dann war Boutin doch geschlagen: Ex-Panther Schymainski verwandelte nach Vorarbeit von Ex-Panther Mancari einen Rebound. Aber nicht nur Krefeld kann Überzahl, die statistische Nummer 2 der DEL zeigte gleich im Anschluss wie sie das macht: Tolle Kombinationen, bis Goalie Treutle schwindlig wurde. So schwindlig, dass er die Ecke für Trevor Parkes frei machte, der genial vom hinter dem Tor postierten Evan Trupp angespielt wurde. Doch auch das 3:1 nach 50 Minuten reichte nicht. Erst überlistete wieder Schymainski Boutin, er traf den Augsburger Goalie von hinter dem Tor an der Schulter, von wo der Puck ins Tor fiel (53. Minute), und dann fiel der umstrittene Ausgleich, denn Collins traf mit dem Bauch - mit einer "aktiven Bewegung" zum Puck. Deshalb eigentlich ungültig, aber die Schiedsrichter sahen das anders.

Hanowski hatte anschließend noch die Chance zum Siegtreffer, scheiterte aber an Treutle. Auch in der Verlängerung tat sich lange nichts, obwohl Augsburg in diese mit einem Mann mehr starten konnte. Die größte Chance vergab fünf Sekunden vor der Sirene Pinguin Daniel Pietta, der einen Alleingang ans Plexiglas hinter Boutin zimmerte und auch den zurückspringenden Puck verfehlte. Das Penaltyschießen stand an, und Boutin und vor allem Cundari entschieden es für den AEV. Der kleine Verteidiger tunnelte Treutle im ersten Versuch, sein zweiter war der Siegtreffer, und der dürfte noch oft im Fernsehen gezeigt werden: Bis kurz vor Treutle gezockt, nach links gezogen und im Sprung über Krefelds Goalie den Puck um ihn herum gezogen - wow!

Deutschland Cup: Auch Trevor Parkes spielt für Team Canada

Am Freitag um 19:30 Uhr folgt das Match gegen München, am Sonntag geht es erstmals zum Überraschungsaufsteiger nach Bremerhaven. Dann ist Deutschland-Cup-Pause. Für Team Canada wurde jetzt Trevor Parkes nachnominiert. Er und Verteidiger Brdy Lamb freuen sich wie Kanadas Co-Coach Mike Stewart auf die internationalen Heimspiele im Curt-Frenzel-Stadion.
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