AEV in Playoff-Form: Nürnberg kassiert eine 4:0-Schlappe

Jubel nach dem 2:0: Evan Trupp verwertete den Puck, den Jochen Reimer zur Seite abwehrte. Den ersten Schuss von Justin Shugg hatte der Nationaltorhüter noch gehalten.
 
Nur ein Gegentor am Wochenende, Shutout gegen Nürnberg: Die Fans feierten ihren Goalie Jonathan Boutin nach dem 4:0 gegen den EHC Nürnberg.
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Zwei Heimspiele an einem Wochenende, oft kommt das nicht vor. Trotzdem war das Curt-Frenzel-Stadion zweimal gut gefüllt: Am Freitag sahen fast 5.700 Zuschauer den 2:1-Sieg gegen Berlin, am Sonntagnachmittag kamen trotz zeitgleich stattfindenden Fußballspiels wieder 5.000 Fans. Die freuten sich über eine 4:0-Klatsche, mit der die Nürnberger heim nach Franken geschickt wurden - und über das Erreichen des Saisonziels, denn schlechter als auf Platz 10 und der damit verbundenen 1. Playoffrunde kann der AEV jetzt nicht mehr einlaufen.


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Und der AEV ist bereit, die Mannschaft präsentierte sich wie am Freitag in Playoff-Form. Denn spätestens jetzt will sie natürlich mehr, nämlich in den Top Six bleiben und sich direkt fürs Viertelfinale qualifizieren.

Der kurzfristig weiter verstärkte Tabellenzweite - aus der Schweizer NLA wurde mit Schremp ein Ex-NHL-Spieler verpflichtet - wurde vom Eröffnungsbully an in die Defensive gedrängt, konnte nur mit gelegentlichen Kontern gefährlich werden. Auch die größte Chance in den Anfangsminuten durch Reinprecht machte der erneut sichere Jonathan Boutin zunichte.

Size doesn't matter: Klein vernascht Groß

Nicht nur die Nürnberger Hintermannschaft besteht aus fast durchwegs großen Kerlen, daraus noch herausragend ist Mebus, der größte Spieler der Liga. In der fünften Minute zeigte ihm der kleine Mike Davies, dass Größe nicht alles ist und spielte an ihm vorbei ins fränkische Drittel. Daraus entwickelte sich der erste erfolgreiche Angriff des AEV: Drew LeBlanc passte so gut auf Ben Hanowski vor dem Tor, dass der den Puck nicht einmal richtig treffen musste - rein ging er doch. Und Augsburg versuchte gleich nachzulegen, bestürmte weiter das Tor von Nationaltorhüter Jochen Reimer. Zunächst konnte der einiges halten, in der 10. Minute war es dann soweit. Boutin rettete gegen Jesse Blacker, der direkte Konter führte zum 2:0: Nach einem Shugg-Schuss war es Augsburgs Kleinster, Evan Trupp, der den Rebound verwandelte.

Die Defensive um Kapitän Tölzer stand das komplette Drittel über sehr sicher, nach vielen gewonnenen Zweikämpfen ging es schnell vors andere Tor. Und von den Stürmern wurde der Gegner wie gewohnt früh attackiert, so dass Nürnberg selten dazu kam, von hinten das Spiel geordnet aufzubauen. Es hätten schon während der ersten zwanzig Minuten mehr Tore fallen können, die beiden Torhüter wussten das jedoch zu verhindern.

Beton vor Boutin, dann trifft Shugg

Im Mitteldrittel wurde das Spiel etwas ruppiger. Nürnberg versuchte jetzt, mit Checks den AEV aus dem Konzept zu bringen, Mike Stewarts Team hielt dagegen - die ersten Strafen waren die Folge. Augsburgs Unterzahlformation spielte stark, auch wenn sich die Franken lange im Angriffsdrittel festsetzen konnten. Und im Tor steht Boutin, der an diesem Wochenende herausragend hält. Während Augsburgs erstem Powerplay bekommt Blacker Holzmanns Schläger ins Gesicht, aber selbst nach intensiver Beschäftigung mit dessen Nase durch einen Betreuer stellt sich keine Blutung ein - Holzmann wird nur mit zwei Minuten bestraft.
Auch dieses Unterzahlspiel vergeht ohne Tor für die Franken, danach geht es wieder los, das Einbahnstraßen-Eishockey der Augsburger. Und kaum komplett fällt das demoralisierende 3:0 für den AEV. Stieler zockt ins Drittel, Reimer muss prallen lassen. Als nächster versucht es Cundari, wieder hält Reimer - aber der Puck landet vor Justin Shugg, der den Puck endlich im Netz versenkt. Dann dürfen sich die Schwaben wieder mit einem Mann mehr versuchen, wieder ohne Erfolg. Zum Ende des Drittels kann sich Boutin mehrmals auszeichnen und hält den Shutout fest.

Jonathan Boutin mit seinem zweiten Shutout

Je später das Spiel, desto mehr sieht man den Nürnbergern den Frust an. Brandon Prust fordert Derek Dinger zum Kampf auf, aber Augsburgs Nummer 47 winkt ab. So muss der Ex-NHL-Haudegen allein aufs Sünderbänkchen. Bald folgt ihm Dupuis wegen eines Stockschlags. Dabei hatte der AEV kurz vorher noch im Powerplay getroffen: Gabe Guentzel ballerte den Puck durch Freund und Feind ins Netz, aufgelegt hatten ihm Trupp und Davies, Parkes Reimer die Sicht versperrt. Ein weiteres Tor fiel nicht mehr, aber so war ein Schlussspurt für die Franken natürlich unmöglich. Sie hatten lange versucht, ins Spiel zurückzukommen, fanden immer ihren Meister in den schnellen Augsburger Vorcheckern, den zweikampfstarken Verteidigern und vor allem in Jonathan Boutin. Der unter den eigenen Fans lange umstrittene Goalie befand sich einen Monat vor den Playoffs in Topform und hielt gegen den Meister-Besieger vom Freitag seinen Kasten sauber. Sein Lohn: Sein zweiter Shutout für den AEV und ein Extralob von Trainer Stewart: "Der wichtigste Verteidiger steht immer im Tor, und Boutin war heute der beste Mann auf dem Eis."


Freitags in Ingolstadt, sonntags gegen Iserlohn

In dieser Form muss es weder Fans noch Team bange sein vor dem Sechs-Punkte-Spiel am kommenden Freitag in Ingolstadt. Ein Derbysieg wäre gleichzusetzen mit der Viertelfinalteilnahme, die Schanzer bliebe dann nur noch die kleine Chance Wolfsburg zu überholen. Die Tickets in Oberbayern werden knapp, im eigentlichen Gästeblock N sind keine mehr zu haben, daneben in A und M gibt es noch Restkarten. Am Sonntag gastiert der Iserlohner EC in Augsburg. Die Sauerländer kämpfen um die Teilnahme an der 1. Playoff-Runde. Spielbeginn im Curt-Frenzel-Stadion ist wieder um 16:30 Uhr.
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