AEV mit Buzzer Beater: ein Punkt in Mannheim

Trevelyan gegen Dennis Endras, hier beim ersten Spiel im Curt-Frenzel-Stadion: Mit Glück und Können überwand Augsburgs Stürmer Mannheims Goalie.
 
Bis 15 Sekunden vor Schluss war der AEV am Boden wie hier Drew LeBlanc im ersten Match, dann fälschte Dennis Reul (rechts) den Puck ins eigene Tor ab.
Mannheim: SAP Arena |

Mike Stewart wollte eine Reaktion sehen, sein Team sollte konzentriert kämpfen und in Mannheim gewinnen. Und seine Panther spielten engagiert, mussten endlich wieder einmal kein Unterzahl-Tor fressen und würgten 15 Sekunden vor Schluss den Puck an Dennis Endras vorbei: Der 2:2-Ausgleich wurde Mark Cundari zugeschrieben, abgefälscht hatte die Scheibe Mannheims Abwehrriese Dennis Reul. Trotz Powerplay in der Verlängerung gelang kein weiteres Tor, auch nicht im Penaltyschießen: Den Zusatzpunkt sicherten Endras und Siegtorschütze Kolarik.

Eigengewächs Marco Sternheimer gibt DEL-Debüt

Während bei Mannheim die vielen Verletzten peu à peu zurückkommen – nach Rekonvaleszent Reul spielte gegen den AEV erstmals auch MacMurchy wieder mit – musste Mike Stewart angesichts der Personalnot auf Marco Sternheimer zurückgreifen. Das 19 Jahre alte Eigengewächs kam zu seinem ersten DEL-Spiel, bisher scorte er für Sonthofen in der Oberliga und die AEV-Junioren in der DEL. Denn außer den verletzten Verteidigern Tölzer und Valentine fehlten auch Hans Detsch nach dem Punch von Bremerhavens Newbury und Aleksander Polaczek, der wegen eines Krankheitsfalles bei seiner Familie bleiben durfte.

Viel Eiszeit bekam Sternheimer nicht, zu eng war das Spiel, zu konzentriert musste gegen die Adler gespielt werden. Augsburgs Start  war voller Elan, endlich wieder „Panthers-Hockey“ mit aggressivem Forechecking und entsprechend vielen Turnovers. Die Führung blieb Augsburg versagt, Mannheim schoss das erste Tor des Spiels nach der ersten Unsicherheit des AEV: Statt Spielaufbau oder Konter für Augsburg holen sich die Adler in der neutralen Zone den Puck, Stürmer Holzmann muss gegen MacMurchy verteidigen, der kann blind in die Mitte passen wo Matthias Plachta wartet und Ben Meisner verlädt. Mit dem Tor in der 11. Minute wechselte das Momentum, hatte erst Endras viel zu tun – seine größten Taten zeigte er gegen Guentzel und Trevelyan - stand jetzt Meisner verstärkt unter Beschuss.

„Ugly Goals“ von Trevelyan und Cundari

Zu Beginn des Mitteldrittels egalisierten sich die Mannschaften, das Heimteam hatte mehr vom Spiel, an Meisner kam es aber nicht vorbei. Der AEV zeigte ein engagiertes Penaltykilling, drosch mal die Scheibe raus, mal kam es zu Breakaway – aber leider vergab Cundari seinen Alleingang.

Trainer Mike Stewart hatte auf Tore gehofft, die irgendwie fallen, „von mir aus ein paar ugly goals“, also Pucks, die sich auf Umwegen ins Netz verirren. Genau so eines gelang TJ Trevelyan zum Ausgleich. Dabei war die Vorarbeit sehenswert: Mark Cundari hatte zum Schlagschuss ausgeholt, aber statt aufs Tor zu schießen hatte er TJs Kelle anvisiert, von wo die Scheibe hart Richtung Tor abgelenkt wurde. Ein toller Reflex von Endras verhindert den Einschlag, allerdings wehrt er nach oben ab - und der Puck fällt hinter ihm ins Tor, auch wildes Rudern des ehemaligen Augsburger Publikumslieblings hilft nichts. Jetzt ist der AEV wieder im Spiel, scheitert aber bei vielen Kontern an Endras und bei Schlagschüssen an blockenden Mannheimern.

Eine Einzelaktion des im Sommer aus der NHL geholten Devin Setoguchi bringt die erneute Führung für die Badenser. Über 500 Spiele hat Setoguchi in der weltbesten Liga gespielt, und in dieser Szene blitzt sein Können auf: Er tanzt durchs Augsburger Drittel und schließt mit einem harten Rückhandschuss ab. 14 Minuten bleiben dem AEV für den Ausgleich. Mannheim macht hinten dicht, hält die Panther vom Torschuss ab und beschränkt sich aufs Kontern - so spielte man die Zeit geschickt herunter.

Ben Meisner wurde unruhig, es lief die letzte Minute und er konnte nicht für einen zusätzlichen Stürmer vom Eis, denn immer wieder erkämpften sich die Adler die Scheibe. Endlich ein Icing der Quadratestädter und Bully vor Endras; Meisner konnte auf die Bank. Das erste Anspiel verlor LeBlanc, die Befreiung des MERC landete knapp neben dem leeren AEV-Tor. Nächster Versuch durch Parkes, keine halbe Minute vor der Sirene, und diesmal bleibt der Puck nach dem Bully bei den Schwaben. Gewühl vor dem Tor, ein Schuss von Cundari von der Seite in den Torraum, wo Dennis Reul den Schlittschuh nicht rechtzeitig wegbekommt und den Puck ins eigene Tor abfälscht: das nächste „Ugly Goal“, gerade noch rechtzeitig - fünfzehn Sekunden später beginnt die Verlängerung.

Kolarik sichert Zusatzpunkt
Schweres Derby-Wochenende steht an

Trotz Powerplay für Augsburg blieb diese torlos, das Penaltyschießen musste entscheiden. Chad Kolariks erster Schuss für die Adler fand den Weg ins Netz, die weiteren Schützen – MacMurchy und Plachta für Mannheim, Davies, Cundari und Trupp für den AEV – scheitern allesamt, der Zusatzpunkt bleibt in Baden-Württemberg.

Auf die Leistung lässt sich aufbauen, und das ist auch vonnöten, denn jetzt stehen Spiele gegen die Spitzenteams München (am Freitag ab 19:30 Uhr in der Olympia-Eishalle) und zuhause gegen Nürnberg an. Das Heimspiel beginnt am Sonntag um 19:00 Uhr.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.