AEV: Nach Derbysieg in Ingolstadt winkt das Viertelfinale

Derbysieg! Viertelfinale! Nur der AEV!
 
Brady Lamb durfte als "Man of the Match" - er erzielte das "game winning goal" - nach dem obligatorischen Interview eine extra Ehrenrunde drehen.

Ein Sechs-Punkte-Spiel - in früheren Saisons hat der AEV so etwas in 99% der Fälle vergeigt. Diesmal stand Ingolstadt viel mehr unter Druck, angesichts von neun Punkten Rückstand auf Platz 6 (Wolfsburg) und zehn (Augsburg) war ein Sieg für die Schanzer zwingend notwendig, um an die direkte Viertelfinalqualifikation noch glauben zu können. Der AEV dagegen konnte cool in die Partie starten - auch bei einer Niederlage wäre der ERC Ingolstadt auf Distanz geblieben. Noch besser war natürlich ein Sieg beim Verfolger - und der AEV setzte sich in Oberbayern durch, spielte zwei perfekte Drittel. Erst im Schlussabschnitt wurde es nach zwischenzeitlicher 4:0-Führung (Tore: Davies, Parkes, LeBlanc und Lamb) noch einmal spannend. Aber Mike Stewarts Team fing sich und brachte ein knappes 4:3 über die Zeit.

Platz 6 und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale sind nach dem Auswärtssieg zum Greifen nah: 13 Punkte Vorsprung können die Schanzer bei sieben ausstehenden Spielen nur noch theoretisch aufholen.


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Die Stadtmauer am Schleifgraben bleibt bestehen

In den Tagen vor dem Match in Oberbayern baute Augsburg weiter am Team der nächsten Saison: Nach Steffen Tölzer, Arvids Rekis und Brady Lamb unterschrieben jetzt auch Derek Dinger, Simon Sezemsky und Mark Cundari Verträge für 2017/18 - mit sechs aktuellen Spielern wird Augsburgs Stadtmauer am Schleifgraben also nicht zerbröseln wie so oft, sondern weitgehend konstant bestehen bleiben. Die jetzt noch fehlenden Ziegelsteine tragen Gabe Guentzels und Scott Valentines Signatur.

Auch im Sturm 2017/18 sind schon jetzt einige Leistungsträger sicher: Aleksander Polaczek, Thomas Holzmann, Adrian Grygiel und David Stieler stehen weiter im AEV-Kader. TJ Trevelyan steht nach seiner Verletzungspause vor dem Comeback und freut sich auf die ersten Playoffs mit Augsburg. Auch er bleibt nächste Saison beim AEV.

Die Schanzer sind noch nicht so weit mit ihrem zukünftigen Kader, aber der aktuelle stand gegen den AEV nach Verletzungssorgen wieder fast komplett auf dem Eis: Kapitän John Laliberte, Thomas Greilinger und David Elsner waren wieder einsatzbereit und Neuzugang Brett Bulmer spielte gegen den AEV erstmals für den ERCI.

Sicherer Vorsprung nach perfektem Auswärtsspiel...

Der AEV startete aggressiv ins Spiel und schon der erste Schuss aufs von Timo Pielmeier gehütete Tor saß: Mike Davies fuhr einen Angriff aus dem eigenen Drittel, zockte einen Ingolstädter Verteidiger aus und versenkte den Puck im Netz: 1:0 nach 79 Sekunden. Ingolstadt hielt gut dagegen, nur ein Überzahlspiel der Schanzer verpuffte fast chancenlos. Wie man Powerplay spielt zeigte kurz darauf der AEV: Die Abwehr auseinanderziehen durch Laufenlassen des Pucks, der kommt zu Guentzel an der Blauen Linie. Augsburgs Nr. 10 zieht ab, Trevor Parkes hält den Schläger in die Flugbahn und Pielmeier muss die zweite Scheibe aus dem Tor fischen (13. Minute). Boutin hielt stark und hatte Glück bei einem Buchwieser-Schuss, der den Pfosten streifte.

Im Mitteldrittel spielte Augsburg weiter groß auf: Hinten sehr sicher, vorne mit vielen Steals durchs aggressive Forechecking. Oder mit perfekten Kontern wie vor dem 3:0: Scott Valentine chippt den Puck weit vor auf Davies, der hat Zeit im Drittel der Ingolstädter und passt auf den mitgelaufenen Drew LeBlanc. One-Timer - Tor!

... wird fast noch verspielt

Und es kam noch besser: In der 44. Minute bekam Lamb einen Pass von hinter dem Tor in den lauf gespielt und ballerte den Puck zur komfortablen 4:0-Führung ins Tor. Jetzt wachte Ingolstadt auf. Buck, Greilinger und Oppenheimer mit einem sehr strittigen Tor (der Ingolstädter wurde im Torraum angeschossen und von seinem Schlittschuh prallte der Puck ins Tor) bringen die Oberbayern innerhalb kürzester Zeit zurück ins Spiel. Die lange Zeit des Videobeweises wirkte wie eine Auszeit für den AEV. Ingolstadt zwar weiter im Vorwärtsgang, aber der AEV hielt jetzt wieder dagegen. Lange zehn Minuten geht das so, die letzten beiden sieht sich Stewarts Team sechs Schanzern gegenüber, kann sich mehrmals nur mit Icings retten. Deshalb nimmt der Trainer eine halbe Minute vor der Sirene eine Auszeit: Eine halbe Minute durchschnaufen nach anstrengenden Wechseln. Und Ingolstadt bekommt nocheinmal seine Chance, aber jetzt ist Jonathan Boutin da und hält wenige Sekunden vor Ende den Sieg fest.

Sonntagnachmittag um 16:30 Uhr:
Viertelfinaleinzugsparty gegen Iserlohn

Die Party im übervollen Gästeblock kann weitergehen wie wohl auch am Sonntag, wenn im Curt-Frenzel-Stadion der Derbysieg noch einmal vor großer Kulisse gefeiert werden wird. Als Gäste wirken mit die Iserlohn Roosters, die Party beginnt um 16:30 Uhr.
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