AEV nach Kantersieg in Schwenningen weiter auf Playoff-Kurs

Ausgerutscht: Schwenningen verliert zuhause 1:6 gegen einen starken AEV. Trevor Parkes (links) traf zum psychologisch wichtigen 2:0 nach nur 17 Sekunden im Mitteldrittel.
 
Mit zwei Toren und einem Assist maßgeblich am Sieg in Schwenningen beteiligt: Ben Hanowski.

Zehn Spiele vor Ende der Hauptrunde befindet sich die DEL in der Crunchtime, für alle Teams geht es um bessere Platzierungen und die Qualifikation für die Playoffs ab März. Der Gegner des AEV, der Schwenninger ERC möchte unbedingt Platz 10 erreichen und damit die erste Playoff-Runde, Augsburg seinen sechsten Platz verteidigen, der mit einem direkten Startplatz im Viertelfinale verbunden ist - nach drei Jahren ohne Playoffs wäre ein Traumziel. Die Antwort auf die Freitags-Niederlage gegen die Kölner Haie hätte besser nicht ausfallen können: Mit 6:1 (1:0, 4:0, 1:1) wurden die Schwenninger Wild Wings deklassiert.



Beide Teams wollten gewinnen, beide Goalies waren von Beginn an unter Beschuss, Marco Wölfl im Tor des SERC um einiges mehr als Jonathan Boutin. Der junge Torhüter, der wegen MacDonalds Verletzung und Strahlmeiers Krankheit mit Förderlizenz von Schwenningens Partner Freiburg angefordert wurde und am Freitag in Wolfsburg herausragend gehalten hatte, machte gegen Augsburg so weiter, hielt sein Team gegen den AEV lange im Spiel. Er ließ auch Mark Cundari verzweifeln, der einen Nachschuss aus kürzester Entfernung nicht an ihm vorbei bringen konnte - die größte AEV-Chance neben vielen sehr guten. Von Boutin wurden die Schwenninger Stürmer weitgehend ferngehalten und was von außen oder der Ferne auf sein Tor kam parierte er sicher.

Ein spätes und ein frühes Tor...

Der AEV wollte das erste Drittel nicht torlos beenden und forcierte das hohe Tempo weiter - aber Wölfl hielt und hielt und hielt. 43 Sekunden vor dem Ende war es endlich so weit: Der Puck fiel von hinten übers Tor und landete im Torraum. Ben Hanowski reagierte schneller als die Verteidiger und Wölfl und stocherte ihn ins Tor.

Zu Beginn des Mitteldrittels legte der AEV gleich nach, nur 17 Sekunden nach dem Faceoff landete die Scheibe schon wieder im Schwenninger Netz, Topscorer Trevor Parkes hatte zugeschlagen und einen Weitschuss von Justin Shugg unhaltbar abgefälscht.

... dann brechen alle Dämme

Augsburg verteidigte weiter konsequent und früh. Letzteres hatte Folgen: Polaczeck hatte hinterm Tor einen Schwenninger attackiert, so dass der nur kurz zu Will Acton passen konnte. Es kam zum Steal von Stieler, der Acton abschüttelte und zum 3:0 abschloss (25. Minute). Und der AEV ließ nicht locker, Ben Hanowski mit seinem zweiten Tor des Spiels (30. Minute) und Drew LeBlanc im Powerplay - er war wunderschön von außen vors Tor getanzt und hatte mit der Rückhand vollendet als jeder mit einem öffnenden Pass rechnete - beendeten den Einsatz des jungen Wölfl (35. Minute). Für ihn kam Dustin Strahlmeier ins Spiel, der die ersten paar Schüsse entschärfen und das Tor der Schwarzwälder bis Ende des Drittels sauber halten konnte.

So ging es mit 5:0 in den Schlussabschnitt, als Schwenningen mit ordentlich Druck begann: Ein schnelles Tor, ein Stadion, in dem man die Einheimischen wieder hören würde, nur so hatte der SERC eine kleine Chance, das eindeutige Zwischenergebnis zu korrigieren. Aber der starke Boutin hielt dem Sturmlauf stand und die Defense Augsburgs stand bald wieder stabil. Zeit wieder verstärkt nach vorne zu spielen und die Führung auszubauen. Ben Hanowski sah den vors Tor fahrenden LeBlanc und der stand allein vor Strahlmeier - das 6:0 in der 45. Minute war die endgültige Entscheidung und ließ die mitgereisten AEV-Fans feiern bis zum Spielende.

Auch die Baden-Württemberger wurden noch einmal laut, als Andree Hult mit einem tollen Schuss in den Winkel der Ehrentreffer gelang (55. Minute). Augsburg spielte die Restzeit souverän herunter, die zwei Heimspiele des kommenden Wochenendes können kommen. Kommentar von Alex Thiel nach dem Spiel: "Wir schauen lieber nach oben als nach unten. Und wir freuen uns alle schon auf die Playoffs - hoffentlich ohne die erste Runde!" Die Gegner spielten am Sonntag wie von Thiel gewünscht, nach den Niederlagen der Verfolger aus Ingolstadt und Bremerhaven ist die Wahrscheinlichkeit sich direkt fürs Viertelfinale zu qualifizieren für Augsburg wieder gestiegen.

Zwei Heimspiele am kommenden Wochenende:
Freitag gegen Berlin und Sonntag gegen Nürnberg

Zunächst stehen aber die letzten zehn Hauptrundenspiele an. Als Fünfter - Wolfsburg hatte am Wochenende gegen Schwenningen und Düsseldorf verloren - erwartet der AEV am Freitag (19:30 Uhr) die weiterhin schwächelnden Eisbären Berlin und am Sonntag (16:30 Uhr) die Nürnberg IceTigers.
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