AEV: Starker Auftritt in Wolfsburg wird nicht belohnt

Zwei alte Bekannte - Daniel Naud und Karl-Heinz Fliegauf - und Headcoach Pavel Gross nach der Niederlage im Curt-Frenzel-Stadion im September. Beim sechsten Mal konnten die ehemaligen AEV-Verteidiger und der Deutsch-Tscheche den Angsgegner Augsburg überwinden.
 

Die Serie des „Angstgegners“ der Grizzlys Wolfsburg ist gerissen, nach fünf Panther-Siegen in Serie gewann einmal wieder die VW-Stadt. Leicht gemacht wurde es Pavel Gross‘ Team nicht: Der AEV drehte einen frühen Rückstand und ging selbst in Führung. Auch viele Strafen der sehr kleinlich pfeifenden Schiedsrichter überstand Augsburg schadlos, erst beim sechsten Versuch gelang dem EHC der Ausgleich. Das Spiel war offen bis kurz vor Schluss, auch nach drei Gegentoren gaben die Panther nicht auf, aber Hafenrichters Anschlusstreffer zum 3:5 kam zu spät.

Den mutmaßlichen "Gameplan" Mike Stewarts – möglichst lange ohne Gegentreffer zu bleiben – machte Jeremy Dehner nach nicht einmal zwei Minuten obsolet. Jonathan Boutin hatte gegen den Schuss in den Winkel keine Chance, verhinderte aber in der Folgezeit unter Mithilfe des Pfostens weitere Tore. Was Stewart seinen Jungs auch mit auf den Weg gegeben haben dürfte: „Bleibt weg von der Strafbank! Nicht nur wir haben ein starkes Powerplay, auch Wolfsburg spielt das erfolgreich.“

Kleinliche Schiedsrichter

Dass sich die Panther daran nicht halten konnten lag am üblichen Plan des Gegners: Schnell fallen, den Trainer lamentieren lassen und auf das nächste Powerplay hoffen. Und die Schiedsrichter hielten sich daran: Es waren keine direkten Schwalben der Grizzlys, aber eine gewisse Fallsucht und die ständige Suche nach des Panthers Stock dürfte auch ein unbeteiligter Zuschauer bemerkt haben. So wanderten die Augsburger reihenweise wegen Beinstellens auf die Strafbank, und weil die Schwaben selbst etwas stabiler auf den Schlittschuhen stehen nur einmal ein Niedersachse. Aber das Penaltykilling, vor der Deutschlandcup-Pause ein Problem der Panther, funktionierte 10 Minuten und 18 Sekunden lang tadellos, erst beim sechsten „Tripping“ gelang Wolfsburg der Ausgleich zum 2:2.

Vorangegangen war eine folgenlose Überzahlmöglichkeit des AEV und zwei Treffer bei fünf gegen fünf: In der 8. Minute hatte David Stieler dem aus dem Rückraum anstürmenden Gabe Guentzel den Puck quer vor dem Tor auf die Kelle serviert, im Mitteldrittel gelang durch Matt White sogar die zwischenzeitliche Führung. Mark Cundaris' Schuss konnte der gut aufgelegte Felix Brückmann nur zur Seite klären – aber dort stand der freie White und schob ein (29. Minute).

Wolfsburgs Doppelschlag entscheidet das Spiel

Kurz vor der zweiten Pause gab es das schon angesprochene sechste "Beinstellen" gegen Rekis und 22 Sekunden vor der Sirene gelang aus Wolfsburgs Sicht endlich der Ausgleich. Lange blieb es im Schlussabschnitt beim 2:2, denn auch der AEV konnte mit einem Mann mehr nicht treffen, vergab sogar die große Chance zur erneuten Führung bei einer Minute mit fünf gegen drei Spieler. Angesichts des ausgeglichenen Spiels – Wolfsburg hatte zwar mehr Anspiele gewonnen und mehr Chancen kreiert, Augsburg gut dagegengehalten und Brückmann mehrfach gefährlich geprüft – hatten sich die nur 2267 Zuschauer inklusive einer Handvoll Augsburger schon auf eine Verlängerung eingestellt, da schlugen die Niedersachsen erbarmungslos zu: Alex Weiß (53. Minute) und Sebastian Furchner (54. Minute) gelang ein Doppelschlag innerhalb einer Minute, im Powerplay legte Gerrit Fauser in der 57. Minute nach.

Drei Minuten lang versuchte Mike Stewart mit der Brechstange – für Boutin kam ein sechster Feldspieler – das Spiel zu drehen, Jaroslav Hafenrichters Treffer zum 3:5 in der Schlussminute fiel jedoch zu spät.

Krisengipfel gegen Ingolstadt, dann Laufvogel-Wochenende

Bereits am Dienstag steht das nächste Match an, dann gastieren die zuletzt arg gebeutelten Ingolstädter im Curt-Frenzel-Stadion: Auch ein Trainerwechsel – der sportliche Manager Larry Mitchell übernahm das Amt an der Bande – konnte zehn Niederlagen am Stück nicht verhindern.

Das kommende Wochenende steht dann ganz im Zeichen des Laufvogels: Freitags spielt der AEV bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven, sonntags zuhause gegen die Krefeld Pinguine.
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