AEV verliert auch das Spiel um die Goldene Ananas

Traurige Gesichter bei der letzten Ehrenrunde: Blake Kessel, Adrian Grygiel und TJ Trevelyan (von links) verabschieden sich von den Fans im Curt-Frenzel-Stadion.
 
Brady Lamb und Jeff Deslauriers grinsen nach dem Derbysieg gegen Ingolstadt. Der letzte Lacher der Hauptrunde wurde allerdings in Krefeld vernommen, wo sich die Pinguine mit einem 3:2-Sieg von ihren Fans verabschieden konnten.
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Am Freitag wurde das Derby gegen Ingolstadt gewonnen, aber durch den Sieg von Köln gegen Düsseldorf war die letzte Chance auf die Playoff-Qualifikation des AEV dahin. Beim letzten Saisonspiel in Krefeld ging es also nur darum eventuell die Hamburg Freezers von Platz 11 zu verdrängen, und um die Goldene Ananas gegen die Krefeld Pinguine. Auf diese leckere Südfrucht hatten die Rheinländer etwas mehr Appetit als die Schwaben und gewannen das letzte Spiel der Saison 2015/16 mit 3:2 (1:0, 2:1, 0:1).


Augsburg fuhr ohne die angeschlagenen Ben Meisner, TJ Trevelyan, Blake Kessel und Ivan Ciernik ins Rheinland, die dadurch freien Plätze im Kader nahmen ein letztes Mal Evan Oberg und Brett Stamler ein. Das Tor hütete wie schon am Freitag gegen Ingolstadt Jeff Deslauriers, als Ersatzmann auf der Bank saß Josef Lala vom DNL-Team des AEV.

"Februar-Meister" Krefeld geht in Führung

Nachdem den Augsburger Spielern seit dem späten Freitagabend klar war, dass sie sich auch mit einem Kantersieg beim KEV nicht mehr für die Playoffs qualifizieren konnten, ließen sie es ruhig angehen. Krefeld dagegen, das aufgrund vieler Verletzter schon seit Weihnachten aus dem Kampf um die Playoffteilnahme ausgeschieden und lange das Schlusslicht der DEL war, ist mit der Situation des "Es-geht-um-nichts" schon länger vertraut, und spielt dementsprechend seit ein paar Wochen unbeschwert auf - und das auch recht erfolgreich. Krefeld ist "Februar-Meister", am Freitag wurde mit einem Sieg in Schwenningen endlich die Rote Laterne weitergereicht, und die wollten die Pinguine natürlich nicht so schnell und endgültig aus dem Schwarzwald zurück erhalten.

14 gegen nur sechs Torschüsse im ersten Drittel sprachen eine deutliche Sprache, und auch auf der Anzeigentafel machte sich die rheinische Überlegenheit bemerkbar: Der AEV nutzte sein Powerplay nicht, Krefeld dagegen traf mit einem Spieler mehr auf dem Eis. Daniel Pietta hatte zwei Augsburger auf sich gezogen, sah den dadurch freistehenden Henrik Eriksson, und der traf zur 1:0-Führung in der achten Minute.

Erneute KEV-Führung nach dem gefühlt hundertsten Shorthander

Das Mitteldrittel sah bald eine doppelte AEV-Überzahl, und da wurde nicht lang gefackelt: Drew LeBlancs Schuss wurde von Duba im KEV-Tor pariert, den Nachschuss verwandelte dann Augsburgs Topscorer Jon Matsumoto. Aber anschließend kam es wie so oft, wie viel zu oft in der Saison: Ein Gegentor bei eigenem Powerplay. Martin Schymainski profitierte von Fehlern beim Aufbau der Augsburger, und der Konter saß: Fehlpass von Daniel Weiß, Evan Oberg lässt Martin Schymainski fast ohne Gegenwehr passieren, und der verwandelt den Konter zur erneuten KEV-Führung, gerade eine Minute nach dem Ausgleich. Der hundertste Shorthander gegen den AEV ...

Faustkampf: Daniel vs. Daniel

Dann wollte Augsburgs Weiß den fast 7000 Zuschauern noch ein wenig Show bieten und knöpfte sich nach Provokationen Krefelds Pietta vor. Doch der Pinguin verweigerte den Faustkampf Daniel gegen Daniel, und deshalb schickte der dritte Daniel auf dem Eis - Schiedsrichter Piechaczek - nur seinen Augsburger Namensvetter auf die Strafbank. 2+2+10 Minuten wurden ihm aufgebrummt, also vier Minuten Unterzahl für den AEV. Tor fiel keines während des Powerplays, aber kurz darauf wurde dem KEV ein Penalty zugesprochen - und den verwandelte Herberts Vasiljevs zur 3:1-Pausenführung.

Matsumotos zweites Tor reicht nicht für die Goldene Ananas

Der AEV war also im Hintertreffen, die Goldene Ananas schien unerreichbar, ebenso der elfte Tabellenplatz. Aber der AEV ließ sich nicht hängen, versuchte ranzukommen - und fünf Minuten vor Spielende war es endlich so weit: Ein Schlagschuss von James Bettauer schlug nach 55:15 hinter Duba ein, Jon Matsumoto hatte das Geschoss unhaltbar abgefälscht. In den letzten zwei Minuten versuchten es die Augsburger dann mit sechs Feldspielern und ohne Torhüter Deslauriers, aber Krefeld hielt die Augsburger konsequent vom Torschuss ab und sicherte sich so die Goldene Ananas.

Im August treffen sich die Augsburger Spieler wieder zu den ersten Trainings, und Mike Stewart hat in seiner zweiten AEV-Saison hoffentlich etwas mehr Glück bei der Auswahl seiner Defensiv-Spezialisten. Denn hätte Jeff Deslauriers konstant so gut gehalten wie am Freitag gegen den ERCI, wären nicht mehrere der Verteidiger fast die komplette Saison ihrer Form hinterhergelaufen, dann hätte diese Saison noch lange dauern können für den AEV.

Für Hockey-Interessierte geht es bereits am kommenden Wochenende auf Rollen statt Kufen weiter: Der dreifache Europapokalsieger TVA startet gegen zwei Hochkaräter in die Saison. Am kommenden Samstag gastiert Vizemeister Köln in der TVA-Arena und am Tag darauf stellen sich die Duisburg Ducks in Augsburg vor.


Fotos vom Derbysieg gegen Ingolstadt
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