AEV verliert auch gegen München

Großer Jubel sechs Minuten vor Schluss, der AEV ist wieder da nach Drew LeBlancs Shorthander zum 3:4.
 
Trotz Niederlage stolz aufs Team: Die AEV-Fans feierten ihre Mannschft trotz der Niederlage, honorierten den Kampfgeist der Stewart-Truppe.
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Die Freitagsspiele der beiden Derbygegner hätten unterschiedlicher nicht sein können: Während der AEV in Straubing mit 2:7 unterging gelang dem EHC RB München gegen die Kölner Haie ein 3:0-Heimsieg. Und diese Tendenz setzte sich fort, nach einem spannenden und teilweise harten Spiel entführte München drei Punkte aus Augsburg


Während die Münchner mit dem gebürtigen Tölzer Konrad Abeltshauser letzte Woche noch einmal aufrüsten konnten, versucht der AEV verzweifelt die letzte Kontingentstelle zu besetzen. Abeltshauser spielte die letzten sechs Jahre in Nordamerika, nach der Ausbildung in den dortigen Nachwuchsligen versuchte er über die AHL in der NHL Fuß zu fassen. Weil das nicht klappte verdient der 23-jährige Hüne (1,96 m ohne Schlittschuhe) sein Salär nun beim Limonaden-Krösus aus der Landeshauptstadt - eingesetzt wurde er gegen den AEV jedoch noch nicht. Währenddessen diskutiert man in Augsburg, ob man lieber einen defensiven Verteidiger oder einen starken Goalie verpflichten sollte.

Denn daran krankte die eigentlich so positiv verlaufende Saison: Die Verteidigung fällt immer wieder dadurch auf, dass vor dem eigenen Tor zu wenig aufgeräumt wird, weshalb ein "harter Hund" gebraucht würde, ein Spieler, der den Gegnern zeigt, dass man vor dem Augsburger Tor nicht schmerzfrei einparken kann. Und Jeff Deslauriers hält zu unkonstant (er leistete sich zum Beispiel in Straubing einen Fehler hinter dem Tor), und Ben Meisner hielt zwar zuletzt stark und gewann gerade im Januar viele Spiele, als Starter wirkt er jedoch noch zu unerfahren - und verließ in Niederbayern das Tor nach dem vierten Treffer.

AEV-Führung durch Thomas Holzmann

Gegen München sollte trotzdem der Back-up wieder den Kasten sauberhalten, und er machte seine Sache gut. Zunächst war er wenig beschäftigt, sein Gegenüber Aus den Birken umso mehr: Ein erster gefählicher Schuss nach 10 Sekunden, anschließend zwei Minuten Powerplay für Augsburg, und der AEV fand Gefallen im Vorwärtsgang. Der EHC kam erst nach etwa zehn Minuten ins Rollen - und genau in diese Drangphase fiel endlich das Tor für Augsburg: Drew LeBlanc spielte ausnahmsweise einen nicht ganz sauberen Pass, den Thomas Holzmann trotzdem erwischte und Aus den Birken überwand.

Kurz darauf eine Schlüsselszene des Spiels: Steve Pinizzotto, der schon beim ersten EHC-Gastspiel Arvids Rekis ins Krankenhaus gecheckt hatte, hatte es diesmal auf Augsburgs Ausnahmekönner abgesehen. Er checkte LeBlanc von hinten brutal in die Bande, wurde dafür aber nur mit 2 Minuten bestraft statt direkt zum Duschen zu müssen. Seltsam nicht nur in dieser Situation das Schiedsrichtergespann, das den lautstark Schimpfenden auch dafür nicht mit einer Disziplinarstrafe belegen wollte.

Raubein Pinizzotto dreht das Spiel

Der AEV hatte zu Beginn des Mitteldrittels gerade souverän eine fast zweiminütige doppelte Unterzahl überstanden, da kam der Puck nach Fehlern im Spielaufbau zu Daniel Sparre: Ausgleich in der 28. Minute, und kurz darauf war es Pinizzotto, der München in Führung schoss. Eigentlich hätte er sich das Spiel von der Tribüne aus ansehen müssen, aber dank der gnädigen Unparteiischen gelang ausgerechnet ihm die Wende (29. Min.) - er bedankte sich bei ihnen im Schlussabschnitt mit weiteren netten Worten, wofür er dann endlich eine zehnminütige Disziplinarstrafe absitzen musste. Und tanzte ihnen dort ungestraft weiter auf der Nase herum: Türenschlagen, Provozieren und Streiten mit den Strafbankordnern. Dass er die dafür eigentlich fällige Spieldauerstrafe wieder nicht bekam bleibt Geheimnis der Herren Brill und Schukies.

Zum Dank wurde sein Interview während des Powerbreaks von lautstarken Pfiffen begleitet, und die 5.222 Zuschauer gingen beim Derby weiterhin voll mit, denn sie sahen auch im Anschluss ein spannendes Spiel.

Augsburg kämpft sich zurück nach zweifelhaftem Penalty

Der Schlussabschnitt wurde dann torreich: Bei Überzahl für den AEV fuhr Münchens Kapitän einen Entlastungsangriff , wurde dabei von Oberg unsanft angegangen, und zur Verwunderung aller entschieden die Schiedsrichter auf Penalty, bei dem Wolf Benjamin Meisner verlud - das 3:1 nach 43 Minuten. Der AEV gab sich nicht auf, aber München agierte clever und zog durch Seidenberg zwei Minuten auf 4:1 davon. Die Entscheidung? Nein, die wurde vertagt, denn jetzt kam Augsburg zurück: Arvids Rekis fälschte einen Holzmann-Schuss ab (49. Minute), kurz danach rutschte der Puck unter Aus den Birken durch, verhungerte aber kurz vor der Torlinie, aber der Anschlusstreffer fiel dann doch: Polaczek hatte in Unterzahl auf LeBlanc abgelegt, so dass es sechs Minuten vor der Schlusssirene nur noch 3:4 stand. Die Kulisse war jetzt natürlich voll da, hoffte auf ein Comeback wie in der Vorwoche gegen iserlohn, aber Jaffrays Alleingang erstickte alle Augsburger Hoffnungen (59. Minute). Es folgten noch Wolfs zweiter Treffer ins verlassene AEV-Gehäuse und Alex Thiels Ergebniskosmetik zum 4:6 mit der Schlussirene.

Sonderzug aus Köln: Spielbeginn am Sonntag schon um 14:30 Uhr

Noch stehen die Panther auf Platz 8, aber weitere punktlose Wochenenden sollte es in der engen Liga nicht mehr geben. Am Freitag muss Mike Stewarts Team nach Schwenningen reisen, und am Sonntag gastieren die Kölner Haie im Curt-Frenzel-Stadion. Aufgrund eines Sonderzugs aus der Domstadt beginnt das Spiel gegen den KEC bereits um 14:30 Uhr.

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