Alfred Finnbogason: "Pflicht zu punkten"

Die Pressekonferenz vor der Partie gegen Werder Bremen wartet mit einer Überraschung auf. Neuzugang Alfred Finnbogason spricht bereits fließend Deutsch. Trainer Markus Weinzierl gibt sich im Abstiegskampf optimistisch.

Der Presseraum der WWK ARENA ist gut besucht. Die Journalisten haben Stifte und Kameras im Anschlag. Sie warten auf die Pressekonferenz mit FCA-Trainer Markus Weinzierl und Winter-Neuzugang Alfred Finnbogason und richten sich darauf ein, mit dem Isländer auf Englisch zu kommunizieren. Dann die Überraschung: Der Angreifer, der erst seit wenigen Wochen in Augsburg lebt, will das Mediengespräch in Deutsch führen.

Der erste Fragesteller spricht direkt mit unverkennbar schwäbischem Dialekt. Kein Problem für Finnbogason. Der 27-Jährige hört konzentriert zu und antwortet dann ohne Zögern auf die Frage nach seinem möglichen Verbleib in Augsburg über das Saisonende hinaus: "Alle wissen, dass ich mich sehr wohl fühle in Augsburg. Zunächst bin ich bis Saisonende hier. Aber wir sind in guten Gesprächen.“ Dabei spielt auch die ungewisse Situation um die Ligazugehörigkeit keine Rolle. Auf die Frage, ob dies seine Entscheidung beeinflusst, antwortet Finnbogason mit einem klaren "nein".

Zwei Mal in der Woche bekomme er Sprachunterricht. Außerdem helfen ihm die Gespräche mit den Mitspielern. Und überhaupt: Wenn man erst mal zwei oder drei Sprachen spreche, falle es ganz leicht, die Nächste zu lernen. Finnbogason beeindruckt die Journalisten, denn auch beim Underdog-Vergleich zwischen dem Nationalteam Islands und dem FCA antwortet er gekonnt.

Erst nach einigen Minuten verschiebt sich der Fokus zurück auf die kommende Partie und FCA-Trainer Markus Weinzierl bekommt das Wort. Am Samstag um 15.30 Uhr trifft der FC Augsburg in Bremen auf den SV Werder. Die personelle Situation ist noch immer angespannt. Neben Kapitän Paul Verhaegh muss Weinzierl auch auf die verletzten Kostas Stafylidis, Dong-Won Ji, Jan Moravek und Piotr Trochowski verzichten. Zudem fehlen Ja-Cheol Koo und Markus Feulner aufgrund einer Gelbsperre.

Unabhängig der personellen Situation gibt Weinzierl ein klares Ziel aus: "Wir haben die Pflicht zu punkten und den Wunsch zu gewinnen." Wie das gelingen soll, fügt der 41-Jährige gleich an: "Es zählt nur die Mannschaft." Einzelne Namen, wer wen ersetzt, seien dabei zweitrangig. "Es geht um das Team, um den Verein. Darum, dass wir im Abstiegskampf alles rausholen und die Nerven im Griff haben.“

Neben ihm verzieht Alfred Finnbogason keine Miene. Der Stürmer kennt die Situation, er hat bereits in der isländischen Heimat und den Niederlanden im Abstiegskampf gespielt. "Ich habe auch in Heerenveen schon schwere Zeiten erlebt.“ Und er lässt keinen Zweifel daran, dass er 100-prozentig an den Klassenerhalt glaubt. "Wichtig ist, dass wir unsere Stärken einbringen. Wir haben den Glauben, dass wir morgen gewinnen können.“

Eine wichtige Stütze dabei ist Finnbogason: "Er hat sich gut in unsere Mannschaft eingefügt, das sieht man alleine daran, wie gut er Deutsch spricht. Auch auf dem Platz hat schon mit Toren und guten Leistungen geholfen. Er darf auch in den nächsten Spielen Tore erzielen“, so Weinzierls Wunsch. Eine "Forderung“ hat er aber an den Angreifer noch: "Jetzt muss er nur noch Bayerisch lernen“, grinst der Niederbayer. "Besseres Deutsch als ich spricht er ja jetzt schon.“
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