April, April! FCA verzichtet auf Euro-League und Erdöl in Augsburg

Bohrinsel vor der SGL Arena In Augsburg ist angeblich Öl gefunden worden und auch der FCA vermeldet Sonderbares. Am 1. April landen verrückte Nachrichten im Redaktions-Postfach. Bildmontage: Stefanie Michejew - Trondur /123rf.de

Der FC Augsburg will sich nicht für die Europa League anmelden und im Domviertel sprudelt Erdöl: Fast hätten wir diese Pressemitteilungen als "Breaking News" veröffentlicht, aber dann haben wir auf den Kalender geschaut.

Am 1. April gehen manchmal Pressemitteilungen in der Redaktion ein, die klingen wie Nachrichten, die man schnell veröffentlichen sollte. Heute waren zwei Meldungen dabei, die es in sich hatten. Und fast wären wir darauf reingefallen.

"Schwarzes Gold im Domviertel gefunden", so der Betreff einer E-Mail des Kolpingwerk Diözesanverbands Augsburg, die am Vormittag in unserem Postfach landet. "Erdölvorkommen sichert nachhaltig die Zukunft des Jugendwohnens", heißt es dort. "Derzeit finden auf einem Grundstück in der Augsburger Jesuitengasse die Vorarbeiten für den Ersatzneubau des Jugendwohnheims der Kolping-Stiftung Augsburg statt. Wie jetzt bekannt wurde, ist man bei den Bohrarbeiten für die Pfahlgründung des neuen Gebäudes auf ein reichhaltiges Erdölvorkommen gestoßen." Ernsthaft? Wenn einem das genaue Datum nicht präsent ist, kann man bei so einer Meldung schon mal stutzig werden. Nach einem Gespräch mit den Kollegen die Erkenntnis: Das muss ein Aprilscherz sein.

In der Pressemitteilung wird sogar ein Bauarbeiter zitiert: „Die Archäologen bei den Ausgrabungen staunten nicht schlecht, als bei uns plötzlich Erdöl aus dem Bohrturm spritzte. Die haben nach Goldmünzen aus der Römerzeit gesucht und nichts gefunden. Wir aber haben schwarzes Gold gefunden." Herbeigerufene Bergbauingenieure und Geologen seien optimistisch und gehen von einer möglichen Förderleistung von bis zu 10.000 Tonnen, also rund 73.000 Barrel Erdöl, aus. Okay, es muss wirklich ein Aprilscherz sein.

FCA meldet nicht für Europapokal

Kurze Zeit später meldet sich dann der FC Augsburg: Der FCA nehme nicht an der Europa League teil! "Der FC Augsburg rangiert derzeit nach 26 Spieltagen in der Fußball-Bundesliga mit 38 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Dieser Rang würde am Saisonende zur Teilnahme an der Europa League berechtigen. Doch dieses Ziel wird die Mannschaft in den restlichen acht Meisterschaftsspielen nicht weiter verfolgen, denn die Verantwortlichen des FCA haben nun entschieden, dass der Verein keine Meldung für einen internationalen Wettbewerb einreichen werde", schreibt der Verein.

Es seien sportliche, aber auch wirtschaftliche Gründe, "die uns zu diesem Entschluss gebracht haben“, wird FCA-Präsident Klaus Hofmann zitiert. In der gleichen Sekunde klingelt das Telefon. Am Apparat der völlig perplexe Kollege aus dem Nebenbüro: "Hast du schon gesehen! Der FCA verzichtet auf den Europacup." Gab es sowas überhaupt schon einmal?

Noch während wir das Online-Programm aufrufen fällt uns ein: Achso, es ist ja der 1. April.

Die Pressemitteilung des FCA geht wie folgt weiter: „In den letzten Jahren hat man immer wieder gesehen, dass Vereine die Doppelbelastung durch die vielen internationalen Reisen nicht ohne Probleme wegstecken. Es gibt genügend Beispiele, in denen Vereine nach der Europa League-Teilnahme in akute Abstiegsgefahr geraten sind. Wir wollen den Klassenerhalt in der Bundesliga nicht durch eine kurzfristige Teilnahme am Europapokal leichtfertig aufs Spiel setzen“, ergänzt FCA-Geschäftsführer Sport Stefan Reuter.

„Nachdem wir aus den ersten 24 Spielen 38 Punkte geholt und damit unser Ziel Klassenverbleib frühzeitig erreicht haben, scheint die Luft bei der Mannschaft raus zu sein. Ich kann mir die letzten beiden Niederlagen gegen Mainz und in Freiburg nur so erklären, dass die Mannschaft durch die Diskussion um Europa gehemmt war. Nun hat die Mannschaft aber kein Alibi mehr und kann in den restlichen Spielen befreit aufspielen“, sei auch FCA-Trainer Markus Weinzierl froh, dass so der mediale Druck vom Team genommen werde.

FCA-Kapitän: "In Europa kennt uns doch keine Sau"

Auch FCA-Kapitän Paul Verhaegh stehe hinter dieser Entscheidung: „Das ganze Gerede um einen Platz in der Europa League oder gar der Champions League nervt uns Spieler nur noch. Vor allem fragen wir uns, warum wir uns für ein internationales Geschäft qualifizieren sollten: In Europa kennt uns doch keine Sau.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.