Augsburger EV kämpft bis zum Schluss - aber Nürnberg gewinnt

Adrian Grygiel trifft zum 3:3 - ein weiterer Treffer gelang dem AEV trotz großem Bemühens bis zum Schluss nicht mehr.
 

Nach einem torreichen ersten Drittel und dem mehr als verdienten Ausgleich im zweiten Abschnitt verliert der AEV das dritte Viertelfinalspiel. Im Mitteldrittel war mehr drin als das 3:3, so reichten den Franken ein paar Fehler der Mannschaft von Mike Stewart zum glücklichen Sieg. Damit gehen die Ice Tigers mit 2:1 in Führung. Schon am Dienstag allerdings hat Augsburg im heimischen Curt-Frenzel-Stadion die Chance wieder auszugleichen - dazu müsste man jedoch die Konteranfälligkeit abstellen.


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Das dritte Spiel innerhalb von vier Tagen begann ohne Abtasten, beide Teams hatten schon in der Anfangsphase einige Chancen, die von den Goalies Jochen Reimer - er ersetzte nach zwei Spielen Andreas Jenike im fränkischen Kasten - und Jonathan Boutin zunichte gemacht wurden. Nach vier Minuten hatte "Boots" dann keine Chance gegen einen platzierten Schuss von Brandon Segal, der allein vor ihm auftauchte. Der AEV hatte im Spielaufbau den Puck verloren, Philippe Dupuis bediente den nach vorn spurtenden Segal, der vom hinterher hetzenden Mark Cundari nicht mehr gestoppt werden konnte. Der Ausgleich fiel keine Minute später: Holzmann und Hafenrichter scheitern, dann klärt ein Nürnberger zur Seite - direkt auf den Schläger von Scott Valentine, der ins leere Tor abzieht.

Der AEV spielte wie gewohnt mit aggressivem Forechecking, dadurch entstanden in der Defensive Lücken, die Nürnberg eiskalt ausnutzte. Erst konnte Yasin Ehliz ins Angriffsdrittel fahren und den von den Augsburger Verteidigern "vergessenen" Patrick Reimer bedienen (9. Minute), dann hechelte wieder Mark Cundari dem konternden Steve Reinprecht hinterher (11. Minute). Nach diesem Doppelschlag hing der AEV nur kurz in den Seilen, dann schoss Derek Dinger aufs Tor und Drew LeBlanc fälschte zum Anschlusstreffer ab (12. Minute). Nürnberg erspielte sich jetzt leichte Vorteile, denn Augsburg versuchte es erst einmal mit etwas weniger Risiko.

AEV kommt nach 1:3 zurück...

Zum Mitteldrittel tauschte auch Mike Stewart den Torhüter; für Boutin kam Ben Meisner ins Spiel, der seine Sache zunächst sehr gut machte. Auch nach vorn ging jetzt wieder mehr - und in der 26. Minute jubelte der Gästeblock: Mark Cundari hatte mehrere Nürnberger ausgespielt, legte quer vors Tor zu Adrian Grygiel und der schob den Puck aus kurzer Entfernung zum Ausgleich in den Kasten, den er selbst dann mit abräumte. Der Treffer zählte nach Videobeweis, Grygiel war erst nach dem Puck in Torraum und Tor gefallen. Die Nürnberger Fans wurden merklich leiser und packten angesichts des jetzt überlegenen AEV ihre Klatschpappen weg. Nürnberg war nur noch mit vereinzelten Kontern gefährlich, die Ben Meisner entschärfen konnte, während der AEV nachlegen wollte. Aber Reimer hielt ebenfalls fantastisch und hatte bei Augsburgs größter Chance Glück: Brady Lamb traf mit einem Schlenzer nur den Innenpfosten.

Etwa zur Halbzeit gab es die ersten Strafen in einem intensiv und trotzdem fair geführten Spiel, aber sowohl bei vier gegen vier als auch bei vier gegen drei Spieler hatte Augsburg kein Glück beim Torschuss. Nach Ablauf der Strafe gegen Dupuis wieder ein Alleingang, den Meisner jedoch entschärfen kann.

... und verliert im Schlussabschnitt Konzentration und Spiel

War der knappe Vorsprung nach dem ersten Drittel etwas schmeichelhaft für Augsburg hätten sich die Mittelfranken nach dem zweiten nicht über einen Rückstand beschweren dürfen, aber es ging unentschieden in den Schlussabschnitt. Der AEV überstand eine komische Strafe gegen Matt MacKay (niemand außer einem Schiedsrichter hatte einen Hohen Stock gesehen, nicht einmal der "Gefoulte" etwas gemerkt) und drückte auf die Führung in Spiel und Serie. Die fiel jedoch nicht, sondern auf der Gegenseite. In der 51. Minute war es wie so oft ein alleine gefahrener Konter, den der AEV nicht verhindern konnte. Diesmal startete Marco Pfleger durch und überwand Ben Meisner erstmalig in diesem Spiel.

Jetzt war Augsburg in Zugzwang, neun Minuten blieben Mike Stewarts Team für den erneuten Ausgleich. Und der AEV bedrängte Reimers Tor, scheiterte aber immer wieder am Schlussmann aus dem Allgäu. Als seinem Gegenüber der einzige Schnitzer passierte war das Spiel quasi entschieden: Ben Meisner verlor den Puck hinter dem Tor an Reinprecht, so dass es für Patrick Reimer ein Leichtes ins leere Tor zu treffen. Zwar versuchte es Mike Stewart eineinhalb Minuten lang mit sechs Feldspielern, aber auch hier gab es keinen weiteren Erfolg.

Nächstes Heimspiel am Dienstagabend
Junioren im DNL-Viertelfinale gegen Köln

Der stellt sich hoffentlich am Dienstag wieder ein: Um 19:30 Uhr spielt der AEV wieder im heimischen Curt-Frenzel-Stadion. In diesem engen und hart umkämpften Viertelfinale entschieden bisher Nuancen die drei Spiele, viel anders machen müssen die Augsburger nicht um zum 2:2 ausgleichen zu können. Dann sind erstmals drei Tage Pause bis zum fünften Spiel in Nürnberg am Freitag, ebenfalls um 19:30 Uhr.

Schon am Mittwoch steigt das nächste Playoff-Spiel im Curt-Frenzel-Stadion: Die Junioren des AEV haben nicht nur erstmals die Playoffs erreicht, sondern mit zwei Siegen gegen Krefeld - zuhause 4:3 nach Verlängerung, beim KEV mit 5:1 - das Viertelfinale gegen die Kölner Junghaie erreicht. Das Spiel beginnt bereits um 18:30 Uhr, der Eintritt ist nur über Bob's Terasse möglich und beträgt 5 Euro.
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