Augsburger Kanuten: Zweimal Gold, sechsmal Silber

Die beiden Augsburger Birgit Ohmayer und Florian Breuer sind bei der Kanuslalom-EM erfolgreich. Ohmayers Medaillen sind so überraschend, dass ihr das Outfit für die Siegerehrung fehlt.

Die Strapazen haben sich gelohnt: 14 Stunden dauerte die Anreise per Auto nach Skopje zu den Junioren-und U23-Meisterschaften-Europameisterschaften im Kanuslalom. Erfolgreich mit dabei zwölf Augsburger, die an acht der 13 deutschen Podestplätzen in Mazedonien beteiligt waren.

Die erste Medaille erpaddelte Birgit Ohmayer (Kanu Schwaben Augsburg - KSA) mit Silber im Canadier-Einer der Juniorinnen hinter Martina Satkova aus der Tschechischen Republik. "Mein Finallauf war nicht perfekt, es hat an ein paar Stellen gehakt, deswegen bin ich froh, Zweite geworden zu sein", strahlte die 16-jährige Friedbergerin. "Ich hätte das nicht gedacht, deswegen hatte ich auch keinen Präsentationsanzug zur Siegerehrung und musste mir die Sachen und Schuhe ausleihen."

Vereinskollegin Elena Apel verpasste das Finale und schied im Halbfinale als 14. aus. Mehr als ein Trostpflaster gab es im Canadier-Team: Apel wurde mit Ohmayer sowie Karolin Wagner (Leipzig) mit Silber dekoriert. Diesmal waren die DKV-Präsentationsanzüge zur Hand.

Danach paddelte im Canadier-Einer der Junior Florian Breuer (KSA) ebenfalls auf den Silberrang. Den Titel holte sich der Italiener Raffaello Ivaldi. "Der Finallauf war leider weniger optimal, da waren die Vorläufe besser. Trotz der Fahrfehler hat es dennoch für den zweiten Platz gereicht, was ja auch kein schlechtes Ergebnis ist", war der amtierende Junioren-Weltmeister am Ende zufrieden. Kein Wunder: Schließlich gab es doch noch Gold für ihn - mit Timo Trummer (Zeitz) und Leon Hanika (Leipzig) gewann Breuer den EM-Titel in der Mannschaftwertung.

Team-Europameister wurden auch die deutschen Junioren im Kajak-Einer mit Leo Bolg (KSA), Thomas Strauß (Augsburger Kajak-Verein - AKV) und Lukas Stahl (Hamm). Pech dagegen in der Einzelwertung, in der sie ohne Medaille blieben. Thomas Strauß wurde im Finale Zehnter, Leo Bolg Zwölfter.

Zum Vize-Europameistertitel im Team paddelten die U23-Kajak-Herren Fabian Schweikert (Waldkirch), Laurenz Laugwitz (Köln) und Samuel Hegge (KSA). Der erst 19-jährige Hegge fuhr zudem im Einzel-Finale auf Rang Zehn.

Rabenschwarze Wettkampftage erwischten dagegen die U23-Canadier-Einer. Für Franz Strauß (17.) und Frederick Pfeiffer (20., beide AKV) war im Halbfinale Endstation, Dennis Söter (KSA/23.) schied nach den Qualifikationsläufen aus. Sie mussten einen französischen Dreifachsieg vom Rande aus verfolgen. Auch in der Teamwertung gab es nur Rang Neun.

Im Kajak-Einer-Finale der Juniorinnen belegte die erst 17-jährige Friedbergerin Selina Jones (KSA) erfolgreich Rang neun. Danach gab es auch hier Silber in der Teamwertung für Anna Faber, Andrea Herzog und Selina Jones.

Die deutschen U23-Herren im Canadier-Zweier konnten nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Die Zwillinge Gabriel und Merlin Holzapfel (KSA) verpassten knapp das Finale und belegten am Ende Rang 11. Besser lief es im Team: Hans Krüger/Paul Sommer/ Gabriel Holzapfel/Merlin Holzapfel und Aaron Jüttner/Piet Wagner gewannen ebenfalls die Silbermedaille.

Alles in allem sehr zufrieden zeigten sich Bundestrainer Thomas Küfner (Leipzig) und Landestrainerin Jenny Apel (Augsburg): "Der Einsatz und die Teamleistungen haben gepasst." Mit zwei- und sechs Silbermedaillen im Gepäck ließ sich die strapaziöse Heimfahrt für die Augsburger Nachwuchsfahrer denn auch deutlich leichter ertragen. Als internationale Kampfrichter waren aus Augsburg zudem Marianne Stenglein und Marcus Herrmann in Skopje im Einsatz. Für Kanu Schwaben gab es übrigens noch eine weitere Goldmedaille: Stefanie Horn gewann im Kajak Einer U 23 - allerdings für Italien.
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