Augsburger Panther: Der beste AEV aller Zeiten steht im Viertelfinale

Playoffs! Zum ersten Mal nach vielen mageren Jahren eindlich wieder mit dem AEV
 
Augsburg wartet auf seine Unterschrift: Erfolgstrainer Mike Stewart
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Es ging um den letzten fehlenden Punkt: Entweder musste Ingolstadt einen weiteren abgeben oder der AEV gegen Krefeld mindestens die Verlängerung erreichen. Das war machbar, nicht nur weil Augsburg schon die ganze Saison über Traumhockey spielt, sondern der Tabellenletzte aus dem Rheinland sich angesichts seiner aussichtslosen Situation unter der Woche schon von teuren Spielern getrennt hatte. Nach dem 3:1-Sieg gegen die Krefeld Pinguine (Tore: Guentzel, Parkes, Cundari) ist der AEV bereits nach dem fünftletzten Spieltag fürs Viertelfinale qualifiziert und steht auf Platz 5 - noch nie hat das ein Augsburger Team geschafft.


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Ben Meisner im Tor, Adrian Grygiel wieder dabei

Ohne Marcel Müller (nach Schweden) und Kyle Klubertanz (nach Linz) lief der KEV auf, beim AEV fehlte Alex Thiel (Oberkörperverletzung). Für ihn stand erstmals wieder Adrian Grygiel im Kader, der seit seiner Verletzung im November nur zusehen konnte. Rechtzeitig zu den Playoffs soll auch TJ Trevelyan wieder ins Geschehen eingreifen, den Sieg gegen den KEV verfolgte er zusammen mit Thiel noch von der Tribüne aus.

Die beiden sahen mit den rund 4.700 anderen Zuschauern eine erst etwas zerfahrene Partie, in der Krefeld mit 1:0 in Führung gehen konnte. Zwei Augsburger waren nach sechs Minuten im eigenen Drittel zusammengestoßen, der Puck gelangte zu Krefelds Topscorer Pietta und der zog ab Richtung Tor. Ben Meisner im AEV-Tor war ohne Chance, eine Spielertraube hatte ihm die Sicht auf den Schützen genommen. Im kurz darauf folgenden Powerplay für die Rheinländer verhinderte er dann einen weiteren Treffer und parierte auch einen Penalty gegen Kretschmann.

Wichtig in den Playoffs: Das Powerplay funktioniert

Nach 15 Minuten das erste Überzahlspiel für Augsburg - und das dauerte nicht lange: Schon nach sieben Sekunden durfte Collins wieder mitspielen, Gabe Guentzel vollendete eine schnelle Kombination zum Ausgleich. Krefeld wehrte sich nach Kräften, vor allem Torhüter Treutle verhinderte immer wieder die Augsburger Führung.

Also ging es unentschieden ins Mitteldrittel, aber dabei blieb es nicht lang. Denn nach zwei Minuten musste Kretschmann auf die Strafbank und Mike Stewarts Team durfte wieder in seiner Paradedisziplin ran: Powerplay! Diesmal wurde das Überzahlspiel etwas länger geübt, aber letztlich zappelte der Puck doch im Netz. Evan Trupp hatte den Puck zwischen Treutles Schlittschuh und dem Pfosten durchgemogelt, so dass er im Torraum landete. Trevor Parkes reagierte am schnellsten und bugsierte die Scheibe ins Krefelder Tor, das 2:1 nach 24 Minuten. Jetzt kam der AEV verstärkt ins Rollen und Treutle musste Schwerstarbeit verrichten, um sein Team im Spiel zu halten. Etwa zur Halbzeit überstanden die Rheinländer erstmals ein AEV-Powerplay schadlos, bei der nächsten Strafzeit stellten sie sich dann dumm an: Weil sie den Schiedsrichtern zu lange brauchten um aufs Eis zurückzukehren sprachen die eine weitere Strafe aus. Doppelte Überzahl für Augsburg, und natürlich fiel jetzt der dritte Treffer. Mike Davies lockte Treutle neben seinen Kasten, passte mit der Rückhand auf Mark Cundari und der hämmerte den Puck ins Tor.

AEV verwaltet das Spiel, die Fans feiern

Im Schlussabschnitt war dann schnell die Luft raus. Der AEV verwaltete geschickt den Vorsprung, hatte trotzdem weitere Chancen, fand aber in Treutle (Dinger, LeBlanc, Hanowski, Parkes...) oder dem Pfosten (MacKay) seinen Meister. Die Fans feierten währenddessen ihre Mannschaft mit Standing Ovations und "Oh wie ist das schön"-Chören und luden ihre Helden zur Ehrenrunde ein.

Am kommenden Freitag um 19:30 Uhr stellt sich mit Mannheim ein möglicher Viertelfinalgegner im Curt-Frenzel-Stadion vor, davor stehen zwei Auswärts-Derbys an: Am Sonntag geht es nach Straubing und am Mittwoch nach München.

Die Themen der Fans: Wer bleibt beim AEV und wer wird Gegner im Viertelfinale?

Währenddessen sind die Themen der AEV-Fans der mögliche Viertelfinalgegner - "bitte nicht Köln!" meinen die meisten - und die Frage, wer als nächster seinen Vertrag verlängert. Die Kaderplanung 2017/18 ist zwar so weit fortgeschritten wie selten, ein paar wichtige Positionen fehlen jedoch noch. Spielmacher Drew LeBlanc und Außenstürmer Ben Hanowski machen einen Verbleib in der Fuggerstadt u.a. vom Trainer abhängig - und Mike Stewart hat zwar im Fernsehinterview angedeutet, dass er eigentlich schon bleiben möchte, seine Unterschrift fehlt jedoch noch. Neben dieser wichtigsten Personalie fehlt Gabe Guentzels Zusage. Der Verteidiger mit deutschem Pass hat sich längst in die Liga etabliert und ist seit einigen Wochen richtig heiß. 21 Punkte hat er bisher erreicht und zuletzt immer wieder auch getroffen.
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