Augsburger Panther gewinnt wieder gegen Wolfsburg

Torhüter Ben Meisner: gegen Wolfsburg gelang ihm der erste Shutout in der DEL.
 
Trevor Parkes und Michael Davies jubeln über die frühe Führung durch Evan Trupp (nicht im Bild).

Ein Shutout für den AEV, das ist fast so selten wie der Supermond. Gegen Wolfsburg schaffte es Ben Meisner endlich einmal wieder kein Tor zuzulassen und so gewann Augsburg auch das zweite Spiel innerhalb von vier Tagen gegen Wolfsburg. Die Tore erzielten Evan Trupp, Gabe Guentzel und Mark Cundari, die Abwehrleistung war eine kollektive.


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Selten sah man Mike Stewarts Team derart diszipliniert nach hinten arbeiten wie seit der Länderspielpause. Die Mannschaft half ihrem Goalie wo sie nur konnte, lief Passwege zu, blockte Schüsse, drängte Angreifer ab und fuhr Checks zuende. Dadurch fehlte etwas der offensive Pfeffer, aber ein paar Highlights setzte der AEV doch. Das erste war auch ein seltenes Schauspiel: Ein Tor vom Vorlagenkönig Evan Trupp. Sein drittes in dieser Saison war kein richtiger Schuss, aber er kam aufs Tor und rutschte Torhüter Vogl durch die Beine: 1:0 schon nach drei Minuten, nach 17 erfolglosen Versuchen hatte wieder ein Powerplay geklappt.

Wolfsburg fiel offensiv zehn Minuten lang so gut wie gar nicht auf, zu eng wurden deren sonst so gefährliche Stürmer gedeckt, zu aggressiv die Verteidiger beim Spielaufbau gestört. Beim AEV lief es dagegen, vor allem im Powerplay - Wolfsburger saßen des öfteren auf der Strafbank - wurde munter kombiniert. Ein weiteres Tor durch Ben Hanowski fand keine Anerkennung, Schiedsrichter Brüggemann hatte den Puck sicher bei Vogl gesehen und zu früh abgepfiffen.

Stürmer verteidigen, Verteidiger treffen

So ging es mit einer knappen Führung ins Mitteldrittel, wo es dem zuletzt starken Gabe Guentzel vorbehalten war diese auszubauen: Toller Pass von Verteidigerkollege Derek Dinger und es steht 2:0 in der 26. Minute - Guentzels zweites Tor innerhalb von 48 Stunden.

Über weite Strecken des Spiels neutralisierten sich die Teams, aber Augsburg schaffte, was Wolfsburg versagt blieb, nämlich immer wieder gefährliche Angriffe zu fahren. Und wurde es mal gefährlich vor Ben Meisner, dann hielt der Ersatzkeeper (Jonathan Boutin hatte sich gegen Nürnberg verletzt) sicher. Zwar zucken die Fans immer noch bei jedem seiner Ausflüge hinters Tor zusammen, aber nicht einmal von diesen kleinen Unsicherheiten schafften es die Grizzlys zu profitieren.

Standing Ovations holte sich die Unterzahl-Abteilung des AEV kurz vor Drittelende ab: Völlig fertig rutschten sie vom Eis nach zwei durchgespielten Minuten ohne Wechselmöglichkeit - aber eben auch ohne Gegentor.

Ben Meisners erster DEL-Shutout

Im Schlussabschnitt nahm die Dramatik zu, Wolfsburg warf jetzt alles nach vorne, etwa zehn Minuten lang rollte Angriff auf Angriff - erfolglos, denn auch der AEV legte noch einen Zahn zu und verteidigte mit Mann und Maus und Meisner. Und als Pavel Gross auch noch Vogl durch einen sechsten Feldspieler ersetzte brannte es lichterloh hinter und neben Meisners Kasten. Das Tor fiel dann auf der anderen Seite, Mark Cundari ballerte einen Befreiungsschlag ins verlassene Tor. 3:0, die endgültige Entscheidung. Und kurz darauf bedankte sich Ben Meisner bei der Mannschaft für seinen ersten Shutout in der DEL. Nach fast zwei Jahren - siebzig Spiele - war es endlich wieder so weit, ein Spiel ohne Gegentor für den AEV.

Stimmung auch ohne organisierte Unterstützung der Ultras

Und das trotz der Verletzung von Jonathan Boutin und dem geordneten Rückzug der Ultras von Augsburg 98. Dementsprechend ungewohnt war die Stimmung anfangs im Curt-Frenzel-Stadion, aber auch die vielen Neulinge (es gab eine Studenten-Sonderaktion), der ungeliebte Dienstagsspieltag und der noch unbeliebtere Gegner hinderten das Eisstadion nicht daran sich zum Schluss in ein Tollhaus zu verwandeln.

Vielleicht am Freitag gegen Schwenningen ab 19:30 Uhr wieder? Die aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft hat jeden Fan verdient, und die gute Stimmung kommt dann wie von selbst, wenn sie so weiterspielt wie zuletzt. Und der nächste Shutout der bissigen Panther ist keinen Supermond entfernt.
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Simon Kriener aus Augsburg - City | 16.11.2016 | 09:02  
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