Augsburger Panther: Special Teams und Zentimeter entscheiden Duell in Nürnberg

Gut gespielt, aber trotzdem baden gegangen wie diese Amsel vor dem Curt-Frenzel-Stadion sind die Augsburger Panther am Dienstagnachmittag in Nürnberg.
 
Drew LeBlanc: Gegen Berlin hatte er je doppelt getroffen und aufgelegt, in Nürnberg reichte sein Tor nicht zu Punkten.

Im Abstand von nur zwei Tagen hatte es der AEV mit zwei Spitzenteams der DEL zu tun – und die Spiele hätten kaum unterschiedlicher sein können: Am Sonntag sahen knapp 5.000 Fans ein Torfestival, am Feiertag-Nachmittag die gut 7.000 Zuschauer in Nürnberg ein von der Defensive geprägtes Kampfspiel. Gegen die große rote Wand - Nürnbergs kleinster Verteidiger ist 185 cm groß, der größte 206 - bissen sich die Panther die Zähne aus, einzig Drew LeBlanc traf im Powerplay. Für Nürnberg glich Leo Pföderl aus, und auf Philippe Dupuis‘ Überzahltor konnte der AEV nur mit einem Lattentreffer von Parkes antworten – die Ice Tigers gewannen das rasante Spiel mit 2:1.

Dinger und Detsch für Rekis und Stieler

Personell musste Mike Stewart zwei Änderungen vornehmen: Für die angeschlagenen Arvids Rekis und David Stieler rotierten Derek Dinger und Hans Detsch ins Team, taktisch ließ er seine Mannschaft in Nürnberg anders agieren als zuhause gegen Berlin. Statt torhungrigem Hurra-Hockey regierte bei beiden Teams zuerst die Fehlervermeidung. Trotzdem entwickelte sich ein spannendes Spiel, die beiden Teams kennen sich nach den zuletzt häufigen Spielen – sieben Viertelfinals und das 4:0 im Curt-Frenzel-Stadion – ziemlich gut, können sich aber dennoch gegenseitig überraschen.

Zum Beispiel in Person von Matt White. Der kam erst im Sommer nach Augsburg und traf gleich mal den Pfosten – und überraschte damit auch TJ Trevelyan, der schon gejubelt hatte und deshalb den Schläger nicht richtig an den abprallenden Puck bekam. TJ hatte gegen die Eisbären mit zwei Toren in der ewigen DEL-Skorerliste die Legende Sergej Vostrikov von Platz zwei verdrängt, gegen Nürnberg kam kein weiteres hinzu und Sportdirektor Duanne Moeser bleibt unangefochtener Top-Torjäger.

Auch Mark Cundari scheiterte mit einem Schlagschuss an Nürnbergs Goalie Jenike, auf der Gegenseite zeichnete sich Jonathan Boutin zweimal beim Rebound aus der Kurzdistanz nach einem Schuss von Brett Festerling aus. Zwei Großchancen gab es während des ersten Überzahlspiels für den AEV: Erst scheiterte Guentzel nach schnellem Doppelpass mit White am schnellen Schläger Jenikes, dann Evan Trupp, der von der Seite direkt vors Tor zog – das erste Drittel blieb torlos.

LeBlanc trifft im Powerplay, Pföderl gleicht aus

Im Mitteldrittel fielen dann die Tore. Zwar keine sieben wie am Sonntag, aber immerhin zwei: Erst war Drew LeBlanc im Powerplay erfolgreich, der erst neben dem Tor einen Nürnberger Verteidiger aussteigen ließ, dann vors Tor zog und in Ermangelung einer Anspielstation einfach mal aufs Tor schoss. Zwei Nürnberger und Thomas Holzmann versperrten Jenikes Sicht – 1:0 nach 26 Minuten. Nürnberg versuchte natürlich schnell zum Ausgleich zu kommen, viel ließ die gut stehende AEV-Abwehr nicht zu – auch nicht beim ersten Powerplay der Ice Tigers; einzig Steckel zwang Boots zweimal zu Glanztaten. Die beiden Torhüter verhinderten bei den wenigen Chancen weitere Treffer, erst Leo Pföderl schaffte es die gegenseitige Neutralisation aufzuheben – und neutralisierte die Partie mit einem platzierten Schlenzer.

Scheibenglück entscheidet starke Partie

Da kurz vor der zweiten Pause Steffen Tölzer auf die Strafbank musste, startete der Schlussabschnitt mit einer guten Minute Powerplay für die Ice Tigers. Und das nutzten sie aus: Ein Schuss übers Tor, der Puck prallt vom Glas zu Pohl und wird von Boutin abgewehrt. Leider auf Dupuis‘ Kelle, und der schiebt zur fränkischen Führung ein. Wütende Angriffe der Panther unterbanden die Nürnberger erst durch starkes Defensivspiel, der Weg durchs Mitteldrittel wurde immer schwerer. Und verlagerten dann das Spiel weiter nach vorn, hielten den AEV in seinem Verteidigungsdrittel von Angriffen ab. Und gelang doch mal ein Durchbruch, dann stand Andreas Jenike im Weg. In der Schlussphase zeigte er Trevelyan die kalte Schulter, mit der er eine Scheibe ablenkte und verhinderte auch bei einer Triple-Chance von Holzmann den Ausgleich. Ohne Boutin und mit einem sechsten Feldspieler scheiterte Ehliz erst knapp am leere Tor und Scott Valentine, dann fälschte Trevor Parkes einen Cundari-Schuss gefährlich ab – aber es machte nur „bling!“, der Puck traf nur das Torgestänge.

Freitag kommt der Meister

Nach den beiden starken Spielen gegen den Zweiten und Ersten der DEL muss dem AEV vor dem neuen Zweiten nicht bange sein: Am Freitag gastiert der Meister aus München in Augsburg, bevor am Sonntag ab 17:00 Uhr das letzte Spiel vor der Deutschland-Cup-Pause in Schwenningen steigt.
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