Augsburger Panther verzweifeln an Iserlohns Goalie Mathias Lange

Endstation Mathias Lange - wie hier im Spiel war Iserlohns Torhüter Sieggarant seiner Roosters. Am Seilersee traf einzig Jaroslav Hafenrichter (rechts).


Es bleibt dabei: Der AEV hat große Schwierigkeiten gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel. In Iserlohn war Augsburg zwar über weite Strecken überlegen, zum Schluss hin sah die Halle am Seilersee einen minutenlangen Sturmlauf aufs Iserlohner Tor, aber Mathias Lange hielt die Führung bis zum Ende fest: Seine Leistung und glückliche Special-Teams sorgen für den ersten Heim-Dreier der Sauerländer.

Daniel Schmölz‘ Ausfall sprengt deutsche Topreihe

Dabei hatte Mike Stewart sein Team komplett umgestellt hatte, die fast einzige Konstante war Torhüter Boutin. Zuletzt hatte fast nur die Formation Stieler, Schmölz und Holzmann geskort, aber ausgerechnet hier fehlte Daniel Schmölz. Für ihn rutschte Hans Detsch in die vierte Reihe neben Aleksander Polaczek und Christian Kretschmann. Die verbliebenen beiden aus der deutschen Paradereihe wurde aufgeteilt: Nationalspieler Thomas Holzmann stürmte neben Jaro Hafenrichter und Center Drew LeBlanc, David Stieler zog für TJ Trevelyan und Matt White das Spiel auf. Die neue „alte“ Topreihe bestand aus Mike Davies, Trevor Parkes und Center Evan Trupp – gerade das letzte Duo hatte vergangene Saison gut harmoniert.

Die erste Chance im Spiel hatte jedoch ein Rooster, bei Marko Friedrichs Kurzdistanzversuch musste sich Boutin gleich sehr lang machen. Iserlohn hat auch einen Umbruch hinter sich, an der Bande wurde der „ewige“ Jari Pasanen kürzlich durch Rob Daum ersetzt. Der neue Coach hat einiges zu tun, vor allem die Heimschwäche des IEC ist eklatant, vor dem Spiel gegen Augsburg gab es nur fünf Punkte auf eigenem Eis.

Schönes Spiel, keine Tore:
Es bleibt ruhig am Seilersee

Dass der AEV nicht gleich in Führung ging lag an Torhüter Mathias Lange und vor allem am Pfosten, der einen Schuss von Scott Valentine „hielt“. Das Publikum war nach der langen Durststrecke für Iserlohner Verhältnisse ziemlich ruhig, man hörte teilweise die Rufe der Spieler und das Klack-Klack-Klack von Puck und Schlägern. Besonders schön hörte sich eine schwäbische Kombination an: TJ klack, Stieler klack, TJ klack, White zieht ab – aber sein One-Timer endet in Langes Fanghand.

Augsburg war nicht nur während dieser Situation spielerisch überlegen, aber wie so oft in den letzten Wochen fehlten Glück und Effektivität im Abschluss. Iserlohn glänzte nicht, sondern arbeitete und versuchte sich mit überraschenden kurzen Spielzügen. Zwei Minuten vor Drittelende hatten sie damit Erfolg. Ein Pass in die Mitte vom Ex-Augsburger Chad Bassen auf Marko Friedrich, da war’s passiert. Doch das 1:0 hielt keine ganze Minute, noch vor der Pause servierte Drew LeBlanc aus „Gretzkys Büro“ hinter dem Tor auf Jaro Hafenrichter – aus der Distanz war Lange chancenlos, der Puck landete im Winkel.

Im Mitteldrittel ein ähnliches Spiel, jetzt zuweilen unterbrochen durch Powerplay-Situationen für beide Teams. Erst checkte Polaczeck Travis Turnbull in die Bande, Iserlohn stellte sich umständlich an und der AEV bewältigte die zwei Minuten fast mühelos. Dann holte die vierte AEV-reihe eine Strafzeit heraus und Iserlohn musste sich zwei Minuten lang in Unterzahl wehren. Der Puck lief wie am Schnürchen, aber kurz vorm Tor war immer ein Knoten drin: Mal wirbelten Trupp, Parkes und Davies durchs Angriffsdrittel, dann landete ein Holzmann-Versuch bei TJ auf der anderen Seite des Tores – Ergebnis war der zweite Pfostentreffer des Spiels. Wie so oft fällt dann der Treffer auf der anderen Seite, Christopher Fischer zog in der 35. Minute ab – wieder Führung für den IEC, und jetzt wurde es lauter in der Halle. Augsburg drückte, aber Iserlohn konterte und spielte sicherer. Fast wäre mit der Schlusssirene der verdiente Ausgleich gefallen, aber Parkes fand seinen Meister im überragenden Lange.

Der Schlussabschnitt begann mit einer glücklichen Aktion von Boots: Augsburgs Goalie wusste nicht, dass sich der Puck unter seinem Bein befindet und schubste ihn mit dem Schoner zurück – knapp nebens eigene Tor. Im nächsten Powerplay für die Roosters war das Glück dann aufgebraucht: Brady Lamb rettet zu kurz, eine Spielertraube liegt und kniet und fällt im Torraum – nur Jason Jaspers und der Puck nicht: Iserlohns Kapitän behält die Übersicht im Chaos und arbeitet die Scheibe unter Boutin und Lamb ins Tor, wo er einen Zentimeter hinter der Linie liegenbleibt (43. Minute).

Jetzt dreht der AEV – nur unterbrochen durch eine Strafe gegen Gabe Guentzel – auf und belagert eine Viertelstunde lang regelrecht das Tor der Sauerländer. Aber Chancen über Chancen werden geblockt, gehalten von Lange oder schlicht vergeben. Die größten hatten Trevelyan auf der Rückhand und Holzmann auf der Kelle, vor allem aber Scott Valentine, der nicht aufs halb freie Tor, sondern auf die Spielertraube in der anderen Hälfte schießt.

Drei schwere Spiele vor der Deutschland-Cup-Pause

Auch fast zwei Minuten zu sechst reichen nicht für Anschlusstreffer und Ausgleich, so dass der AEV jetzt bei den großen Tieren punkten muss: Am Sonntagabend um 19:00 Uhr kommen die Eisbären Berlin ins Curt-Frenzel-Stadion, am Dienstag ab 16:30 Uhr müssen die Panther in Nürnberg ran und am Freitag (Spielbeginn 19:30 Uhr) gastiert RB München in Augsburg.
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