Bayern-Rundfahrt: Radprofis begeistern Neusäß

Radsport vom Feinsten in Neusäß: Die Schmutterstadt war Etappenziel der 35. Bayern-Rundfahrt und zeigte sich als guter Gastgeber.

Um 15.45 Uhr war es so weit, Radrennfahrer Jens Voigt raste als erster mit hohem Tempo durch die Hauptstraße der Stadt Neusäß, dem diesjährigen Zielort der dritten Etappe der Bayern-Rundfahrt. Am Ende fehlten dem Altmeister fünf Kilometer. Er war am Freitag dennoch Mann des Tages.

Bereits 15 Kilometer nach dem Start im Chiemgau bei strömendem Regen hatte der 42-jährige einen seiner legendären Angriffe lanciert und schnell einen Vorsprung von 45 Sekunden herausgefahren. Und das getan, was er am besten kann: ausreißen. Fast hätte er den Etappensieg geschafft. Aber fünf Kilometer vor dem Ziel schloss das Hauptfeld auf und Daryl Impey (Südafrika) für als Erster über die Ziellinie. Mathias Frank aus der Schweiz verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich. Die 19 Teams mit 132 der besten Radsportler der Welt hatten bis zum Etappenziel in Neusäß 233,5 Kilometer hinter sich gebracht.

Jens Voigt war an diesem Tag nicht nur Sieger der Herzen, er wurde für seinen Auftritt als aktivster Fahrer geehrt. "Natürlich hätte ich lieber den Etappensieg eingefahren, als eingeholt zu werden am Ende. Trotz allem war es ein guter Tag für mich. Ich konnte mich noch einmal vorne zeigen." Voigt will nach Saisonende seine Karriere beenden.

Bereits zum zweiten Mal war Neusäß Etappenziel. Und nicht nur eingefleischte Radsportfans freuten sich über dieses große Sportereignis. Teils in Winterjacken trotzten die Schaulustigen den niedrigen Temperaturen an diesem trüben Tag. Und dann kamen sie, die Helden des Radsports und kaum waren sie in Sicht, waren sie mit einem Durchschnittstempo von 60 Stundenkilometern vorbeiflogen und auch schon wieder weg. Wohl dem Fan, der die Bayerntour an der Strecke im Stadtgebiet Neusäß verfolgte, denn hier flitzte der Tross auf seiner Runde zweimal vorbei.

Die Stadt hatte ihre Hausaufgaben mehr als gut gemacht und war in jeglicher Hinsicht mit Hilfe von 180 Einsatzkräften von Polizei, den Freiwilligen Feuerwehren, dem BRK und dem ACO auf alle Eventualitäten vorbereitet. "Es ist uns eine große Ehre, dass die Bayern Rundfahrt bereits zum zweiten Mal in Neusäß zu Gast ist und wir bemühen uns gute Gastgeber zu sein", so Bürgermeister Richard Greiner.

Bereits lange vor der Ankunft des Radtrosses wurden die Zuschauer von 13 bis 15 Uhr mit einem vielfältigen Rahmenprogramm unterhalten. Für die kleinsten Radsportfans gab es etwa einen Laufradparcours, der viel Geschicklichkeit und Gleichgewichtsgefühl erforderte. Auch wer einmal auf einem Hochrad sitzen wollte oder sich im Kettcar-Racing üben, fand die perfekte Gelegenheit.

Die Percussion-Gruppe "Pica Pau" sorgte schließlich ab 15 Uhr für genau die richtige Stimmung zur Ankunft der Radrennfahrer. Im Anschluss an die Siegerehrung lud die Stadt schließlich zur zweitägigen Veranstaltung "Kultur im Park". Im nahe gelegenen Ägidiuspark erwartete die Besucher ein vielseitiges musikalisches und kulinarisches Angebot.
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