Daniel Braun sensationell schnellster Altersklassenathlet bei Challenge Roth

Daniel Braun auf seiner Zeitfahrmaschine
Zum 15. Mal fand dieses Jahr der Langdistanztriathlon (3.86 Kilometer Schwimmen/180.2 Kilometer Radfahren/42.2 Kilometer Laufen) in Roth bei Nürnberg unter dem „Challenge“-Label statt. Daniel Braun vom TSV 1862 Friedberg Triathlon hatte dieses Rennen im Vorfeld zu seinem Saisonhöhepunkt erklärt. Und das wurde es auch, denn Braun konnte sich gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich steigern und wurde bester Altersklassenathlet unter insgesamt 3.500 Einzelstartern. Mit einer Gesamtzeit von 8:43,50 Stunden belegte er in einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld den unglaublichen 15 Gesamtplatz und konnte seine Altersklasse M30 damit sensationell gewinnen.

Für Daniel Braun begann der Renntag um 3:45 Uhr. Nach dem Frühstück ging es zum Schwimmstart an den Donaukanal, wo die Athleten dann ab 7 Uhr in mehreren Wellen die Auftaktdisziplin in Angriff nahmen. Die Bedingungen waren diesmal geradezu ideal mit moderaten Temperaturen, wenig Wind und bewölktem Wetter. Daniel Braun fühlte sich durch seine extrem starke Konkurrenz, die er natürlich im Vorfeld gecheckt hatte, erst Recht angespornt und herausgefordert. Sein selbst gestecktes Ziel, das Erreichen eines Podestplatzes plus Zielzeitverbesserung war diesmal sehr hoch angesetzt.

Bekanntermaßen gehört Braun nicht zu den allerbesten Schwimmern, kam aber nach 1:02 Stunden ohne „Geprügel“ recht entspannt und für seine Verhältnisse ganz gut aus dem Wasser. Beim anschließenden Einzelzeitfahren war er dann sehr schnell eins mit seiner Zeitfahrmaschine, fand in seinen Rhythmus und konnte einen nach dem anderen „Einsammeln“. Auf der zweiten der beiden 90 Kilometer langen Radrunden musste Braun einige mentale Durchhänger überwinden, erreichte aber nach weiteren 4:38 Stunden, ohne sich bereits völlig zu verausgaben, die zweite Wechselzone.

Mit der Gewissheit, dass seine Paradedisziplin nun anstand, ging er guter Dinge auf die 42 Kilometer lange Laufstrecke. Gleich am Anfang stand seine Familie mit Fangemeinschaft an der Strecke und er bekam von Schwiegerpapa Erhard Franz zugerufen, dass er auf Platz 19 und damit einer äußerst aussichtsreichen Position sei. Braun hielt bis zur Halbmarathonmarke einen Schnitt von gut 4 Minuten pro Kilometer aufrecht und hatte bis dahin eine Menge Mitstreiter „nach hinten durchgereicht“. Es wurde allerdings nicht leichter, die Speicher leerten sich und die Beine wurden immer schwerer. Im weiteren Verlauf musste er das Tempo drosseln und bei jedem Wendepunkt wurden die Gesichter der Gegner „gescannt“, um deren Schwächen evtl. für sich nutzen zu können. Seine Verpflegung hat Braun nun bereits auf Cola und noch mehr Cola umgestellt, um letzte Reserven zu mobilisieren. Nachdem er nochmals langsamer wurde, machte er weiter Druck im Kopf und ab Kilometer 30 ging es mental ja bereits Richtung Ziel. Er dachte sich immer wieder „nicht nach hinten schauen, weiter fokussieren und so gut es eben geht nochmal Gas geben“.

Bei Kilometer 40 wurde Braun von seiner Frau, den beiden Kindern und der ganzen Familie nochmals angefeuert. Er musste es jetzt „nur noch nach Hause laufen“, die Stimmung des tosenden Publikums mitnehmen und in den Zielkanal abbiegen. Als Daniel Braun realisiert hatte, dass er mit einer Zeit von 8:43,50 Stunden ins Ziel kam, war er überwältigt und einfach nur glücklich. „Am Ende noch einen Marathon in 2:58 Stunden zu laufen war zu viel für mich“ gab er im Freudentaumel zu Protokoll. Schließlich musste er zusammen mit Jan Frodeno, der bei diesem Rennen die Weltbestzeit unterboten hatte, im Anschluss noch zur Dopingkontrolle. Das Ergebnis: NEGATIV!
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