Déjà-vu im Weserstadion - FCA gewinnt in Bremen

Der FC Augsburg bejubelte drei Punkte in Bremen. (Foto: Heinle/Archiv)

Wie bereits im April ging Bremen in Führung und musste dann erneut erst den Ausgleich und dann den Rückstand hinnehmen. Im Gegensatz zum Spiel in der vergangenen Rückrunde war die Partie dieses Mal ausgeglichener, mit leichten Vorteilen für den FC Augsburg. Die Tore für den FCA erzielten Jeffrey Gouweleeuw und Konstantinos Stafylidis. Somit ist der Sieg am Ende verdient. Aber wenn über das Spiel diskutiert werden wird, dann über die Frage: „Elfmeter oder nicht?“. Vier Mal stand diese Frage im Raum.

"Ich erwarte, dass uns Werder Bremen einen heißen Tanz bietet. Unser Gegner hat das Spiel als Endspiel auserkoren", so Augsburgs Trainer Dirk Schuster vor dem Spiel. Beide Teams sind mit einer Niederlage in die Saison gestartet und wollten den Fehlstart vermeiden. Dabei haben vor allem die Bremer nach der 0:6-Niederlage gegen den FC Bayern etwas gutzumachen.

Beide Teams haben sich nach dem Saisonstart noch einmal verstärkt. Der FC Augsburg verpflichtete Martin Hinteregger von RB Salzburg und die Bremer holten mit Serge Gnabry den Torschützenkönig des Fußballturniers bei den Olympischen Spielen. Weiterhin verzichten muss Bremens Trainer Viktor Skripnik allerdings auf den am Knie operierten ehemaligen Nationalspieler Max Kruse und Claudio Pizarro.

Ausgeglichene erste Hälfte


In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Torchancen blieben Mangelware, aber die Augsburger zeigten die reifere Spielanlage. Wie bereits im Spiel gegen den VfL Wolfsburg konnten Lücken nicht genutzt werden. Entweder wurde der letzte Pass zu unsauber gespielt, die Ballannahme war mangelhaft oder die falsche Entscheidung wurde getroffen.

Beispiele dafür: Die Konterchance in der 9. Minute verpuffte, da der Pass in die Tiefe zu lang war. In der 23. Minute suchte Hinteregger das Überraschungsmoment mit einem langen Ball, aber Alfred Finnbogason ging zu rabiat in den Zweikampf am Werder-Strafraum - Freistoß Bremen. In der 37. Minute brachte Caiuby eine schöne Flanke von der linken Seite, aber in der Mitte bekam Raul Bobadilla die Kugel nicht unter Kontrolle.

In der 26. Minute vertändelte bei einem schnellen Augsburger Konter Ja-Cheol Koo die Kugel am gegnerischen Strafraum. Dabei stand rechts außen Bobadilla frei. Dabei wurde eine gute Chance vertan, da die Bremer noch unsortiert waren.

Bei den guten Torchancen fehlte das nötige Glück. So tauchte in der 31. Minute Finnbogason frei vor dem Bremer Tor auf. Schlussmann Felix Wiedwald verkürzte den Winkel aber geschickt und der Flachschuss des Isländers ging knapp am langen Pfosten vorbei. Oder als nur zwei Minuten später die Direktabnahme von Ja-Cheol Koo am linken Pfosten vorbeizischte.

Gnabry machte den Unterschied in Hälfte eins


Wenn es gefährlich für den Kasten von Marwin Hitz wurde, war stets der deutsche Jugendnationalspieler Serge Gnabry beteiligt. Wie wenig Raum Gnabry braucht, zeigte sich in der 37. Minute als er aus 20 Metern abzog. Sein Schuss strich einen Meter über die Ausgburger Latte.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit war der FC Augsburg erst im Glück und musste dann doch den Schock kurz vor dem Pausenpfiff verkraften. In der 43. Minute forderten die Bremer einen Strafstoß, als Verhaegh Gnabry im Strafraum zu Fall brachte – die Pfeife von Schiedsrichter Siebert blieb stumm. Zu leicht war Gnabry gefallen. Nur zwei Minuten später ließ Gnabry drei Augsburger Spieler stehen und legte quer rüber auf Bartels. Der hatte alle Zeit der Welt, die Kugel im Augsburger Tor unterzubringen. Seine Direktabnahme traf jedoch fast das Stadiondach.

In der 45. Minute hatten die Augsburger Spieler dann mächtig Diskussionsbedarf, doch Schiedsrichter Siebert blieb bei seiner Elfmeterentscheidung. Zuvor hatte Hinteregger Junuzovic im Strafraum gefoult. Den Elfer verwandelte Aron Johannson ganz entspannt unten links.

Augsburg musste kommen


Nach dem Rückstand kurz vor der Pause reagierte Dirk Schuster. Er brachte Dong-Won Ji für Raul Bobadilla. Doch die zweite Halbzeit begann wie die erste endete: Nach einem Foul von Ji am eigenen Strafraum holte Gnabry auf der linken Seite einen Freistoß raus. Der Ball war lange in der Luft und kam hoch in den Sechzehner, wo abermals Hinteregger Sané zu Boden riss bringt. Dieses Mal protestierten die Bremer, da Schiedsrichter Siebert abwinkte. Glück für den FCA.

Nur eine Minute später jubelten die Augsburger, nachdem Jeffrey Gouweleeuw beim Eckball sträflich allein gelassen worden war. Der Verteidiger musste nur noch einschieben.

Danach war mal Bremen, mal Augsburg am Drücker, ohne dass eine der Mannschaften wirklich zwingende Torchancen heraus spielen konnte.

FCA wird Elfmeter verweigert und jubelt trotzdem


Dann die Szene, die diese Partie entscheiden sollte: Finnbogason wird im Strafraum gefoult und fällt außerhalb des Strafraums zu Boden. Daraufhin entschied der Referee zum Entsetzen der Augsburger Spieler auf Freistoß. Konstantinos Stafylidis dachte sich, was soll's, ich mach den trotzdem rein. Mit Links zirkelte er in der 74. Minute die Kugel rechts um die Mauer ins rechte Eck zur Augsburger Führung.

Im Anschluss verpasste es die Elf von Dirk Schuster, vorzeitig alles klar zu machen. Allein Caiuby vertändelte in der 80. und 84. Minute die Chancen zur Entscheidung. Doch am Ende sollte es auch so reichen, da Bremen nichts mehr entgegenzusetzen hatte.
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