Dramatisches Spiel in Ingolstadt: AEV holt nur einen Punkt

Matt White (hier beim Spiel in Augsburg) überwand Timo Pielmeier per Schlagschuss zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung.
 
Wie im November hielt Pielmeier den Penalty von Mark Cundari und sicherte seinen Schanzern den Zusatzpunkt im Shoot-out.
Ingolstadt: Saturn Arena |

Das Spiel in Ingolstadt war nichts für schwache Nerven: Dreimal hatte der AEV geführt, lag dann selbst zurück und konnte drei Minuten vor Ende ausgleichen. Nach torloser Verlängerung holte sich der ERCI den Zusatzpunkt im Penaltyschießen.

Olivier Roy beim Spengler Cup,
Trevelyan wieder dabei

Olivier Roy wurde von den Coaches des Team Canada ins Spengler-Cup-Team berufen, statt samstags für den AEV zu halten steht er an Silvester im Finale des renommierten Turniers in Davos – mit der Aussicht auf einen Platz im Olympia-Team der Kanadier. Deshalb hütete wieder Jonathan Boutin für Augsburg das Tor und TJ Trevelyan (gegen Berlin überzähliger Ausländer) konnte wieder eingesetzt werden.

Das Spiel begann defensiv geprägt, vor allem der schwäbische Gameplan sah wohl vor zuerst einmal hinten sicher zu stehen und eine der wenigen Konter zu nutzen oder im bekannt starken Powerplay zu scoren. Die Oberbayern checkten früh und massiv vor, holten sich so einige Scheiben, wurden aber meist schnell abgedrängt. Schön anzusehen war das nicht, zu viel stand für beide Mannschaften auf dem Spiel. Die Ingolstädter beschäftigen nach Tommy Samuelsson und Larry Mitchell mit Doug Shedden diese Saison schon den dritten Headcoach, unter dem Kanadier gab es zum Einstand ein 4:0 in Düsseldorf. Er hatte seinen Spielern sicher gesagt unbedingt von der Strafbank wegzubleiben, Greg Mauldin hielt sich nicht daran und Augsburg zog sein Powerplay auf. Mike Davies versuchte es zweimal mit Schüssen von der Seite, scheiterte am Pfosten und Pielmeier, bekam den Puck ein drittes Mal, täuschte einen weiteren Schuss an, fuhr vors Tor und legte quer auf Daniel Schmölz: 1:0 nach sechzehn Minuten, Mike Stewarts Plan schien aufzugehen.

Nicht eingeplant war eine Fehlentscheidung nur zwei Minuten darauf, Torschütze Schmölz war regelgerecht in einen Zweikampf gegangen und wurde wegen angeblichem Beinstellens auf die Strafbank geschickt. Das nutzten die Schanzer, 23 Sekunden vor Drittelende wurde Darin Olver bei seinem Lauf in die Mitte kaum bedrängt, von wo er trocken abziehen und zum Ausgleich treffen konnte.

Schlagschuss-Festival:
Nach Lamb und White...

Im Mitteldrittel nahm der AEV den Kampf an, das Spiel begann dramatisch zu werden mit Kontern auf beiden Seiten. Zugute kamen dabei den Augsburgern weitere Strafen gegen Ingolstadt. Die erste ab der 23. Minute überstanden die Oberbayern, bei der zweiten ab der 29. Minute packte Brady Lamb den ersten Hammer des Spiels aus und ließ den übervollen Gästeblock zum zweiten Mal jubeln. Die Antwort der Blau-Weißen ließ nicht lange auf sich warten: Mike Collins sorgte keine zwei Minuten darauf für den erneuten Gleichstand. Zwei Ingolstädter hatten Lamb in der Kurve den Puck abgenommen, Pass vors Tor zu Collins, der Boutin überraschen konnte.

Kurz darauf eine Schrecksekunde: Matt Pelech blockt einen Trevelyan-Schuss mit dem Auge (!), spielt aber kurz darauf mit neuem unblutigem Trikot weiter – ein Einsatz, der sich für die Schanzer noch auszahlen sollte.

Doch zunächst konnte Augsburg wieder in Führung gehen, den zweiten Schlagschusstreffer erzielte Matt White in der 45. Minute. Aber die Schwaben ließen sich ein drittes Mal die Führung nehmen und gerieten sogar ins Hintertreffen: Im Gegenzug schlenzte David Elsner den Puck in den Winkel, dann zielte der einäugige Pelech ganz genau und hämmerte die Scheibe aus vollem Lauf ins kurze Eck.

... trifft auch Cundari

War‘s das? Lange sah es so aus, als hätten sich die Eishockeygötter gegen den AEV verschworen, ein Foul an Mark Cundari in aussichtsreicher Position wurde übersehen, aber der kleine Mann aus Ontario schluckte den Ärger hinunter und packte die Wut in den nächsten Schuss – Pielmeier langte auch beim dritten Schlagschuss daneben.

Kurz vor der Sirene hatte Ingolstadts Goalie einen riesigen Schutzengel: Der Puck war auf seinem Rücken gelandet und auf bestem Weg über die Linie zu kullern, da wurde er vom 1,93-Meter-Mann Pelech gestoppt und geklärt. Es ging in die torlose Verlängerung, so dass das Penaltyschießen entscheiden musste. Hier scheiterten Davies und Cundari an Pielmeier, während Greilinger und Collins Boutin tunneln konnten und den Zusatzpunkt für die Schanzer sicherten.

Bremerhaven und Wolfsburg kommen:
Zwei Heimspiele am Mittwoch und Freitag

Schon am Mittwoch und Freitag geht es mit den ersten Heimspielen 2018 weiter, Gegner im Sechs-Punkte-Spiel am 3. Januar ist Bremerhaven, am 5. gastiert Wolfsburg im Curt-Frenzel-Stadion, Spielbeginn ist jeweils um 19:30 Uhr. Der Sonntagsgegner kämpft auch um die Teilnahme um die Playoffs: Um 16:30 Uhr ist Spielbeginn bei der DEG.

Hinweis: Auch für diesen Text wurden Tiere weder gequält noch getötet und auf Tiernamen wegen Verwechslungsgefahr verzichtet.
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