Ein Denkmal fürs "Hemad"

Helmut Haller in Bronze: Mit einem Denkmal ehrte nun der FC Augsburg den bedeutenden Sohn der Stadt.Am Samstag wurde die Statue am Stadion enthüllt. Foto: Martin Augsburger

Als junger Spieler trug er den Spitznamen Hemad, das Hemd, weil er so schmächtig war. Alles andere als ein Hemd ist das Denkmal, das der FC Augsburg nun seinem wohl berühmtesten Spieler setzte: Am Samstag enthüllte der Verein einen mehr als zwei Meter großen und knapp fünf Tonnen schweren Bronze-Helmut-Haller.

Der Standort ist gut gewählt: Im Umlauf der Arena hinter der Stehplatztribüne der FCA-Fans. Ihnen hat Helmut Haller, der vor knapp drei Jahren verstarb, immer viel bedeutet. Das zeigte sich auch beim großen Andrang am Samstag. Den Rahmen für die Enthüllung bot die Generalprobe des FC Augsburg gegen den FC Toulouse (5:0) in der WWK-Arena. Zu diesem Anlass waren die ehemaligen Teamkollegen Hallers, viele Ehrengäste und Künstler Wolfgang Auer, der eineinhalb Jahre an dem Denkmal gearbeitet hat, gekommen.

Vertreter der aktiven Szene als Initiatoren des Denkmals sowie FCA-Präsident Klaus Hofmann und Geschäftsführer Peter Bircks nahmen die Einweihung der Haller-Statue vor. Zudem hatten die Fans eine kleine Ausstellung zu Helmut Haller mit einigen Unikaten im Fanzelt organisiert.

"Wir freuen uns, dass wir den größten Sohn unserer Stadt nun auch mit diesem schönen Denkmal in Ehren halten können. Der Platz hinter der Nordwand ist perfekt, damit sich immer alle Fans an Helmut Haller und seine großartige Persönlichkeit erinnern können", sagte FCA-Präsident Klaus Hofmann zur Einweihung der Statue.

"Es war eine großartige Idee der Fans, Helmut Haller mit dieser Statue ein Denkmal zu setzen. Ich begreife es als unwahrscheinliches Glück, dass ich Helmut persönlich kennenlernen und die ein oder andere Schafkopf-Runde mit ihm spielen durfte. Wir sind stolz darauf, dass sein Konterfei nun auch in unserem Stadion sichtbar und für alle zugänglich ist", fügte Geschäftsführer Peter Bircks an.

Künstler Auer stellt Helmut Haller in Schussposition dar. Über dem Herzen trägt er das Vereinslogo in den Farben Rot-Grün-Weiß. Dass Haller dabei einen Ball unter seinem rechten Arm eingeklemmt hat, erinnert an Hallers Teilnahme beim legendären WM-Finale 1966 in England, bei dem auch das sogenannte "Wembley-Tor" erzielt wurde. Haller nahm nach dem Spiel, das Deutschland 4:2 verloren hatte, den Ball einfach mit und schenkte ihn zuhause seinem Sohn Jürgen. Erst 30 Jahre später holten sich die Engländer das Spielgerät wieder zurück auf die Insel. So ist es Auer gelungen, in der Statue neben Hallers Leidenschaft für den Verein und seinem fußballerischem Können auch dessen spitzbübischen Humor einzufangen.

Die Kosten von rund 24 000 Euro für das Haller-Denkmal wurden aus Spenden, Versteigerungen und dem Verkauf eines Fan-Shirts von Helmut Haller durch die aktive Fanszene gedeckt.

von Markus Höck
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