Erfolgreiche Rheinland-Fahrt: Panther holen auswärts sechs Punkte

Spitzenreiter! Die AEV-Fans (hier nach dem Sieg gegen Köln) hatten viel zu feiern am ersten DEL-Wochenende.
 
Zum Einstand ein Hattrick: Neuzugang Matt White gelangen im zweiten Spiel für die Panther drei Tore.

Der KEV startete mit zwei Heimspielen in die Saison: Am Freitag erkämpfte sich Krefeld einen Punkt gegen Meister München, am Sonntagnachmittag holte sich der AEV den zweiten Sieg am rheinischen Wochenende. Die starken schwäbischen Special-Teams – drei Powerplay-Tore, zwei Shorthander – und ein glänzend aufgelegter Matt White mit drei Toren waren die Sieggaranten in einem spannenden und torreichen Spiel. Der AEV gewann mit 7:5 (1:2, 1:1, 2:5) und fuhr als Spitzenreiter nach Augsburg zurück - und wurde unterwegs nur von Nürnberg und Mannheim mit einem Tor überholt.

Mike Stewart hatte TJ Trevelyan zu seiner Frau nach Augsburg zurückgeschickt, der Stürmer wird gerade Vater, für ihn rückte Alexander Thiel in den Kader. Größere Sorgen plagten Rick Adduono auf der Krefelder Bank: Er war froh, dass sich Patrick Kleins Verletzung vom Freitag als harmlos herausstellte, so dass er wenigstens den Back-up ins Tor stellen konnte. Schwer wog auch Dragan Umičevićs Ausfall, der sich ebenfalls gegen München verletzt hatte. Augsburg durfte schon nach einer Minute im Powerplay ran, das aber ebenso wie eines für Krefeld nach 8 Minuten folgenlos blieb. Die Special-Teams-Statistik sollte erst später spielentscheidend werden. Los ging es in der 11. Minute, diesmal nutzten die Panther die numerische Überlegenheit: Augsburgs Offensive und Krefelds Defensive stand in Position, jeder wartete auf den tödlichen Pass von Matt White, der mit dem Puck in die Mitte zieht und ihn präzise in den Winkel schlenzt. Wer mitgerechnet hat weiß, dass der Neuzugang mit dem 1:0 seinen AEV an die Spitze der Blitztabelle geschossen hat.

100 Sekunden Spitzenreiter

Es dauerte genau 100 Sekunden, dann war der Platz an der Sonne schon wieder verloren – ein Querpass von Marcel Müller auf Pietta brachte den Ausgleich. Kurz vor der Pause wurde es noch schlimmer: Erst hatte Kretschmann zu genau gezielt – er visierte den Pfosten an – und im Gegenzug fiel die Führung für den KEV. Martin Ness sah die puckgroße Lücke zwischen Kreuzeck und Jonathan Boutins Helm und lupfte die Scheibe präzise aus spitzestem Winkel ins Tor.

Das Mitteldrittel begann mit einer Großchance für die Rheinländer, aber unten war Boots nicht zu überwinden, verhinderte mit dem Fuß Müllers Bauerntrick. Das nächste Tor fiel dann gegenüber. Nach Wechselfehlern auf beiden Seiten – erst hatte Krefeld eine Chance, aber der Puck wurde aus dem eigenen Drittel gepincht und die Pinguine damit auf dem ganz falschen Fuß erwischt, denn jetzt fuhren Hafenrichter und Kretschmann allein auf Klein zu. Der Ex-Krefelder Kretschmann kennt vom letztjährigen Training die Reaktionen des Goalies und trifft zum Ausgleich.

Das Spiel wogt jetzt hin und her, aber die Schüsse von Thiel, Dinger und Schmölz sowie der tolle Alleingang von Mark Cundari an drei Krefeldern vorbei bleiben ebenso folgenlos wie mehrere Konter von Gawlik und Schymainski. Krefelds erneute Führung fällt in eine Augsburger Drangphase, als Justin Feser mit einem Weitschuss Boutin alt aussehen lässt (33. Minute). Zum Ende des Drittels übersteht Augsburg eine drei-gegen-fünf-Situation unbeschadet und bleibt auch zu Beginn des Schlussabschnitts mit einem Mann weniger unbeschadet.

Krefelds Powerplay des Grauens entscheidet im torreichen Schlussdrittel

Wie Powerplay erfolgreich gespielt wird zeigt kurz darauf der AEV: Wieder ist es White, der von Evan Trupp und Mike Davies freigespielt zum 3:3 trifft. Das Spiel ist jetzt zwei Minuten lang auch vom Ergebnis her wieder offen, dann trifft Thomas Holzmann. Und wieder nutzte der AEV eine Überzahlsituation, „Woody“ stand nach einem Cundari-Schlagschuss richtig und verwertete den Abpraller.

Wie man das nicht machen sollte zeigen die Pinguine: Zwar trifft erst Marcel Müller zum 4:4, aber der AEV zeigt sich vom ersten Unterzahltor der Saison nicht geschockt, sondern schlägt eiskalt zurück. Keine Minute später sieht Parkes den freien Daniel Schmölz in der Mitte, der zur erneuten AEV-Führung trifft. Das Powerplay des Grauens perfekt macht Matt White mit dem zweiten Shorthander nur eine halbe Minute darauf: Hattrick, 6:4! Ist das der Sieg? Rick Adduono versucht es zwei Minuten vor Spielende mit der Brechstange, zieht Klein und schickt einen weiteren Stürmer aufs Eis – und hat damit Erfolg. Feser haut erst ein Luftloch, trifft aber beim zweiten Versuch den Puck volley und der KEV schöpft wieder Hoffnung - bis 16 Sekunden vor der Schlusssirene die endgültige Entscheidung fällt: Trevor Parkes versenkt den Puck im leeren Tor und der AEV fährt mit sechs Punkten im Gepäck als Dritter - nur je ein Tor fehlt auf die punktgleichen Mannheimer und Nürnberger.- zurück nach Bayern.

Derby-Wochenende gegen Straubing und Ingolstadt

Dort gibt es am kommenden Wochenende das ultimative Kontrast-Programm: Zwei Derbys stehen an! Am Freitag gastiert der EHC Straubing um 19:30 Uhr zum „Season Opener“ im Curt-Frenzel-Stadion, am Sonntag spielen die Panther in Ingolstadt; Spielbeginn ist um 19:00 Uhr.
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