FC Augsburg bestraft seine Fans

Der FC Augsburg hat auf die Spruchbänder und Banner gegen die Polizei reagiert. Während des Bayern-Spiels waren diese im Block M gezeigt worden. Jetzt führt der FCA eine stärkere Korrektur seiner Fanszene ein. Bei weiteren Vorfällen droht der Verein mit drastischen Maßnahmen.

Der FC Augsburg bestraft seine eigenen Fans: Während des Überraschungserfolgs gegen den FC Bayern waren im Stehplatzblock Block M beleidigende Spruchbänder gegen die Polizei präsentiert worden. Der FCA zieht nun die Konsequenzen.

So muss ab sofort jedes Banner oder Spruchband mit der jeweiligen Aussage bis spätestens 24 Stunden vor Anpfiff beim Verein angemeldet werden. Dieser erteile dann eine Genehmigung. Der Ordnungsdienst kontrolliert diese dann im Stadion. Fans, die verbotene Aufhänger einschmuggeln, drohen gar Strafen bis hin zum Stadionverbot. Das teilte der FC Augsburg in einem deutlichen Schreiben an seine Anhängerschaft mit.

Auch das Fanmagazin "Supporter News" muss dem FC Augsburg vor der Verteilung vorgelegt werden. Der Verein prüfe dann zunächst dessen Inhalt.

Der FC Augsburg droht mit scharfen Sanktionen


Bei einem weiteren Vorfall drohen weitere harte Strafen: Der von den aktiven Fans verwaltete Fancorner soll ihnen entzogen werden, die Selbstverwaltung im M-Block stehe dann zur Disposition.

Der Ärger begann am 29. März vor dem Auswärtsspiel in Mainz: Die Fangruppe hisste die Banner, um auf die Vorkommnisse in der Mainzer Innenstadt aufmerksam zu machen, während derer es in ihren Augen zu einem unverhältnismäßigen Polizeieinsatz gegen sie gekommen war.

Für zwei Stunden seien die FCA-Fans eingekesselt gewesen, danach folgte ein Aufenthaltsverbot für das Stadtgebiet. Anschließend soll die Lage eskaliert sein. Ein Fanclub schreibt auf einem Flyer: "Der Staatsapparat legte los. Es wurde geknüppelt, geschlagen und getreten."

Die Polizisten berichten, sie seien zuvor angegriffen, getreten und bespuckt worden. Die Beamten hätten lediglich ein Aufeinandertreffen der Augsburger Gruppe mit Mainzer Ultras verhindern wollen. Die Augsburger hätten Absperrungen ignoriert, erst daraufhin seien die 80 bis100 FCA-Anhgänger festgesetzt und noch vor dem Spiel mit dem Zug nach Hause geschickt worden.

Seinsch, Reuter und Bircks schreiben an die Fans


Dem FC Augsburg geht es aber in erster Linie um die Reaktion der Fans: die Spruchbänder gegen den FC Bayern. Etwa in der Stadionordnung sei festgehalten, dass sich der Verein gegen Rassismus, Diskriminierung und Beleidigungen ausspricht. Deshalb wählen die FCA-Verantwortlichen klare Worte. Das Schreiben wurde von Vorstandsvorsitzendem Walther Seinsch, Geschäftsführer Peter Bircks und Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter verfasst und unterzeichnet.

So sei es bereits im Saison-Vorbereitungsspiel gegen Malaga am 27. Juli 2013 mit einem ähnlichen Vorfall gekommen. Man habe, so schreiben die Verantwortlichen "intensive Gespräche mit den Mitgliedern der Fanszene geführt". Unmittelbar vor dem Bayern-Spiel habe der Verein mit Vertretern der Fanszene die Vorkommnisse in Mainz aufgearbeitet. "Dabei wurde nochmals deutlich gemacht, dass beleidigende Transparenten oder Ähnliches zu Konsequenzen führen", schreibt der FCA.

Bei sachlicher und fundierter Kritik setze sich der Verein immer wieder für seine Fans ein, wie das Beispiel Fürth zeige. Als am 15. Dezember 2012 FCA-Fans nach dem Spiel in Fürth von einer USK-Einheit ungerechtfertigt angegriffen wurden, stellte sich FCA-Präsident Seinsch öffentlich klar gegen Polizeigewalt und Willkür. "Mit den jetzt gezeigten beleidigenden Spruchbändern wurde jedoch eine Grenze der sachlichen Kritik der Fangruppe erneut überschritten", kritisiert der Verein die Fan-Gruppe.
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