FC Augsburg: Held Hitz hält den Punkt gegen Frankfurt fest

Gratuliere, Koellge: Eintracht Keeper, Lukas Hradecky, Torwart-Held des Hinspiels, beglückwunscht Marwin HItz, Torwart-Held des Rückspiels. Foto: Alexander Heinle

Der FC Augsburg spielt auch gegen Eintracht Frankfurt 0:0. Der Held ist Marwin Hitz. Genauso flink und genauso gekleidet wie ein Frosch hält er die Null fest. Die Kollegen überschlagen sich mit Torhüter-Lob. Einzig Hitz-Sohn Matteo interessiert sich mehr für Schokolade.

Nur eines gelang Marwin Hitz an diesem Nachmittag in der Augsburger Arena nicht. Gleichzeitig ein Fernseh-Interview geben und seinem Sohn Matteo die Schokoladenpackung öffnen. Der Eineinhalbjährige zupfte am Hosenzipfel des Papas, der gerade von seinem Nachmittag erzählte, der für ihn nicht allzu schlecht gelaufen war.

„Weltklasse“ sei seine Leistung gewesen, schwärmte Kollege Markus Feulner. „Danke, Marwin Hitz“, sprach Trainer Markus Weinzierl in die Mikrofone. Alle schwärmten über diesen Torsteher, der in seinem froschgrünen Superhelden-Dress, samt giftgrünen Schuhen, über den Arena-Rasen hüpfte und Frankfurts Angreifer reihenweise zum verzweifeln brachte.

Die erste seiner drei Wundertaten wirkte Hitz nach etwa einer Stunde. Die Eintracht-Stürmer hatten sich direkt vor ihm gerade vergebens die Füße wundgestochert. Dann aber segelte der Ball abermals in die Box, wo sich der Sturmschrank mit Dutt, Alex Meier, nach oben schraubte, gegen die Laufrichtung von Hitz köpfte und wohl in Gedanken schon vor den proppenvollen Gästefanblock lief. Doch Hitz sprang bemerkenswert flink dorthin zurück, wo er hergekommen war, und drehte den Ball mit einem irren Reflex um den Pfosten. Gäbe es die Kategorie „Parade des Monats“, diese Wahnsinnstat wäre ein Favorit, attestierte Weinzierl später.

Hitz: Wie ein Frosch, der eine Fliege aus der Luft pflückt


Der Schweizer würde sich jedoch selbst Konkurrenz machen: So wischte er im Eins-gegen-Eins gegen Stefan Aigner schnell wie ein Frosch, der mit der Zunge eine Fliege aus der Luft pflückt, den Schuss mit seiner rechten Pranke weg und verdarb so abermals einem Frankfurter im letzten Augenblick den Jubellauf. Wenig später parierte er noch einen abgefälschten Versuch von Szabolcs Huszti.

Man brauche „als Torwart immer ein bisschen Glück“, erläuterte Hitz, ehe er ein strahlendes Lächeln blitzen ließ. Die Eintracht sei die bessere Mannschaft gewesen, analysierte er. Und damit hatte er, blickt man auf Durchgang zwei und die drei Riesenmöglichkeiten Recht.


"Abnutzungskampf": Von einem Rudel ins nächste


Man habe das spielerische bewusst zurückgestellt, erklärte Trainer Weinzierl. Aus Respekt vor Meier und der Brisanz des Duells der beiden punktgleichen Kontrahenten. Weil Frankfurt wohl ähnlich dachte, geriet die Partie zum „Abnutzungskampf“ (Feulner) und die Akteure schlitterten von einer Rudelbildung in die nächste.

Einzig in den Anfangsminuten hatte Augsburg ein spielerisches Übergewicht. Passable Möglichkeiten hatten Ragnar Klavan, Dong-Won Ji und Raul Bobadilla (2. bis 5. Minute). Erst nach etwas mehr als zwölf Minuten sahen die etwas mehr als 28.000 Arena-Besucher den ersten Abschluss von Dutt-Träger Meier, der es aus gut 20 Metern aus der Drehung versuchte – heraus kam, ganz unmeiermäßig lediglich ein Schüsschen, das am Tor vorbeikullerte.

"Tennis-Fan" Baier scheitert mit einem Lob


Während sich alles noch auf den nach einem Foul am Boden liegenden Raul Bobadilla konzentrierte, hatte der FC Augsburg seine stärkste Offensivszene. Esswein verlängerte per Hacke auf Jan Moravek, der spitzelte auf den einlaufenden Baier - und der hatte in den Morgenstunden wohl das Australian-Open-Finale geschaut. Er versuchte aus seinem Tor stürmenden Lukas Hradecky per Lob zu überwinden. Der war jedoch schon zu nah dran und parierte.

Einziger FCA-Höhepunkt im zweiten Durchgang: Esswein startete rechts in den Eintracht-Strafraum, legte zurück auf Bobadilla. Der drehte sich mit einer Pirouette in beste Abschlussposition, doch sein Schuss übers Tor geriet weniger filigran.

Ansonsten verpasste es der FC Augsburg, seine wenigen Kontergelegenheiten zu Ende zu spielen, weil Präzision, Übersicht und nach dem aufreibenden Mittelfeldkampf vielleicht auch ein wenig die Kraft ausgegangen war.


Marwin Hitz gibt sich bescheiden: Lieber 1:0 gewonnen


Gut, dass hinten ein giftgrün gewandeter Superheld das Tor hütete. Und deshalb noch ein Lob an Marwin Hitz. „Er hat uns heute mit drei Weltklasseparaden den Sieg festgehalten“, sprach Markus Weinzierl, während Hitz nebendran nur einen Meter weiter ins nächste Mikrofon sprach und sagte, er hätte "lieber 1:0 gewonnen und keine Parade zeigen müssen." Dieses Mal trug er Sohn Matteo auf dem Arm, der staunte, wie viele Leute heute mit dem Papa sprechen wollten.
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