FC Augsburg: Kärnten-Zorro Hinteregger ist Spieler des Monats

Für Martin Hinteregger lief der Dezember beim FC Augsburg äußerst leiwand: Siegtreffer gegen Borussia Mönchengladbach, irres Solo gegen Borussia Dortmund - und das alles mit schwarzer Maske im Gesicht. Er ist unser FCA-Spieler des Monats. Auch weil er das Zeug zum Kultspieler beim FC Augsburg hat.

Martin Hinteregger lief los. Trieb den Ball kraftvoll vor sich her. Und weil sich ihm keiner in den Weg stellte, rannte er einfach weiter. Mit seinem brachialen Antritt hätte er vielleicht sogar die massive Dortmunder Südtribüne durchbrochen, hätte das Westfalenstadion hinter sich gelassen, um in die Nacht zu entschwinden. Um die kärtnerische Forrest-Gump-Kopie zu stoppen, stellten sich gleich fünf Dortmunder Spieler der hinteregger'schen Urgewalt in den Weg. Der Verteidiger bremste, trudelte aus - aber nur, weil der Ball zwischen den vielen Beinen hin und her flipperte und schließlich über Jan Moravek und Dong-Won Ji im Dortmunder Tor landete.

Es war nicht der erste und wird gewiss nicht der letzte wuchtige - und zugegeben, manchmal etwas ungelenk daherkommende - Ausflug des Innenverteidigers in dieser Spielzeit gewesen sein, der im Sommer aus Salzburg nach Augsburg kam. Hinteregger hatte zunächst Startschwierigkeiten - spätestens seit seinem Siegtreffer gegen Gladbach feiert ihn der Anhang des FC Augsburg. Unter den Fans ist er ohnehin allein deshalb beliebt, weil er mit markigen Worten ganz unverhohlen erklärte, wieso er lieber zum FCA wechselte, als von der Red-Bull-Zweigstelle in Salzburg zur Leipziger Dependance des Getränkeherstellers verschoben zu werden.

"Der gleiche Koffer wie als Spieler": Hinteregger über Didi Kühbauer

Der Kärtner ist eben einer, der einfach drauf los schwatzt. "Anscheißen" würde sich Konkurrent Austria Wien im Meisterschaftskampf, hat er einmal gesagt. Oder über den damals gegnerischen Trainer Dietmar Kühbauer stellte er fest, dass "er der gleiche Koffer ist wie als Spieler". Hinteregger ist eine Type, wie es sie im modernen Tiki-Taka-Leistungszentrum-Fußball nicht mehr oft gibt. Kombiniert man die ungezwungene Redensart mit der Maske, die er seit seinem Nasenbeinbruch trägt, und nimmt noch eine Prise der brachial-verrückten Sololäufe, ist derzeit festzustellen: Der Kärnten-Zorro hat das Zeug zur FCA-Kultfigur. (lib)
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