FC Augsburg kann Leipziger Startrekord nicht verhindern

Ja-Cheol Koo kämpfte und rackerte gegen Leipzig - doch am Ende verlor der FCA. (Foto: Archiv)
Leipzig: RedBull-Arena |

Was hätte man an dieser Stelle alles schreiben können: „Augsburger Toreros zähmen die roten Bullen“ oder „Augsburg stutzte den Leipzigern die Flügel“. Auch schön gewesen wäre „Leipzig geht gegen Augsburg die Energie aus“. 45 Minuten lang sah es auch danach aus, als könnte der FC Augsburg die Leipziger auf den Boden zurückholen und zeigen, dass Leipzig auch nur ein Aufsteiger ist. Aber Leipzig ist kein gewöhnlicher Aufsteiger. Das Leipziger Fußballprojekt des österreichischen Brausemilliardärs Dietrich Mateschitz investierte vor der Saison als Aufsteiger 42 Millionen Euro in neue Beine. In der zweiten Halbzeit legten die "Leipziger noch einmal eine Schippe zu" (Ralph Hasenhüttl) und der FCA konnte nicht mehr mithalten. Als Ergebnis stand am Ende ein verdienter 2:1 Heimsieg für RB Leipzig und ein neuer Bundesliga-Aufsteiger-Startrekord. Wahrlich Leipzig ist kein gewöhnlicher Aufsteiger.

Aufsteiger RB Leipzig empfing den FC Augsburg. Vor dem Spiel schob Augsburgs Trainer Dirk Schuster RB Leipzig die Favoritenrolle zu. Denn Leipzig ist nach fünf Spieltagen noch ungeschlagen. Sollten die Roten Bullen gegen den FCA gewinnen, dann stellen die Sachsen einen neuen Startrekord für einen Aufsteiger auf. Noch nie blieb ein Aufsteiger die ersten sechs Partien ohne Niederlage, das gelang nicht einmal den Roten Teufeln (1. FC Kaiserslautern), die als Aufsteiger in der Saison 1997/98 Deutscher Meister wurden. Im Spiel gegen Darmstadt zog sich Bobadilla eine Verletzung zu, für ihn rückte Philipp Max in die Startelf. Der U21 Nationalspieler sollte die linke Außenbahn im Mittelfeld beackern. Dong Won Ji nahm Bobadillas Position im rechten Mittelfeld ein.

Packende Anfangsphase

Wer erwartet hätte, dass sich die Augsburger in der Abwehr verschanzen würden und nur wie das Kaninchen vor der Schlange abwarten würde was Leipzig macht, der wurde eines Besseren belehrt. Die Mannschaft von Dirk Schuster attackierte früh und erzwang so Fehler im Leipziger Spielaufbau. Durch schnelles Umschalten ergaben sich immer wieder gute Chancen für den FCA. So konnte Leipzigs Innenverteidiger Orban in der 6. Minute in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Finnbogason klären.

Wie bereits in den Heimspielen gegen die beiden Borussias aus Dortmund und Gladbach erwies sich Leipzig als gnadenlos effizient vor dem gegnerischen Tor. Leipzigs Sabitzer vernaschte den ansonsten in der ersten Halbzeit starken Daniel Baier 20 Meter vor dem Tor und zog direkt ab. Hitz wehrte den Ball zur Seite ab und hatte Pech, dass Leipzigs Forsberg am schnellsten reagierte und aus vollem Lauf die Kugel aus spitzem Winkel ins kurze Eck zimmerte.

Augsburg schlägt zurück

Der FCA wirkte keineswegs geschockt. Nur drei Minuten später erzielte Dong Won Ji den Ausgleich. Kacar blieb mit seinem Pass in die Spitze zunächst an der Leipziger Deckung hängen. Baier schnappte sich den Abpraller und verlagerte das Spiel auf die rechte Seite zu Ji. Mit einer schnellen Körpertäuschung schickte Ji Linksverteidiger Halstenberg ins Leere und schlenzte die Kugel mustergültig in den linken Winkel. Es war der erste Bundesligatreffer für Dong Won Ji seit Februar 2014. Bis auf den Lattentreffer von Timo Werner in der 26. Minute stand die Augsburger Defensive sicher.

Beide Mannschaften boten den Zuschauern eine abwechslungsreiche und temporeiche erste Halbzeit mit vielen Zweikämpfen und technischen Finessen. Augsburg stand sicher und versuchte bei Leipziger Ballverlusten schnell umzuschalten und Leipzig bemühte sich mit spielerischen Mitteln die gegnerische Defensive auszuhebeln.

Früher Schock nach Wiederanpfiff

Augsburg startete mit einem guten Angriff über die rechte Seite, Ji legte quer... doch Leipzigs Innenverteidiger Orban konnte wieder vor Finnbogason klären. Im direkten Gegenzug musste Hitz gleich zwei Mal gegen Sabitzer parieren. In der 52. Minute war er jedoch chancenlos. Sabitzer zog von der rechten Seite nach innen und bediente mit dem Außenriss Poulsen. Der ließ Verhaegh stehen und schob den Ball aus halblinker Position ins Tor.

Leipzig schreibt Bundesligageschichte

Anders als über weite Strecken der 1. Halbzeit konnte der FCA das schnelle Umschaltspiel der Gastgeber nicht mehr wirksam unterbinden. Werner (59. und 66.) und Poulsen (89.) hatten die Chance das Spiel zugunsten Leipzigs zu entscheiden, scheiterten aber. So blieb das Spiel bis zum Schluss spannend und Finnbogason hatte nach einem Zuspiel von dem mittlerweile eingewechselten Altintop in der 90. Chance zum Ausgleich. Peter Gulacsi im Leipziger Tor hatte keine Mühe mit Finnbogasons Schuss, der nicht genug Druck hinter die Kugel bekam. So gewann Leipzig aufgrund der starken zweiten Halbzeit verdient und ist damit der am erfolgreichsten gestartete Aufsteiger der Bundesligageschichte.
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