FC Augsburg mit Last-Minute-Punkt gegen Dusel-Gladbacher

Nach 30 Sekunden bejubelten Koo, Caiuby und Finnbogason das 1:0. (Foto: Archiv)

Die Zuschauer in der Augsburger WWK-Arena erlebten ein tolles Bundesligaspiel. Dazu trugen beide Mannschaften bei, die sich ein packendes Duell lieferten, sowie die Fans beider Mannschaften, die ihre Teams über 90 Minuten nach vorne peitschten. Bereits nach 30 Sekunden sorgte Finnbogason für eine Führung der Augsburger. Nachdem Gladbach das Spiel noch in der ersten Halbzeit gedreht hatte, spielte in der zweiten nur noch der FCA. Mit Powerplay wurden die Gladbacher schier erdrückt und hatten am Ende Dusel, dass sie noch einen Punkt mitnahmen. Cordova hatte kurz vor Schluss für den Ausgleich gesorgt.

Beide Trainer vertrauten vor der Partie auf die Startelf vom ersten Spieltag. Gladbachs Trainer Dieter Hecking musste kurz vor Spielbeginn doch noch auf den ehemaligen Augsburger Ibrahima Traore verzichten, der über muskuläre Probleme klagte. Gladbach ist so etwas wie der Lieblings-Heimspiel-Gegner der Augsburger: Der FCA hat in den sechs Jahren Bundesligazugehörigkeit noch nie im heimischen Stadion gegen die Borussia aus Mönchengladbach verloren – nach dem Willen der Verantwortlichen sollte sich daran auch nichts ändern.

Bobadilla verabschiedet

Raul Bobadilla, Augsburgs Publikumsliebling, wechselte vor zwei Wochen für 2,2 Millionen Euro von Augsburg nach Gladbach. Auch heute war er im Stadion - aber nur, um von seinem Ex-Klub und den Fans verabschiedet zu werden. Gladbach hätte ihn auch gern in den Kader genommen, er hatte den Augsburgern aber zugesagt, in diesem Spiel nicht gegen sie auf den Platz zu laufen - und daran hielt der Ex-Augsburger sich auch.

Blitzstart der Augsburger

Gegen den HSV waren die Jungs von Augsburgs Trainer Manuel Baum die bessere Mannschaft, jedoch vor dem Tor nicht zwingend genug. Im ersten Heimspiel der Saison sollte das besser werden. Es dauerte dann auch nur genau 30 Sekunden, bis es besser wurde und Finnbogason zum 1:0 traf. Der Isländer setzte sich zuerst im Kopfball-Duell gegen Vestergaard durch, ließ Elvedi mit einer Körpertäuschung aussteigen und erwischte den noch etwas träge wirkenden Jan Sommer, Gladbachs Keeper, auf dem falschen Fuß. Nach einer kurzen Überprüfung durch den Videoschiedsrichter wurde das Tor gegeben. In der nächsten Szene lag der technische Assistent jedoch falsch.

Wozu gibt es eigentlich einen Videoschiedsrichter?

Nach der frühen Führung machten die Fuggerstädter weiter Druck und drängten auf das 2:0. Nach einer Ablage von Finnbogason zog Schmid knallhart im Strafraum ab, Vestergaard warf sich im Stile eines Torwarts in die Kugel und klärte zur Ecke - ein Fall für den Videobeweis. Doch der Assistent sah keinen Grund einzugreifen – eine klare Fehlentscheidung, denn Vestergaard verhinderte eine klare Torchance, in dem er der Kugel eine andere Richtung gab. Folgerichtig hätte es in der 5. Minute Elfmeter für den FCA und vielleicht sogar Rot für Vestergaard geben müssen.

Im direkten Gegenzug durchschnitt Zakaria, Gladbachs teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte, im Doppelpass mit Stindl die Augsburger Abwehr und startete durch. Als Vollendung überwand der junge Schweizer eiskalt seinen Nationalmannschaftskollegen Marvin Hitz.

Aber um es nochmal klarzustellen: Augsburg hätte vor dem Ausgleich einen Handelfmeter bekommen müssen. Vestergaard hatte bei dem Schuss von Schmid genau die Torwart-Qualitäten gezeigt, die Sommer beim 0:1 hatte vermissen lassen. Und der Videobeweis hätte das zeigen müssen - warum der nicht griff, sollte diskutiert werden.

Offener Schlagabtausch

In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit leichtem Chancenplus für Gladbach. Beide Mannschaften waren vor allem mit ihrem schnellen Umschaltspiel nach Balleroberung gefährlich. So hatte Finnbogason nach einem super Zuspiel von Caiuby in die Tiefe die Chance auf die erneute Führung - aber er bekam nur eine lasche Rückgabe auf Sommer zustande. Da war mehr drin.

Im Gegenzug ließ Gladbachs Raffael seinen Gegenspieler Hinteregger mit einer Körpertäuschung im Strafraum stehen und steckte auf den heraneilenden Herrmann durch, der direkt abzog. Hitz konnte den harten Schuss nur nach schräg vorne abklatschen. Oscar Wendt reagierte am schnellsten und sein eingesprungener Kopfball drehte die Partie zugunsten der Gäste.

In der zweiten Halbzeit spielte nur der FCA

Die Heimmannschaft hatte sich vorgenommen, die Gladbacher, wie bereits beim Anpfiff, zu überrumpeln. Innerhalb von fünf Minuten hatten Caiuby, Finnbogason, Baier und Gregoritsch die Chance zum Ausgleich – doch diesmal war Sommer hellwach. So ging es weiter, doch es fehlte an der letzten Präzision. Nach 75 Minuten versuchte Baum das Ruder mit einem offensiven Dreifachwechsel herumzureisen: Cordova, Heller und Khedira kamen für Koo, Gregoritsch und Schmidt. Allein: Am Bild änderte sich zunächst nichts, der FCA drängte und drückte. Doch Gladbach riegelte mit zehn Mann den Strafraum ab und versuchte gar nicht mal mehr ernsthafte Entlastungsangriffe zu fahren.

Heiße Schlussphase

Heller brachte noch einmal Schwung auf der rechten Seite in die Partie. Seine Flanke in der 85. Minute wurde noch in letzter Sekunde von Gladbachs Johnson geblockt – Finnbogason stand schon einschussbereit. Zwei Minuten später hätte Heller nach Flanke von Caiuby per Kopf den Ausgleich besorgen können. In der 89. Minute war es erneut Heller, der sich auf dem rechten Flügel durchsetzte und in der Mitte Cordova bediente. Der sagte Danke. Der Ausgleich war längst hochverdient.

Nur eine Minute später marschierte Hinteregger mit nach vorne und versuchte erneut gegen einen seiner Ex-Vereine einzunetzen und den Matchpunkt zu erzielen. Doch der Ex-Borusse bekam nicht genug Druck hinter den Kopfball. Auf der Gegenseite hatte Fabian Johnson die Chance das Spiel zugunsten des VFL zu entscheiden, doch Hitz hielt den Ball und den Sieg fest.

Die Lehren des Spieltags

Der zweite Spieltag lieferte Antworten auf einige Fragen, die die Niederlagen gegen Magdeburg und Hamburg aufwarfen. Bereits nach 30 Sekunden bewies Alfred Finnbogason, der FCA kann Tore schießen, der Videobeweis ist kein Freund der Augsburger, erneut ein verweigerter Elfmeter und so wie der FCA in der zweiten Halbzeit spielte, ist Augsburg definitiv bundesligatauglich.
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Dieter-MrACE Strehl aus Großaitingen | 27.08.2017 | 21:42  
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