FC Augsburg mit torlosem Remis in Köln

Obwohl seine Taktik nur teilweise aufgegangen ist, war Dirk Schuster mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. (Foto: Archiv)

Nachdem der FCA den ersten Kölner Angriffswirbel überstanden hatte, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen im Drei-Minuten-Takt auf beiden Seiten. Der Chancenflut folgte die gelbe Kartenflut. In der zweiten Halbzeit verabreichten Dirk Schusters Mannen den Kölnern einen magischen Schlummertrunk. Fast wäre der Plan des Augsburger Trainers aufgegangen, doch Schlitzohr Nummer drei verpasste seinen Einsatz und auch der Kopfball von Dong Won Ji in der Nachspielzeit war zu ungenau. Am Ende stand eine gerechte Punkteteilung in Köln.

Das letzte Duell in Köln vor knapp einem Jahr sorgte für mächtig Aufregung: FCA-Keeper Marwin Hitz nutzte die Diskussionen rund um die Elfmeter-Entscheidung dazu, den Elfmeterpunkt zu ramponieren. Schiedsrichter Daniel Siebert bemerkte es nicht, und so kam, was kommen musste: Anthony Modeste trat an, rutschte am malträtierten Punkt aus und scheiterte an Hitz.

Im Spiel Köln gegen Augsburg trifft Heimstärke auf Auswärtsstärke: Köln ist im eigenen Stadion noch ungeschlagen, gewann vier der fünf Heimspiele. Augsburg holte zwei seiner drei Saisonsiege auswärts. Sieben der zwölf bisher geholten Punkte kamen aus der Fremde.

Dirk Schuster musste auf vier Spieler verzichten: Bobadilla, Finnbogason, Gouweleuw und Caiuby - die verletzungsbedingt fehlen. Aber auch die Kölner mussten auf vier Stammspieler verzichten (Horn, Lehmann, Bittencourt und Maroh).

Stürmischer Beginn des FC Köln

Die Kölner versuchten die Augsburger gleich zu Beginn zu überrumpeln. Erst ein langer Pass auf Modeste – die Kugel kam etwas zu weit (1. Minute). Nur eine Minute später dribbelte sich Osako in den Augsburger Strafraum – sein Zuspiel auf Risse wurde von Baier abgefangen. Nur wenige Sekunden später stürmte Sörensen an Max vorbei, von der Grundlinie aus versuchte er Hitz, der mit einer Flanke gerechnet hatte, zu überlisten. Sein Kunstschuss ging jedoch an den Außenpfosten. Zwei Minuten später versuchten die Kölner es über links – Osako bediente Zoller im Augsburger 16er und der versuchte, direkt zu Modeste weiterzuleiten, anstelle selbst den Abschluss zu suchen. Gespielt waren bis hierhin fünf Minuten.

Chancen im Drei-Minuten-Rhythmus

Durch einen überlegten Spielaufbau und einige Pässe hinten rum hielt der FCA die Kugel länger in den eigenen Reihen und nahm so Tempo aus dem Kölner Angriffsspiel. Etwas befreit vom Druck der stürmischen Kölner Anfangsphase wagten sich Schusters Mannen in die Offensive. Den ersten Anlauf zum Torerfolg zu kommen, unternahm Altintop in der 9. Minute. Im Duell mit Mavraj kam Ji jedoch einen Schritt zu spät, um die aus vollem Lauf von rechts geschlagene Flanke Altintops zu verwerten.

Danach war Köln wieder dran – zuerst tanzte Osako Hinteregger in der zwölften Minute am 16er aus und zog danach direkt ab, Hitz konnte jedoch parieren. Nur drei Minuten später strich der Kopfball nach Flanke von Konstantin Rausch nur knapp über die Augsburger Latte.

Ebenfalls nur drei Minuten später versuchte Augsburgs Baier den Kölner Ersatzkeeper Kessler mit einem Distanzschuss aus rund 20 Metern zu überlisten. Nur knapp verkalkuliert hatte sich Augsburgs Mittelfeldstratege, wie stark die Erdanziehungskraft auf den Ball wirken würde und die Kugel schlug auf dem Tornetz statt im Tor auf. In der 21. Minute musste Kölns Dominique Heinz nach einem bösen Fehlpass von Abwehrkollege Zoller, Altintop kurz vor der Kölner Strafraumgrenze foulen. Der fällige Freistoß war ein Fall für den Spezialisten im Augsburger Kader – Konstatinos Stafylidis. Es fehlte nicht viel und Stafylidis hätte sein drittes Freistoßtor in dieser Saison erzielt, doch Kessler machte sich lang und fischte die Kugel aus dem Eck.

Gelb dominiert

Nach der tempo- und chancenreichen Anfangsphase verflachte das Angriffsspiel. Aus dem offenen Schlagabtausch wurde eine heißumkämpfte Partie, bei der um jeden Meter und jeden Ball gekämpft wurde, nicht immer mit fairen Mitteln. Der unparteiische Schmidt verteilte innerhalb weniger Minuten gelbe Karten an: Daniel Baier, Dong Won Ji, Christoph Janker sowie an die Kölner Jonas Hector und Dominique Heintz.

Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe – das verdeutlichten auch die Statistiken zur ersten Halbzeit: Beide Teams gewannen oder verloren 50 Prozent ihrer Zweikämpfe, beide Teams sind in etwa gleich viel gelaufen (der FCA sogar leicht mehr). Bei der Passquote und im Ballbesitz hatten die Kölner die Nase vorne, dafür hatte der FCA mehr Sprints angezogen und mehr Schüsse aufs Tor (FCA 2 – Köln 1).

Augsburger Schlaftrunk

Die zweite Halbzeit begann ohne Höhepunkte. Der FCA zog sich in seinen Bunker zurück und Köln bemühte sich, das Spiel zu machen, ohne zwingende Torchancen herauszuspielen. Die Augsburger Offensive fand nicht statt.
Bis zur 70. Minute, mit einem langen Ball schickte Daniel Baier Jonathan Schmid auf die Reise, der aus 17 Metern aus halbrechter Position knapp links am Tor vorbeizielte. Mit einem Freistoß am Mittelkreis wäre es den Schusterbuben beinahe gelungen, die Kölner zu überrumpeln. Wie ein richtiges Schlitzohr schlug Altintop den Freistoß nicht in den Fünfmeterraum, sondern hinter die Kölner Defensive auf die Grundlinie am rechten Rand des Fünfmeterraums. Dorthin hatte sich Schlitzohr Nummer zwei, der eben erst für Schmid eingewechselte Georg Teigl, hingeschlichen. Seine scharf hereingespielte Flanke suchte Schlitzohr Nummer drei – leider hatte das unbekannte Schlitzohr Nummer drei seinen Einsatz verschlafen und damit diesem schön herausgespielten Spielzug die Krönung verwehrt. Die Doppelchance des FCA hatte eine sichtliche Wirkung auf das Spiel der Kölner, die im Anschluss ihre Angriffe mit Bedacht und größter Vorsicht vortrugen.

Den letzten Akzent der Partie setzte Dong Won Ji. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Ji die Chance auf den Knockout. Doch sein Kopfball aus sechs Metern kullerte knapp neben das Tor. Auch der herangeeilte Usami kam nicht mehr ran. Nach seiner Einwechslung belebte der agile Teigl die rechte Außenbahn spürbar, die Angriffe der Fuggerstädter in der Schlussphase liefen alle über seine rechte Seite.

Am Ende gingen beide Teams verdient mit einem Punkt nach Hause. Dirk Schuster kann mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden sein. Gegen die starken Kölner stand man defensiv gut und hatte vorne Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. Wenn man die ganzen verletzungsbedingten Ausfälle betrachtet, sind die 13 Punkte, die der FCA schon gesammelt hat, aller Ehren wert.
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