FC Augsburg - Nachwuchs: "Die Entwicklung hat höchste Priorität"

Für die U19 und U17 des FC Augsburg heißt es am kommenden Wochenende Startschuss in die Bundesliga. Während die U19 als Aufsteiger am Samstag, 13. August, (13.00 Uhr) die SpVgg Greuther Fürth im heimischen Rosenaustadion empfängt, spielt die U17 zum Auftakt am Sonntag, 14. August, ebenfalls um 13.00 Uhr bei der SpVgg Unterhaching. Im Vorfeld sprechen die beiden Trainer der FCA-Mannschaften Alexander Frankenberger und Levent Sürme über die Saisonvorbereitung, das Auftaktprogramm und die Saisonziele.

Hallo ihr beiden. Ihr habt mit euren Mannschaften intensiv auf die Saison in der Bundesliga Süd/Südwest hingearbeitet. Seid ihr mit der Vorbereitung zufrieden?

Frankenberger: Im Großen und Ganzen können wir mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden sein. Wir haben uns als Team gefunden, sowohl auf wie auch neben dem Platz. Alle Spieler haben den gesamten Zeitraum über Gas gegeben, auch wenn sie körperlich zeitweise an ihre Grenzen gelangt sind. Sportlich hatten wir in unseren Testspielen eine gute Mischung aus Herrenmannschaften und starken Nachwuchsmannschaften. Ein emotionales Highlight war natürlich das Spiel gegen den FC Liverpool in Kühbach.

Sürme: Wir konnten leider nicht in allen Testspielen die Ergebnisse erzielen, die wir uns gewünscht hätten. Aber in der Vorbereitung stehen die athletischen und taktischen Inhalte im Vordergrund und hier konnten wir bereits einige gute Szenen in den Testspielen vorweisen.

Wie sehen eure Mannschaftskader in dieser Saison aus?

Frankenberger: Der Großteil unseres Teams spielt bereits seit mehreren Jahren beim FC Augsburg - das ist äußerst positiv zu bewerten. Im Vergleich zu den anderen Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren haben wir einen relativ jungen Kader mit vielen talentierten Spielern des Jahrgangs 1999, dazu wenige Spieler aus dem Jahrgang 1998, die in der letzten Saison bereits ihre Qualität nachgewiesen haben. Zudem haben wir uns extern gezielt mit Spielern verstärkt, die vielseitig sind und mehrere Spielpositionen bekleiden können, um den internen Konkurrenzkampf noch einmal zu verschärfen. Mit dieser Mischung sehen wir uns für kommende Bundesligasaison gut gerüstet.

Sürme: Wir gehen mit 23 Spielern in die Saison, davon sind fünf externe Neuzugänge. Als Kapitän wird Gabriel Galinec unsere Jungs auf den Platz führen.

Haben sich die Neuzugänge schon gut integriert?

Frankenberger: Definitiv. Wir haben mit Lukas Ettner und Simon Schurr zwei ehemalige Augsburger zurück in ihre Heimat geholt, sie waren direkt wieder voll integriert. Aber auch unsere weiteren Neuzugänge Benedikt Lobenhofer, Nikola Gavric, Maurice Friehe und Maxi Braun sind alles positive und wohlerzogene Typen, die die Mannschaft sehr gut aufgenommen hat. Bei der Auswahl der Neuzugänge achten wir neben der sportlichen Qualität auch stark auf die Persönlichkeit der Spieler.

Sürme: Auch bei uns wurden die neuen Spieler gut in der Mannschaft aufgenommen und konnten sich schnell integrieren. In Nachwuchsmannschaften klappt das aber meist ohnehin sehr unkompliziert. Bei zwei Spielern gibt es aktuell noch ein paar Sprachbarrieren, an denen wir aber arbeiten und die auch jetzt schon nicht zu große Probleme darstellen.

Jetzt steht für eure beiden Mannschaften am Wochenende das erste Spiel an. Auf welchem Stand seht ihr eure Teams zum Saisonstart?

Frankenberger: Nach der Vorbereitung weiß man nie genau, wo man als Mannschaft steht. Man kann sich durch Testspiele zwar Selbstvertrauen erarbeiten, die Ligaspiele stellen aber noch einmal eine ganz andere Herausforderung dar. Wir haben versucht, uns auf die Gegebenheiten der Junioren-Bundesliga einzustellen - eine gute Mischung aus Zweikampfhärte, gutes Umschaltspiel in Offensive und Defensive sowie Zielstrebigkeit in den Offensivaktionen können dort nicht schaden. Als Aufsteiger besteht aber immer die Gefahr, zu Beginn der Saison ein bisschen Lehrgeld zahlen zu müssen.

Sürme: Wir müssen noch an unserer Konzentrationsfähigkeit arbeiten, da wir zu viele individuelle Fehler machen, die zu Gegentoren führen. Gut ist, dass wir uns in jedem Spiel einige Torchancen erarbeiten.

Was ist für eure Spieler in der neuen Saison die größte Umstellung?

Frankenberger: In der A-Junioren-Bundesliga wird noch einmal ein deutlich anspruchsvollerer Fußball gespielt, da sich nun die besten Spieler aus zwei Jahrgängen durchsetzen müssen. Zudem nähert sich der Fußball immer mehr dem Herrenfußball an, die Mentalität der Spieler wird stabiler, die Physis ausgeprägter und dadurch das Spieltempo höher und die Leistung beständiger.

Sürme: Bei uns hat der Großteil der Mannschaft in der vergangenen Saison noch in der Landesliga gespielt. Die zwei Ligen höhere Bundesliga fordert uns vor allem in Sachen Tempo und Zweikampfverhalten.

Auch die U19-Spieler, die in der vergangenen Saison schon in der U19 gespielt haben, betreten jetzt in der Bundesliga Neuland. Was sind die Unterschiede zwischen der A-Junioren-Bayernliga und A-Junioren-Bundesliga?

Frankenberger: Die Unterschiede sind groß, wir werden in allen 26 Spielen der Saison 90 Minuten gefordert sein. Das war in der Bayernliga nicht immer so. Dort waren wir der Gejagte und jeder wollte gegen uns gewinnen - mit 150 % Motivation im Blut. Dieses Jahr stehen wir auf der anderen Seite. Das ist eine neue Konstellation, die sicher auch Vorteile mit sich bringt.

Die Bundesliga Süd/Südwest ist mit einigen Mannschaften von Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren stark besetzt. Wie schätzt ihr die Liga ein und was ist für den FCA in der Liga möglich?

Frankenberger: Wir gehen als Aufsteiger in eine ausgeglichene und qualitativ hochwertige A-Junioren-Bundesliga-Saison. Da kann es nur ein Ziel geben: Möglichst kontinuierlich punkten, um am Ende der Saison drei Teams hinter sich zu lassen und dann den Klassenerhalt feiern zu können.

Sürme: Wir wissen um die Stärke der Liga, wollen aber in der Tabelle mit den unteren Rängen nichts zu tun haben! Unser Ziel ist es, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Allerdings geht es im Nachwuchsfußball hauptsächlich um die Ausbildung der Spieler und die damit eng verbundene Durchlässigkeit. Wir wollen so viele Spieler wie möglich in die nächste Ausbildungsstufe bringen!

Wer sind eurer Meinung nach die Titelfavoriten?

Frankenberger: Die Teams aus Hoffenheim, der FC Bayern München und der VfB Stuttgart haben schon sehr viel Qualität in ihren Reihen.

Sürme: In der B-Jugend sehe ich auch den FC Bayern und VfB Stuttgart ganz vorne mit dabei, würde aber auch Eintracht Frankfurt zu den Favoriten zählen.

Habt ihr ein Saisonziel, das nichts mit der Tabelle zu tun hat?

Frankenberger: Klar, die höchste Priorität hat nach wie vor die positive Entwicklung der Spieler. Die Jungs sollen sich sportlich und menschlich weiterentwickeln, so dass möglichst viele Spieler in die U23 übernommen werden können. In der aktuellen U23 wurden zehn Spieler aus der U19 übernommen. Das ist eine tolle Quote.

Sürme: Wir haben im Verein seit zwei Jahren eine einheitliche Spielphilosophie in allen Altersgruppen. Diese wollen wir in der U17 weiter vertiefen, damit so viele Spieler wie möglich in die U19 übernommen werden, wo die Ansprüche erneut nach oben geschraubt werden.

Die U19 startet jetzt mit einem Heimspiel gegen Greuther Fürth, die U17 tritt auswärts bei der SpVgg Unterhaching an. Wie schätzt ihr euren ersten Gegner ein?

Frankenberger: Unangenehm. Greuther Fürth hat eine kampfstarke und technisch gute Mannschaft. Wir stellen uns auf ein Kampfspiel ein, am Ende gewinnt das Team, das mehr Gras frisst.

Sürme: Am ersten Spieltag haben wir Unterhaching vor der Brust, die in die Bundesliga aufgestiegen sind. Wir konnten bereits das eine oder andere Spiele von ihnen beobachten und uns ein Bild machen. Wir erwarten einen Gegner, der uns alles abverlangen wird, aber wir werden gewappnet sein.
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