FC Augsburg: Schusters Nachtschwärmer ringen Frankfurt ein 1:1 ab

Konstantinos Stafylidis bedankt sich bei den Fans nach dem Spiel. Er hatte nicht zuletzt wegen seiner Rettungsaktion maßgeblichen Anteil am Remis gegen die Eintracht. (Foto: Klaus Rainer Krieger)

Kurzzeitige Stromausfälle auf beiden Seiten führen zu einem 1:1 zwischen dem FC Augsburg und Eintracht Frankfurt. Dirk Schusters abendliche Trainingsgruppe wacht erst durch einen Energiestoß von Dong-Won Ji auf - und ringt dem Überraschungsvierten aus Frankfurt zurecht einen Punkt ab.

FCA-Trainer Dirk Schuster ließ in den jüngsten Trainingseinheiten abends unter der neuen Flutlichtanlage am Trainingsplatz trainieren, um seine Spieler auf die späte Anstoßzeit am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt mental vorzubereiten – der Spielbeginn um 17.30 Uhr wurde so schon einmal simuliert.

Gebracht hat es den Augsburger „Nachtschwärmern“ bei frostigen Temperaturen immerhin einen weiteren wichtigen Zähler auf dem Punktekonto. Die Hamster-Taktik der Schuster-Truppe ging also auch gegen die Hessen auf. Am Ende verbuchte der FCA ein 1:1. Ein respektables Resultat zum Abschluss der „Überraschungsteam-Wochen“ der Fuggerstädter.

Nach den Vergleichen gegen Hertha BSC Berlin und dem 1. FC Köln, endete auch das dritte Duell gegen die in der Tabelle überraschend stark platzierte Frankfurter Eintracht remis. Ob der umkämpfte Punktgewinn am angepassten Biorhythmus der Augsburger lag? Womöglich. Biorhythmus hin oder her - die Liste der Spieler-Ausfälle wurde auch gegen Frankfurt nicht kürzer. Schuster bot sich auch am zweiten Advent ein reichlich gefülltes Lazarett.

Starke Defensivreihen

Fakt war: An einem bitterkalten Abend trafen zwei starke Defensivreihen aufeinander. Augsburg hatte nach zwölf Partien erst 14 Gegentreffer kassiert, Frankfurt deren zehn. Auf ein Torspektakel konnten sich die Fans nicht zwingend einstellen.

Erwartungsgemäß schickte Coach Schuster beim Härtetest gegen die Eintracht wieder die gleichen elf Akteure auf den Rasen, wie schon bei den beiden Nullnummern gegen Berlin und Köln. Die Frankfurter hatten zuletzt in der Bundesliga drei mal in Serie dreifach gepunktet (Köln, Bremen, Dortmund), waren insgesamt sechs Partien in Folge unbesiegt geblieben. Eine echte Herausforderung also für den FCA, der zuvor vor heimischer Kulisse noch nie gegen die SGE verloren hatte (zwei Siege, zwei Remis).

So blieb es auch.

Im Abschluss-Match des 13. Spieltages in der Fußball-Bundesliga hatte die Elf von Trainer Niko Kovac zwar den deutlich besseren Start erwischt: Ein Freistoß der Eintracht brachte die erste gefährliche Torannäherung durch SGE-Knipser Alex Meier, der FCA-Keeper Marwin Hitz kurz darauf erneut prüfte. Sein Kopfball landete allerdings in den Armen des Keepers. Eigentlich sollte dies Warnung genug für die Augsburger gewesen sein.

Aber nichts da! Schon der nächste Angriff der Gäste brachte Schusters Festung zu Fall. Ein von der Strafraumgrenze abgesetzter Linksschuss von Branimir Hrgota bedeutete nach elf Minuten die 1:0-Führung aus Sicht der Gäste. Der Schuss des Ex-Gladbachers strich durch die Beine von Hinteregger platziert und unhaltbar flach ins Toreck. Da die Eintracht insgesamt die Anfangsphase des Spiels dominiert hatte, ging dies so auch völlig in Ordnung.

Vereinsrekord blieb aus

Die beeindruckende Augsburger zu-Null-Serie war dahin. Es war der erste Gegentreffer der abwehrstarken FCA-Defensive nach zuletzt drei Liga-Partien ohne Gegentreffer. Hätte die Schuster-Elf auch gegen Frankfurt hinten die Null gehalten, wäre dies gleichbedeutend mit einem neuen Vereinsrekord in der Bundesliga gewesen.

Die Frankfurter hinterließen über eine halbe Stunde den besseren Eindruck, das Offensivspiel des FCA lahmte wie schon zuletzt. Bis zur 34. Minute:
Ein Eckstoß von Baier verlängerte SGE-Abwehrrecke David Abraham mit dem Kopf zu Dong-Won Ji, der freistehend aus dem Rückraum Maß nahm und satt zum 1:1 einnetzte.

Dieser Treffer knipste bei den Flutlichterprobten das Licht an. Kurz vor der Halbzeitpause passte Halil Altintop auf die rechte Angriffsseite zu Ji, der den Ball blitzschnell in den Rückraum spielte. Daniel Baier schlug ein Luftloch, wodurch Philipp Max zum Zug kam. Seinen Schuss faustete Eintracht-Keeper Hradecky mit einer Hand. Flügelflitzer Jonathan Schmid traf anschließend aus wenigen Metern den Pfosten. Allerdings wäre diese mögliche Führung ohnehin nicht anerkannt worden: Schmid wurde zurückgepfiffen - Abseits.

Die erste Tormöglichkeit in der Tiefkühltruhe WWK-Arena nach der Pause erkämpften sich die Hausherren. „Maskenmann“ Martin Hinteregger setzte eine Ecke knapp neben das Tor. Anschließend hatten Baier und Schmid das 2:1 auf dem Fuss. Das waren sie: Die drei starken Möglichkeiten der bayerischen Schwaben, die deutlich aktiver in den zweiten Spielabschnitt gestartet waren.

Nach 66 Minuten meldete sich allerdings auch nochmal der Tabellen-Vierte vom Main in Person von Alex Meier zurück. Meiers Lupfer über Marwin Hitz wurde vom gut antizipierenden Stafylidis in höchster Not von der Torlinie geköpft. Glück für Augsburg.

Spannung lag fortan im Augsburger Nachthimmel – das Duell schien nun völlig offen zu sein. Doch einen Treffer, einen „Lucky-Punch“, sahen die Zuschauer am Ende nicht mehr. Hochvolt-Möglichkeiten gab es in der Schlussphase der Partie keine mehr. Insgesamt ging das 1:1-Remis so auch in Ordnung.

Fazit: Der FCA hatte im zweiten Spielabschnitt offensiv mehr anzubieten als noch in Halbzeit eins, hatte nur in der Anfangsphase des Spiels einige „Stromausfälle“. Bei den Frankfurtern war der Stecker in der zweiten Spielhälfte des Öfteren gezogen, nachdem zu Spielbeginn noch ein gleißendes Adventslichtlein aufgeflammt war.
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